KSV Hessen mustert Thorsten Bauer aus: "Weiß nicht, was ich dazu sagen soll"

Kassel. Keine Zukunft für Thorsten Bauer - von dieser Nachricht wurde am Montagvormittag der Trainingsauftakt beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel überlagert.

17 Spieler waren zum Laktattest im Auestadion erschienen.  Der von den Fans als „Fußballgott“ gefeierte Stürmer war nicht dabei. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Trainer Christian Hock: „Bauer spielt in unseren sportlichen Planungen keine Rolle. Wir wissen um seine Verdienste, aber er passt nicht in das System, das wir spielen wollen.“

Thorsten Bauer: Eine Karriere in Bildern

Thorsten Bauer, für viele KSV-Fans nur "Der Fußballgott", beendet seine Karriere. Wir blicken aus diesem Anlass zurück. © 
Thorsten Bauer
Bauer spielte ab 1982 in der F-Jugend des KSV Hessen Kassel (damals noch FC Hessen Kassel) und blieb dort bis zur A-Jugend (Foto aus dem Jahr 2003). © 
Thorsten Bauer
1996 verließ er seinen Jugendverein und spielte für den Landesligisten SpVgg Olympia Kassel (Foto aus dem Jahr 2004). © 
Thorsten Bauer
Nach seiner Zeit bei Olympia Kassel spielte Bauer (hier 2003 mit Christoph Keim) für den KSV Baunatal und wechselte anschließend zum SSV Jahn Regensburg. 2002 kehrte er nach sechs Jahren zum KSV Hessen Kassel zurück. © 
Thorsten Bauer
Im fünften Pflichtspiel erzielte er am 24. August 2002 gegen Viktoria Aschaffenburg sein erstes Tor. © 
Thorsten Bauer
In der Saison 2003/04 wurde er Torschützenkönig der Oberliga Hessen. Bauer (hier mit Enrico Gaede) traf 28 Mal.. © 
Es ist das Bild, das sich jedem Fan des KSV Hessen Kassel für immer eingebrannt hat. 25. Mai 2006, Stadion im Bornheimer Hang stehen sich der FSV Frankfurt und der KSV Hessen Kassel gegenüber. 8000 Zuschauer sind da, die Hälfte aus Kassel. Die Ausgangslage ist klar: Der Tabellenzweite aus Kassel kann den Spitzenreiter am letzten Spieltag mit einem Sieg noch abfangen. Die zweite Halbzeit hat gerade begonnen, es steht 0:0. Thorsten Bauer erhält den Ball an der linken Strafraumgrenze, er dringt parallel zum Tor in den 16er ein, schüttelt zwei Frankfurter ab. Dann die Drehung. Der Schuss. Das Tor. Bauer läuft jubelnd in die Fankurve. Der KSV gewinnt 1:0 und steigt in die Regionalliga auf. © Fischer
Thorsten Bauer
Im Jahr 2008 überbot Bauer mit seinem 121. Tor im 211. Spiel für den KSV Hessen Kassel den Torrekord aus den 50er Jahren. © 
Trotz Interesse von Zweitligavereinen wie dem 1. FC Kaiserslautern blieb Bauer (hier mit Dennis Joedecke) dem KSV Hessen treu. Anfang 2009 wurde sein Vertrag bis zum 30. Juni 2012 verlängert. © 
Im Frühjahr 2011 wurde Bauer von Trainer Mirko Dickhaut suspendiert. Der begründete das mit sportlichen Gründen. © 
Auch in den Planungen von Dickhauts Nachfolger Christian Hock spielte Thorsten Bauer keine Rolle mehr. © 
Im Sommer 2011 wurde der Vertrag mit Thorsten Bauer schließlich aufgelöst. © 
Immer nah bei den Fans: Bauer klatscht beim Spiel des KSV gegen Wehen Wiesbaden II Maxim Milani, Alina und Maximilian ab. © 
Programm abseits des Fußballplatzes: Bauer während eines offiziellen Termins mit Kassels Oberbürgermeister Bertram Hilgen. © 
Mit dabei: zahlreiche Fans. © 
So wie ihn seine Fans am liebsten sahen: Thorsten Bauer vor dem gegnerischen Torwart. © 
Nur noch Zuschauer: Bauer verfolgt ein KSV-Spiel von der Tribüne im Auestadion. © 

Damit aber nicht genug. Weil Bauer noch einen Vertrag für die kommende Saison besitzt, wurde er einer eigenen Trainingsgruppe mit Michael Zepek und Kai Koitka zugeteilt, die nun allein ihre Runden drehen muss. „Das machen sie jetzt jeden Tag“, erklärte Hock.

Bauer soll vom Verein ein Abschiedsspiel und eine Position im Marketing angeboten bekommen haben. Nach Auskunft von Hock habe er das aber abgelehnt.

Thorsten Bauer war die Enttäuschung und Frustration mehr als deutlich anzumerken. Zwischen zwei „Sondertrainings-Einheiten“ - am Vormittag musste er unter Anleitung von Co-Trainer Christoph Keim in der Aue Runden drehen - erklärte er zunächst: „Ich weiß ehrlich gesagt derzeit nicht, was ich zu all dem sagen soll.“

Deutlich ist die Sorge zu spüren, nun vielleicht auch noch falsche Worten vorgehalten zu bekommen - es geht hier natürlich auch um einen Vertrag. Schließlich sagt Bauer nach reiflicher Überlegung folgende Sätze: „Ich weiß seit kurz vor Ende der Saison, dass ich hier sportlich keine Rolle mehr spielen soll. Ich hätte mir persönlich gewünscht, in meinem letzten Jahr bei meinem Verein noch Fußball spielen zu dürfen. Aber wenn der Verein es so formuliert, wie nun geschehen, habe ich auch Bereitschaft signalisiert, einen anderen Weg zu finden, wie ich diesen Vertrag erfülle.“

Danach muss er sich zum Training verabschieden. Es ist zu vermuten, dass dies zu den schwersten Trainingseinheiten seiner Laufbahn gehört. (frz)

KSV Hessen Kassel: Diese Männer haben das Sagen

Vorsitzender des Aufsichtsrates: Dirk Lassen © 
Mitglied des Aufsichtsrates: Frank Greizer. © 
Mitglied des Aufsichtsrates: Wolfgang Linnenbrink © HNA
Mitglied des Aufsichtsrates: Dr. Frank Walter © HNA
Mitglied des Aufsichtsrates: Jochen Gabriel © HNA
Mitglied des Vorstandes: Klaus Schüttler © HNA
Mitglied des Vorstandes: Bernd Mart © HNA
Mitglied des Vorstandes: Jens Rose © HNA
Rüdiger Abramczik, Sportlicher Leiter © 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.