Zwei Szenen bringen starke Löwen um den Sieg

KSV Hessen in Steinbach: Gemischte Gefühle nach 2:2

Kurz nach der Roten Karte: KSV-Kapitän Tobias Becker verlässt den Platz. Foto: Hedler

Steinbach. Matthias Minks erste Reaktion war zumindest locker: „Das war doch ein Spiel zum Erwärmen“, sagte der Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel nach dem 2:2 in Steinbach.

Bei frostigen Temperaturen blieben trotzdem gemischte Gefühle über den ersten Punktspiel-Auftritt der Löwen 2016: weil ein Zähler in Unterzahl okay war, weil nach einer 2:0-Führung aber auch mehr drin gewesen wäre.

WAS SCHON RICHTIG ZUFRIEDEN MACHTE

Die Anfangsphase, die der KSV in Steinbach spielte, war richtig klasse. „Wir sind optimal gestartet, haben vieles richtig gut gemacht“, freute sich Mink. 15 Minuten lang beruhigte Kassel die Partie, nahm den Gastgebern den Anfangsschwung – und schlug dann eiskalt zu. Zwei Chancen, zwei Tore in zwei Minuten. „Das war die Effektivität, die wir in der Hinrunde so oft vermisst haben“, stellte Mink fest. Der Torschütze hieß beide Male Mike Feigenspan. Der Stürmer stellte die Defensive der Gastgeber mit seiner Schnelligkeit vor große Probleme.

Auch nach dem frühen Platzverweis gegen Tobias Becker (28.) trugen die Löwen ihren Teil zu einem sehr unterhaltsamen Spiel bei. Sie verteidigten konsequent, ließen aus dem Spiel heraus fast keine Steinbacher Chancen zu. Der Anschlusstreffer fiel durch den Elfmeter nach Beckers Foul, der Ausgleich nach einer Ecke, die abgewehrt wurde. Doppeltorschütze Nikola Trkulja verwertete aber den Abpraller von der Strafraumgrenze.

Positiv zudem: Auch in Unterzahl versteckte sich der KSV nicht, hatte in der Offensive gute Szenen und durchaus die Chancen zum Sieg.

WORÜBER MAN SICH ÄRGERN MUSSTE

Es gab zwei Schlüsselszenen in der Partie, die den KSV um den Sieg brachten. Da war vor allem Beckers Platzverweis – der durchaus umstritten war. Selbst Steinbachs Trainer Thomas Brdaric bezeichnete die Doppelbestrafung für den KSV-Kapitän als „zwiespältige Geschichte“. Matthias Mink zweifelte an, „dass man da zum Elfmeter noch Rot geben“. Der Trainer ärgerte sich aber auch über die Entstehung der Szene, in der Sargis Adamyan unbedrängt über die rechte Seite in den Strafraum stürmen durfte, was Becker dann ausbügeln musste. „Mit einem 2:0 im Rücken darf es zu dieser Situation nicht kommen“, kritisierte Mink.

Becker selbst war auch am Sonntag noch unsicher bei der Einschätzung, sagt aber: „Vielleicht hätte ich ihn laufen lassen sollen, der Winkel war sehr spitz. Ich kann nicht sagen, ob ich ihn richtig getroffen habe. Egal wie: Für die Jungs ist das bitter gelaufen.“

Die zweite Szene ereignete sich in der 59. Minute. Über Feigenspan und Tobias Damm spielte der KSV einen erstklassigen Konter. Damm stand frei, scheiterte aber an Torhüter Frederic Löhe. Da war sie dann doch wieder, die fehlende Effektivität. Der Gegenzug brachte erst eine Ecke und schließlich den Ausgleich. Minks Fazit: „Mit dem 3:1 hätten wir das Spiel entschieden. So müssen wir mit einem Punkt zufrieden sein.“

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