Der Schnellcheck zum Hessenpokal-Halbfinale

Gaede schießt die Löwen ins Glück: KSV siegt mit 1:0 gegen Wiesbaden

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Sie haben es geschafft: Nach einer kämpferisch großartigen Leistung besiegte der KSV Hessen Kassel den favorisierten Drittligisten SV Wehen Wiesbaden in der Verlängerung 1:0.

Enrico Gaede schoss das von 2600 Zuschauern umjubelte Tor (113.). Im Finale treffen die Löwen nun auf den VfB Gießen. Das Pokalsspiel im Schnellcheck:

Wie war das Spiel?

Natürlich gestalteten die Gastgeber das Spiel defensiv. Abwarten, dem Favoriten keinen Raum lassen, auf Konter lauern. Das gelang auch gut. Nico Perrey rückte immer wieder mit zurück, so dass der KSV meist mit einer Fünferabwehr agierten. Wehen war zwar leicht überlegen, hatte vor allem ab der 30. Minute eine Serie von Standardsituationen. Ein Schuss von Jonas Aquistapace nach einer Ecke, der links am Pfosten vorbeiging, war nach 43. Minuten aber die einzige wirkliche Chance des Drittligisten. Was folgte war die beste Möglichkeit der ersten 45 Minuten – für den KSV! Nach einem Zuspiel von Mike Feigenspan stand Shqipon Bektasi frei, musste aber zu weit nausweichen und schoß aus spitzem Winkel über das Tor. Trotzdem: Gute Ansätze bei den Kontern waren da. Und mit Beginn der zweiten Halbzeit wurden die Löwen mutiger. Beim bis dahin schönsten Angriff in der 52. Minute legte Enrico Gaede zurück auf Feigenspan. Pech: Der Ball sprang vorher auf, so dass der Stürmer weit über das Tor schoss. Ein Klassenunterschied war jedenfalls nicht zu erkennen. Im Gegenteil: Die eingewechselten Sebastian Schmeer und Henrik Giese hatten in der 78. nacheinander weitere gute Chancen. Erst in der Nachspielzeit hieß es Luft anhalten, doch Kevin Rauhut rettete gegen Luca Schnellbacher und sorgte für die Verlängerung

Radio HNA: Als das 1:0 für den KSV fiel

Wie war sie, die Verlängerrung, in der die Entscheidung fiel?

Diese Zusatzminuten machen ein Pokalspiel aus. Der große Kampf des KSV ging weiter. Der große Kampf wurde belohnt. Und was ist das für eine Geschichte. Denn das entscheidende Tor in der 113. Minute schoss der Mann, der am Saisonende seine Karriere beendet. Und der sich so sehr noch ein Tor wünschte: Enrico Gaede trifft in der 113. Minute. Im Nachschuss. Und ins große Löwenglück!

War das Ergebnis gerecht?

Ja, das war es. Der KSV war nicht nur gleichwertig. Er hatte die besseren Chancen. Die Löwen waren an diesem Abend einfach: Großartig!

Wie war denn die Stimmung im Auestadion?

Toll! Eines Pokalspiels würdig. Aber nur bei den Anhängern der Löwen. Der gut gefüllte Fanblock sang praktisch von der ersten Minute an: „Auf geht´s, rot-weiße Jungs, holt den Pokal für uns.“ Diese Funke sprang ab und an auch auf die Tribüne über. Als der KSV nach 30 Minuten die ersten ansehnlichen Konter gefahren hatte, da schallte es: „Steht auf, wenn ihr Kasseler seid!“ Und sie standen auf, die Kasseler. Auch auf der Haupttribüne. Und die Wehener? Hessenpokal scheint bei den Fans des Drittligisten keine Rolle zu spielen. Nicht einmal im Halbfinale. Ganze 25 Anhänger standen in der Südkurve. FÜNFUNDZWANZIG!

Wie war der Empfang für Ex-Trainer Christian Hock? 

Zurückhaltend neutral. Seine missglückte Amtszeit in Kassel war kein großes Thema mehr im Stadion. Es gab keinen Beifall für Hock, aber auch keine Missfallensbekundungen. Einmal, Mitte der ersten Halbzeit, war lautes Protestieren Hocks zu hören. Da bekam der Gäste-Trainer natürlich einiges zu hören von der Haupttibüne.´

Gab es einen Aufreger?

In der 67. Minute ging Stefan Müller nach einem Kopfballduell mit Benyamina zu Boden. Der KSV reklamierte Foulspiel. Torhüter Kevin Rauhut legte sich mit dem Stürmer an. Und bitter: Müller musste blutend und benommen vom Platz. Für ihn kam erstmals in diesem Jahr Giese.

Halbfinale Hessen-Pokal: Löwen gegen Wehen Wiesbaden

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