Feigenspan überraschend von Beginn an dabei

KSV Hessen unterliegt in Offenbach 0:1 - Das Spiel im Schnellcheck

Offenbach. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel hat sein Auswärtsspiel bei Kickers Offenbach mit 0:1 verloren. Der entscheidende Treffer im Hessenderby vor 5500 Zuschauern auf dem Bieberer Berg fiel schon früh. Der Schnellcheck.

Wie war das Spiel?

Für ein Regionalligaspiel auf alle Fälle sehr anständig und unterhaltsam - also durchaus fernsehtauglich. Der KSV deutete früh an, dass er an diesem Abend mutig sein wollte. Womöglich ist er die Aufgabe sogar ein wenig zu forsch und naiv angegangen. Schnell nämlich wurde für die Offenbacher klar, wo die Lücken bei den Löwen sind. Der Spitzenreiter kam immer wieder über die rechte Angriffsseite nach vorn. Der zuletzt so starke KSV-Außenverteidiger Tim-Philipp Brandner wurde in der Anfangsphase so schwindelig gespielt, dass man befürchten musste, er wisse bald nicht mehr, ob er Tim-Philipp oder Philipp-Tim mit Vornamen heißt. Auch das rasche 1:0 fiel nach einem Offenbacher Angriff über Brandners Seite. Martin Röser vollstreckte in der 7. Minute.

Die Südhessen diktierten fortan das Geschehen, der KSV kämpfte - und verschaffte sich so bis zur Pause mehr und mehr Luft. Mehr als kleine Chancen durch Steffen Friedrich und Shqipon Bektashi sprang bei den Bemühungen aber nicht heraus.

KSV Hessen unterliegt in Offenbach 0:1

Die zweite Hälfte lebte vom Kampf und von der Spannung. Die KSV-Abwehr stabilisierte sich. Tormöglichkeiten gab es hüben wie drüben kaum - bis zur Schlussviertelstunde. Dann hatte Mike Feigenspan die beste Gelegenheit zum Ausgleich. Er scheiterte aber am Offenbacher Schlussmann Daniel Endres.

Ist das Ergebnis gerecht?

Durchaus. Die Offenbacher präsentierten sich als das reifere Team und eines Spitzenreiters würdig. Dazu gehört auch eine Portion Abgeklärtheit und Glück, eine frühe Führung bis zum Ende zu verteidigen. Der KSV kann für sich beanspruchen, dass er den Tabellenführer zumindest ein wenig in Bedrängnis gebracht hat.

Wie war die Stimmung?

Sie war mindestens drittligatauglich. 5500 Zuschauer an einem Dienstagabend auf dem Bieberer Berg, davon annähernd 70 aus Kassel - das kann sich sehen lassen. Die Atmosphäre hat gestimmt.

Wer sorgte für die größte Überraschung?

Das war KSV-Trainer Matthias Mink. Der brachte den 19 Jahre alten Stürmer Mike Feigenspan von Beginn an - damit hatte womöglich selbst Feigenspan nicht gerechnet. Der Angreifer machte seine Sache sehr ordentlich, erkämpfte viele Bälle und empfahl sich für weitere Einsätze, auch wenn ihm nach vorn noch ein wenig die Durchschlagskraft fehlt - und die Kaltschnäuzigkeit wie bei seiner Großchance in der 77. Minute.

Ist der Aufstiegszug für den KSV nun abgefahren?

Der KSV ist Achter und hat neun Punkte Rückstand auf Platz zwei. Das ist viel. Aber das ist nicht der Punkt. Es müssen alle erkennen, dass der KSV Ende 2014 das ist, was Matthias Mink stets prophezeit hat: eine junge Mannschaft, die in der Entwicklung steckt. Das Spiel hat das deutlich gezeigt: gute Ansätze, aber am Ende fehlte ein klein bisschen. Was eine Spitzenmannschaft auszeichnet, bewies Offenbach.

Offenbacher Kickers - KSV Hessen Kassel

Offenbach: Endres - Mangafic, Maier, Schulte, Theodosiadis - Gjasula - Röser (79. Korb) , Schwarz, Pintol, Cappek (69. Bäcker) - Müller

KSV: Rauhut - Merle, Friedrich (87. Giese) Müller, Brandner - Bektashi, Becker, Evljuskin (78. Lemke), Damm - Girth (53. Schmeer), Feigenspan

Schiedsrichter: Gerach (Landau)

Zuschauer: 5500

Tor: 1:0 Röser (7.)

Gelbe Karten: - / Becker, Damm

Rubriklistenbild: © Hedler

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