Freistöße schocken die Löwen

KSV Hessen verliert in der Schlussphase 0:2 gegen Trier

Sport 1 war wieder da, nicht allzu viele Zuschauer – aber mit dem KSV und Trier zwei Mannschaften, die dicht dran sind an der Spitze der Regionalliga Südwest. Der Schnellcheck.

Das Spiel des KSV Hessen Kassel gegen Eintracht Trier war das Duell der Verfolger. Es endete mit einem bösen Erwachen für die Gastgeber, die in der Schlussphase durch zwei Freistöße 0:2 (0:0) verloren. Und sonst:

Wie war denn das Verfolgerduell? 

Es war von Beginn an so eine Partie, für die das Wort „Geduldspiel“ erfunden wurde. Ein zähes Ringen des KSV um die Lücke. Denn defensiver als Trier kannst du kaum spielen. Fünferkette in der Rückwärtsbewegung, drei bis vier Mann davor. Machten sie richtig gut, Kein Wunder, dass auswärts für die Eintracht die Null stand – und stehenblieb.

Dabei machten die Löwen das zunächst nicht schlecht. Geduldig kontrollierten sie die Partie. Zeigten die gebotene Vorsicht, um nicht in Konter zu laufen. Kamen durchaus auch gefährlich vor das Tor. Was fehlte war Konsequenz. Wieder einmal. Außer einer guten Chance für Tobias Damm, der nach Vorarbeit von Mike Feigenspan von halblinks vorbeischoss (13.), gab es bis zur Pause nur einige Versuche aus der Distanz.

Immerhin:Trier hatte außer einem abgefälschten Schuss von Patrick Leinhard (21.) keine Gelegenheiten. Nach dem Wechsel wuchs der Druck der Gastgeber zunächst. Was blieb, das war der Mangel an Chancen. Sicher, sie kombinierten sich ab und an gefährlich bis an den Strafraum. Die einzige kleine Möglichkeit aber brachte ein Freistoß. Tim Welker verpasste die Hereingabe Feigenspans knapp (54.).

Und irgendwann - irgendwann war es dann wie gegen Mannheim, wie gegen Elversberg. Die Partie erstarrte. Nichts ging mehr beim KSV. Nichts schien mehr zu passieren. Was schon schlimm genug gewesen wäre. Es kam aber noch viel schlimmer. Die Partie wurde entschieden durch zwei Freistöße. Zunächst hämmerte Christian Telch den Ball aus 25 Metern in den Winkel (81.), dann legte er für Christoph Buchner vor, der im Strafraum schneller reagierte als alle Löwen (85.). Das war es für de KSV.

War das Ergebnis auch gerecht? 

Irgendwie schon. Nicht, weil es dem Spielverlauf entsprochen hätte, sondern weil zunächst die mangelnde Konsequenz und dann die immer größer werdende Einfalls- und Harmlosigkeit der Gastgeber betraft wurde. Und: Effektiver als Trier geht kaum. Auswärts wieder die Null gehalten, dann mit zwei Standards die Partie entschieden, wenn dem Gegner nichts mehr einfällt.

Was war die Erkenntnis dieses Spiels? 

Der KSV verpasste Chancen. Er schoss auch im zweiten TV-Spiel kein Tor. Er verpasste die Gelegenheit, an die Spitze heranzukommen, er verpasste im mehrfache Sinne Eigenwerbung. Schade!

Stimmte die Atmosphäre im Auestadion? 

Naja. Die Übertragung im TV, Dauerregen – es war leer auf den Rängen. Als KSV-Torhüter Kevin Rauhut um 19.30 Uhr als Erster zum Aufwärmen den Rasen betrat, da hatte die Szene schon gespenstischen Charakter. Höchstens 100 Zuschauer verteilten sich auf den Rängen. Ein, zwei klatschten. Fans aus Trier waren übrigens auch da. Rund 40. Hatten aber einen guten Auftritt, weil sie mit über 30 Minuten Verspätung ankamen und dann lautstark die Südkurve enterten. Lauter aber war natürlich die Nordkurve mit Dauergesang.

Zu Beginn der zweiten Hälfte gab es sogar einen gemeinsamen Gesang der beiden Fanlager. Die Abneigung gegen die späte TV-Übertragung an einem Wochentag macht es möglich. Und schließlich nutzten die Löwen-Anhänger die Bühne auch noch zum Protest gegen Regionalliga-Modus und forderten eine Reform. Motto: „Der Meister muss aufsteigen.“

KSV Hessen Kassel gegen Eintracht Trier

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.