Am Samstag im Auestadion, am 19. März in Baunatal 

Hessenliga-Spitzenreiter unter der Lupe: FC Gießen kommt zweimal nach Nordhessen

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Sehen sich Samstag wieder: Gießens Christopher Schadeberg (links) und Sebastian Schmeer. 

Der souveräne Tabellenführer der Fußball-Hessenliga, er ist in den nächsten anderthalb Wochen gleich zweimal in der Region: Am Samstag (14 Uhr) kämpft der KSV Hessen im Auestadion um Ligapunkte.

Am Dienstag, 19. März, will der KSV Baunatal mit einem Heimsieg gegen die Mittelhessen ins Finale des Hessenpokals einziehen. Grund genug also, die Gießener einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.

Die bisherige Saison: Der FC Gießen, der erst vor der Saison aus SC Teutonia Watzenborn-Steinberg und VfB 1900 Gießen entstand, spielt eine bisher herausragende Saison. Zehn Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten belegen das. Teilweise führen die Gießener die Gegner vor, treffen im Schnitt 3,4 mal pro Partie. Schon fünfmal gewann Gießen mit mindestens fünf Treffern Differenz.

Führungsfigur Michael Fink sagte in der Winterpause: „Wir haben uns so eine gute Ausgangsposition erarbeitet, wir wären schön blöd, wenn wir das jetzt leichtfertig herschenken.“ Im Waldstadion gab’s in elf Partien elf Siege. „Das zeigt, dass sich das Team dort sehr wohl fühlt“, erklärte Trainer Daniyel Cimen.

Gegen Bad Vilbel führte man am letzten Wochenende nach 15 Minuten bereits 2:0, der Gegner sah zudem Rot. „75 Minuten in Unterzahl bei 0:2-Rückstand, das ist für jede Mannschaft schwer. Dann haben wir die Qualität, um hohe Ergebnisse einzufahren“, begründete Cimen den nächsten 7:0-Kantersieg. Ende Februar verpatzte der FC den Start nach der Winterpause überraschend, verlor mit 1:2 in Ginsheim.

Wenn der Spitzenreiter in dieser Saison zu schlagen ist, dann, wenn er im fremden Stadion auflaufen muss: In elf Spielen gab’s zwei Remis und zwei Niederlagen.

Die Stars: Jemanden aus dieser hochkarätigen Hessenliga-Mannschaft herauszuheben, würde den anderen nicht gerecht werden. Und trotzdem nimmt der mittlerweile 37-jährige Michael Fink im defensiven Mittelfeld eine besondere Rolle ein. „Er ist der Schlüssel“, weiß Trainer Cimen. Der Ex-Profi, der unter anderem für Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt auflief, wurde vor der Saison reaktiviert, macht die Räume zu und schaltet sich mit klugen Pässen in die Offensive ein. Diese ragt rein optisch heraus, besonders treffsicher waren in dieser Saison bisher Damjan Marceta (16 Tore) und Cem Kara (13 Tore). Bei ruhenden Bällen ist Gießen äußerst gefährlich. In der Winterpause verstärkte sich der FC mit den regionalligaerfahrenen Akteuren Erdinc Solak (Stadtallendorf, Stürmer) und Frederic Löhe (TSV Steinbach, Torhüter).

Die großen Ambitionen: Häufiger wird an der Lahn mit der dritten Liga kokettiert. „Sie ist mein Traum“, sagt FC-Geschäftsführer Jörg Fischer. Ex-Profi Fink sagte in der Winterpause: „In der Regionalliga sollte für den FC Gießen nicht Schluss sein. Im Stadion wird sich im Sommer im Fall des Aufstiegs etwas tun, die Sponsorenanzahl hat sich seit der Gründung um 50 bis 60 Prozent erhöht.“ Die Zahlen unterstreichen die Fußball-Euphorie: Im Schnitt kamen rund 2000 Zuschauer zu den Heimspielen ins Waldstadion. Der Etat ist für Hessenliga-Verhältnisse rekordverdächtig: 1,2 Millionen Euro fließen in dieser Saison in die erste Mannschaft, insgesamt plant der FC Gießen aktuell mit einem Gesamtvolumen von 1,8 Millionen Euro.

So geht der FC Gießen in die Partie: Zwar fehlt dem Spitzenreiter mit Oliver Laux, Markus Müller und Vaclav Koutny ein potenzielles Startelf-Trio, der große Kader kann das aber auffangen. Trainer Cimen rechnet mit einer Regionalliga-Kulisse: „Wir müssen die Ruhe bewahren.“ Cimen weiß um die Stärke der Nordhessen, rechnet mit einer engen Partie, wie im Hinspiel, als Gießen 3:1 gewann.

Spieltag und Tabelle in der Hessenliga

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