Stendera verletzt sich

Hinten zu Null, vorn zwei Tore: Abwehrspieler treffen beim 2:0-Erfolg des KSV Hessen gegen Schott Mainz

Hendrik Starostzik.
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Die Faust geballt: KSV-Verteidiger Hendrik Starostzik traf gegen Schott Mainz zum 2:0.

Die Mainzer Festspielwoche ist perfekt. Dem 3:1-Sieg bei der Reserve des Bundesligisten ließ der KSV Hessen Kassel im Auestadion ein 2:0 (0:0) gegen den TSV Schott folgen.

Kassel – Macht zusammen sechs wichtige Punkte gegen die beiden Mainzer Klubs. 1478 Zuschauer brauchten dieses Mal allerdings etwas Geduld, bis der Sieg unter Dach und Fach war. Doch nach einer schwachen ersten Hälfte steigerten sich die Gastgeber nach der Pause. Und hatten zwei Abwehrspieler in ihren Reihen, die nicht nur hinten die Null hielten, sondern vorn auch noch erfolgreich waren.

Bis zur Halbzeit war es wie so oft, wenn der KSV einen Gegner aus den Tiefen der Tabelle empfängt, eine zähe Angelegenheit. Anders gesagt: Den Löwen fiel erst einmal gar nichts ein. Ein Kopfball von Moritz Flotho nach Ecke von Nael Najjar in der 8. Minute war lange Zeit die einzige erwähnenswerte Offensivaktion.

Nach diesem Schema – Najjar bereitet vor, Flotho schließt ab – hatten die Löwen vor einer Woche in Mainz ja zwei Tore erzielt. Auch die Startaufstellung war identisch mit der beim überraschenden Sieg bei den 05ern. Ansonsten aber erinnerte vieles fatal an das 0:2 im letzten Heimspiel gegen Walldorf. Die Gäste waren jedenfalls nicht nur überlegen, sie hatten in der ersten Hälfte auch die besseren Chancen – die größte bereits in der 3. Minute, als Sebastian Schmitt plötzlich frei zum Schuss kam, Nicolas Gröteke den Ball aber zur Ecke abwehrte.

Die zweite Hälfte begann dann mit einem Paukenschlag. Und für den sorgte dann doch der KSV. Über den rechten Flügel kommend schlug Jon Mogge eine Flanke in den Strafraum, die die Gäste klärten. Aber der Ball landet auf der anderen Seite bei Alexander Mißbach. Der Außenverteidiger fackelte nicht lang, zog aus 25 Metern direkt ab – und schlenzte das Leder unhaltbar in die lange Ecke. Ein richtig schöner Treffer zum 1:0. Nach dem Spiel ging KSV-Kapitän Frederic Brill am Torschützen vorbei und rief: „Das hat er im Training geübt.“ Stimmt das? „Nicht explizit. Aber ich schieße im Training immer auf die lange Ecke, eigentlich flach“, sagte Mißbach. Nachdem der 28-Jährige zuletzt angeschlagen länger ausfiel, sei er einfach froh, spielen zu können. „Ob ich ein Tor schieße oder nicht, ist mir völlig egal. Wichtig sind die drei Punkte und zu Null gespielt zu haben“, befand er.

Die Führung kam etwas aus dem Nichts. Aber die Löwen verdienten sie sich in der Folge. Und nicht nur das, sie bauten sie aus. Der KSV bekam einen Freistoß, den Najjar aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum schlug. Flotho flog heran, erreichte den Ball aber nicht. Hinter ihm aber stand Hendrik Starostzik. Der Innenverteidiger hatte keine Mühe, die Kugel zum 2:0 über die Linie zu schieben. Und er markierte nach Linksverteidiger Mißbach so als zweiter Abwehrspieler ein Tor an diesem Tag. Ein perfekter Auftritt also? „In der ersten Halbzeit war gar nichts perfekt. Wir haben die zweiten Bälle nicht geholt, hätten in Rückstand gehen können. Mannschaften mit mehr Qualität bestrafen das“, war Starostziks ziemlich ehrliche Aussage. Dennoch: Das zu Null mache ihn stolz. Immerhin stellen die Löwen die fünftbeste Abwehr der Liga.

Am Ende war es kein berauschender Sieg, aber eben der zweite Erfolg in der Mainzer Woche für den KSV.

Rund ums Spiel

Ein Schock, eine Rückkehr und einige Alliterationen

Eine offenbar schwere Verletzung, eine Rückkehr und ein Wechsel für Germanisten – rund um das Spiel des KSV Hessen gegen Schott Mainz.

Schock für Stendera

Es war eine ganz unglückliche Situation, die sich da kurz vor Ende des Spiels im Auestadion ereignete. Der eingewechselte Nils Stendera ging energisch in einen Zweikampf, der auch prompt abgepfiffen wurde. Freistoß für die Gäste. Am Boden liegen aber blieb Stendera. Der Mittelfeldspieler hatte sich bei einer Grätsche das Knie verdreht, schnell kam das Zeichen, dass es für ihn nicht weitergeht. Es ging dann nach dem Spiel direkt weiter ins Krankenhaus. Stendera selbst vermutete, dass er sich am Meniskus oder Innenband verletzt haben könnte.

Rückkehr der Fans

Seit Samstag ist der Block 30 wieder die Stimmungszone des Auestadions. Grund: Eine große Gruppe Anhänger des Blocks 30 ist an ihren angestammten Platz zurückgekehrt. In der bisherigen Saison hatten sie sich meist im benachbarten Block 31 auf der Osttribüne postiert und die Mannschaft von dort aus unterstützt. Grund waren Unstimmigkeiten über die Auflagen auf den Stehplätzen, die einen gewohnten Support nicht ermöglichen würden. Der Wunsch der Fans, wie zu Beginn der vorherigen Saison auf die Nordtribüne zu wechseln, scheiterte. Nun haben Anhänger und Verein aber wohl einen Weg gefunden, der für beide Seiten akzeptabel ist. Die gewohnte Unterstützung schadete den Spielern jedenfalls nicht.

Wechsel für Schüler

In der 67. Minute kam die Zeit der ersten Wechsel bei den Gastgebern. Und wir sagen jetzt mal: Das hat Trainer Tobias sich fein ausgedacht. Weil sein zweifacher Wechsel natürlich sportlichen neuen Schwung bringen sollte. Aber weil er nebenbei auch Germanisten und aufmerksamen Schülern Freude machte. Denn es gingen Feigenspan und Flotho. Und es kamen? Natürlich Durna und Döringer. Wir nennen diesen Doppelwechsel dann auch Alliterations-Austausch. Der Trainer monierte hinterher das Verhalten im Zweikampf und bei zweiten Bällen in den ersten 35 Minuten. Und ganz ehrlich: Da hat er sich doch etwas bei gedacht. (Von Frank Ziemke und Maximilian Bülau)

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