0:1 in Homburg: KSV Hessen verliert ein typisches Remis

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Ärger über die Gelbe Karte: Kassels Sergej Schmik im Spiel gegen den FC Homburg, nachdem er seine fünfte Verwarnung kassiert hat. Damit fällt der Verteidiger gegen Steinbach aus.

Kassel. Nach der ärgerlichen wie unnötigen 0:1-Niederlage gegen den FC Homburg vom Freitagabend sieht Tobias Cramer, Trainer des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, Parallelen zur Bundesliga.

„Mit zwei, drei Siegen bist du oben dran. Mit zwei, drei Niederlagen aber genauso schnell wieder mitten im Abstiegskampf“, sagt Cramer.

Und der 42-Jährige bleibt der ewige Mahner auf Seiten der Löwen: „Wir haben immer noch viel Arbeit vor uns, um sicher zu sein. Alles andere wäre blauäugig. Von daher ist die Niederlage vielleicht gar nicht so schlecht. Jetzt sind alle wieder geerdet.“ Dass der KSV am Ende zum achten Mal in Folge ohne Sieg gegen die Homburger blieb, hing auch mit einem zusammen, der schon beim 2:0-Sieg am vergangenen Wochenende gegen die Reserve von Kaiserslautern im Mittelpunkt stand: Sebastian Schmeer.

Der Stürmer vergab in der 75. Minute die große Chance zum 1:0 per Elfmeter - und damit auch die Chance auf drei Auswärtspunkte. „Dann hätte es Homburg schwer gehabt. Wir hätten sie mental gebrochen“, ist sich Cramer sicher. Insofern sei die Niederlage schon sehr ärgerlich. Der Trainer weiß aber auch: „Es lief schon oft andersrum in dieser Saison. Da haben wir viele Spiele kurz vor Schluss für uns entschieden. Insofern mache ich niemandem einen Vorwurf.“

Für Schmeer war es der zweite Strafstoß in Serie, der nicht den Weg ins Tor fand. Bereits gegen Kaiserslautern II hatte er vom Punkt vergeben. Gibt es also das nächste Mal einen neuen Schützen? „Das muss die Mannschaft selbst wissen. Wir haben genug gestandene Spieler“, sagt Cramer. Und er zieht in diesem Zusammenhang einen weiteren Vergleich zur Bundesliga: „Wenn man sich Leverkusen ansieht - da haben in dieser Saison schon vier verschiedene Schützen nicht getroffen. Das Problem haben wir nicht.“

Sorgen macht sich Cramer auch nicht wegen der zwei gesperrten Spieler - Sergej Schmik und Frederic Brill müssen am kommenden Freitag jeweils nach der fünften Gelben Karte zuschauen. „Ich bin froh, dass sie da ausfallen und nicht in den Wochen danach gegen Hoffenheim II und Ulm. Diese Partien werden wichtiger für uns.“ Zudem steht Marco Dawid wieder bereit, hinter Tim Brandner nach seiner verletzungsbedingten Auswechslung allerdings ein Fragezeichen.

Für den Trainer war die Partie in Homburg ein „typisches Unentschieden-Spiel“, eine Punkteteilung wäre gerecht gewesen. „Mit einem Sieg oder Unentschieden hätten wir noch mehr Ruhe in unser Umfeld bringen können. Wir wollen natürlich so früh wie möglich für die kommende Saison planen können.“

Bei Platz sieben und 40 Punkten hören sich Cramers Warnungen dramatischer an, als die Situation ist. Mit seiner Bodenständigkeit hat er aber einigen Bundesliga-Trainern etwas voraus - um im Vergleich zu bleiben. Den Spielplan für die Saison 2016/2017 entnehmen Sie einem separaten Artikel.

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