Nach enttäuschendem 2:2 gegen Balingen

KSV-Trainer Tobias Damm vor Auswärtsspiel gegen Steinbach am Samstag: „Ich bin kein Freund von Straftraining“

Kevin Nennhuber.
+
Fällt aus: Kevin Nennhuber.

Vergangenen Samstag war Tobias Damm richtig sauer. Der Trainer des KSV Hessen Kassel wurde erst im Kreis mit seinen Spielern laut.

Kassel – Dann fand er auch während der Pressekonferenz deutliche Worte. Wer die Partie gegen die TSG Balingen in der Fußball-Regionalliga Südwest nicht gesehen hatte, wäre wohl zu dem Schluss gekommen, dass die Löwen gerade eine deutliche Niederlage haben einstecken müssen. Doch das Spiel endete 2:2.

Das Remis war aus Sicht des KSV aber viel zu wenig, enttäuschend. Weil der Gegner von Beginn an sehr passiv auftrat. Und weil die Löwen gegen diese mit Mann und Maus verteidigende Mannschaft bereits 2:0 zur Pause führten. Die Aufgabe schien gelöst. Doch der Leistungsabfall in Hälfte zwei kostete zwei Punkte – und machte Damm eben richtig sauer.

Der Ärger war gestern etwas verflogen. „Wir haben kein härteres Training gemacht. Ich bin kein Freund von Straftraining“, sagt Damm. Von einem Spannungsabfall will der 37-Jährige nichts wissen. „Die Luft ist nicht raus. Bayerns Thomas Müller hat nach dem 6:0 gegen Gladbach – obwohl die Meisterschaft bereits feststand – etwas Gutes gesagt. Es geht in jedem einzelnen Spiel nicht um Titel, sondern darum, gewinnen zu wollen. Das hat mir bei uns gefehlt“, sagt der Trainer.

Auch wenn die Oberligisten gerade juristisch gegen die Regelung der Regionalliga vorgehen, dass es keine Aufsteiger gibt und dadurch nur zwei Absteiger, geht Damm davon aus, dass nun am Ende nicht plötzlich doch sechs Teams die Liga verlassen müssen. „Wenn die Oberligisten Erfolg haben, dann gibt es im kommenden Jahr vielleicht eine Liga mit 26 Mannschaften und zwei Staffeln“, sagt er. Aber genau das ist vielleicht auch der Knackpunkt beim KSV. Denn seit der Klassenerhalt feststeht, sind die Löwen nicht mehr so bissig wie vorher. Für die KSV-Spieler galt bislang: Moral, Einsatz, Kampf und Wille sind der große Trumpf. Ohne ein großes Ziel vor Augen zu haben, schwindet diese Qualität, weil sie schlichtweg weniger notwendig ist.

Am Samstag wird aber eine konzentrierte Leistung notwendig sein, wollen die Löwen beim Auswärtsspiel gegen den Tabellenvierten TSV Steinbach eine Chance haben. Zuletzt gab es im Hessenpokal ein deutliches 0:3 gegen diesen Gegner. Trainer Damm muss auf Abwehrchef Kevin Nennhuber verzichten, der sich erneut am Fuß verletzt hat. Auch Ingmar Merle wird nicht dabei sein, da der Cut am Auge aus der Partie gegen Hoffenheim ihn noch beeinträchtigt. Am Samstag fällt auch die Entscheidung über das Tor des Monats April – da darf Merle nicht fehlen. (Maximilian Bülau)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.