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Im Abwärtsstrudel: KSV Hessen nach 0:3 in Aalen weiter siegloses Schlusslicht

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Von: Maximilian Bülau

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Ein Strudel im Meer.
Wenn der Strudel einen nach unten zieht: Dieses Bild steht symbolisch für die aktuelle Situation des KSV Hessen Kassel. © Imago/Ikon Images

Wer in einen Abwärtsstrudel gerät, der weiß, wie schwer es ist, sich wieder ans Ufer zu retten. Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel – um im Bild zu bleiben – befindet sich derzeit am oberen Rand eines solchen Strudels.

Kassel – Und umso tiefer dieser einen nach unten zieht, desto härter wird der Weg zurück an die Oberfläche. Nach dem 0:3 (0:1) der Löwen am Freitag beim VfR Aalen heißt es weiterhin: kein Sieg in der aktuellen Saison, Schlusslicht der Liga.

Nun ist es so, dass sicher nicht alles schlecht ist beim KSV – auch wenn nur zwei Punkte aus fünf Partien dafür sprechen könnten. Zumal alle bisherigen Gegner am Ende der vergangenen Spielzeit hinter dem KSV standen oder erst aufgestiegen sind. Doch auch diese Partie in Aalen war der beste Beweis dafür, dass einiges funktioniert – Entscheidendes aber nicht.

Beim Fußball entscheiden schließlich die Tore. Und davon haben die Löwen eben in dieser Saison erst drei geschossen. Bis zum Strafraum sah das, was der KSV da in Aalen fabrizierte, häufig noch sehr gut aus. Die Heimmannschaft zeigte, um ehrlich zu sein, keine gute Leistung, ließ vor allem im Mittelfeld viel Platz. Doch die wenigen guten Chancen blieben beim KSV ungenutzt. Noah Jones vergab dreimal aus guten Positionen und wurde zu allem Überfluss auch noch angeschlagen ausgewechselt. Trainer Tobias Damm sprach am Sonntag von einer Zerrung oder einem Krampf. Jedenfalls sei die Wade verhärtet. Irgendwie symptomatisch, dass der 20-Jährige nach einem eigenen Torschuss ausgewechselt werden musste.

Damm selbst sieht die Situation – noch – nicht allzu negativ. Auch wenn er sagt: „Die Stimmung beim Training am Tag nach der Pleite war natürlich im Keller. Jeder fragt sich: Wie konnten wir dieses Spiel verlieren? Aber ich weiß, dass wir uns am Montag wieder treffen und die Stimmung dann auch wieder bei allen gut sein wird.“

Es sind die ungenutzten Möglichkeiten, die Abschlussschwäche nach guten Kombinationen vor dem gegnerischen Tor, die aus einem guten Auswärtsspiel ein 0:3 in Aalen machen. Vom Gefühl her war es so: Wäre am Freitag der Ausgleich nach dem 0:1 durch Stefan Wächter (7.), der Anschluss nach dem 0:2 durch Sean Seitz (67.) gefallen, es wäre ein Punkt und mehr für den KSV drin gewesen. Weil dann – wie schon häufiger erlebt – ein Ruck durch diese mental eigentlich starke Mannschaft gegangen wäre. Doch stattdessen scheiterte der eingewechselte Marco Dawid mit einem Kopfball aus kurzer Distanz am überragenden Aalener Torhüter Michel Witte, von dem aus der Ball an die Latte und dann wieder zu ihm zurücksprang. Und ebenfalls symptomatisch: In der Nachspielzeit wollte Maurice Springfeld eine Flanke zu Nicolas Gröteke zurückköpfen, der war aber herausgekommen. Das Ergebnis: 0:3, Eigentor (90.+2).

All das, was in der so starken vergangenen Saison geklappt hat, funktioniert auf einmal nicht mehr. Das Spielglück ist irgendwann zwischen dem 14. Mai und 7. August verlorengegangen. Dazu kommen viele Verletzungen und eine Defensive, die vor Kurzem noch das Prunkstück war, nun aber vor allem nach Standards – wie beim 0:1 gegen Koblenz und nun beim 0:1 gegen Aalen – Schwächen zeigt. Gut vorstellbar, dass die Löwen in der Vorsaison zumindest ein 0:0 aus Aalen mitgenommen hätten – auch wenn es vorn nicht klappt.

Trainer Damm sieht Widerstände, mit denen er und seine Spieler nun aber gut umgehen müssten. Durch kleine Erfolgserlebnisse im Training müsse das Spielglück zurückerarbeitet werden. „Es ist derzeit eine Phase, die gegen uns läuft“, sagt er. Zu diesen Widerständen gehört zum Beispiel auch, dass das eigene Spiel sehr rechtslastig, auf Nael Najjar ausgelegt ist. Doch dessen einst so gefährliche Flanken finden momentan keinen Mitspieler.

Es sind viele Dinge, die gerade nicht funktionieren. Wenn das alles an einem Zeitpunkt zusammenkommt, dann bringt das eine Mannschaft an den Rand eines Abwärtsstrudels. Um gar nicht erst tiefer zu sinken, muss der erste Sieg her. Am kommenden Samstag zuhause gegen Balingen. Denn dann folgt eine Englische Woche mit Partien in Homburg (Dienstag) und gegen Fulda (Freitag), anschließend das Derby gegen Offenbach. Gute Chancen, um sich freizuschwimmen. Aber auch ein Risiko, im Strudel unterzugehen. (Maximilian Bülau)

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