A-Junioren-Fußballer des KSV

Nachwuchs des KSV Hessen Kassel im Konzert der Großen in der Bundesliga

Christian Andrecht trainiert die A-Junioren des KSV Hessen Kassel
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KSV-Trainer Christian Andrecht

Mit einem 2:1-Sieg in der letzten Minute der Verlängerung hat die U 19 des KSV Hessen gegen Elversberg den Aufstieg in die Junioren-Bundesliga geschafft. Fragen und Antworten dazu.

Kassel ‒ „Das ist ein großartiger Erfolg für den Verein und seine ausgezeichnete Nachwuchsarbeit sowie natürlich beste Werbung für unsere Sportstadt Kassel.“ Worte von Oberbürgermeister Christian Geselle, der den A-Junioren-Fußballern des KSV Hessen zum Bundesliga-Aufstieg gratulierte. Nach dem 2:1 im Rückspiel bei der SV Elversberg klären wir in Fragen und Antworten, wie es für die Junglöwen weitergeht.

Wie hat der KSV Hessen den Aufstieg in die A-Junioren-Bundesliga noch gefeiert?
„Erst das Tor in der 120. Minute, dann unsere Rettungstat auf der Linie – ich musste mich erstmal hinsetzen, um das alles zu verarbeiten“, sagte KSV-Trainer Christian Andrecht. Nach der Feier mit den mitgereisten Fans gab es dann erstmal Pizza für alle. „Mit dem Bus haben wir die erste Tankstelle angesteuert , um uns für die Heimfahrt zu verpflegen. Und diese Heimfahrt war eine einzige Party“, sagte Andrecht. Gegen 20.15 Uhr war der Tross am Sonntagabend wieder in Kassel, danach setzten sich Spieler, Trainer und Betreuer noch im Düsseldorfer Hof zusammen.
Wann hat es Vergleichbares schon einmal in der Region gegeben?
Vor 25 Jahren schaffte die A-Jugend des FC Hessen Kassel den Sprung in die neugeschaffene höchste Jugend-Spielklasse, die Regionalliga Süd. Damals gelang mit Trainer Achim Stey in der entscheidenden Partie ebenfalls ein 2:1-Sieg – beim SV Darmstadt 98. Zur Qualifikation reichte der dritte Platz in der Landesliga. Torschützen waren Ivan Susilovic und Sascha Lackner. Erste heimische Mannschaft in der neu gegründeten Bundesliga waren in der Saison 2003/2004 die A-Junioren des KSV Baunatal. In die Regionalliga schafften es auch die B-Junioren des KSV Hessen (2001/2002), die Baunataler B-Junioren (2002/2003) sowie die C-Junioren des OSC Vellmar (2010/2011).
Welche Staffeln gibt es eigentlich in der A-Junioren-Bundesliga?
Die höchste Spielklasse geht mit drei Staffeln an den Start. Im Bereich Nord/Nordost sind 18 Mannschaften dabei, Aufsteiger ist der FC Hansa Rostock. Der Westen schickt 17 Teams ins Rennen, Aufsteiger gibt es hier keine. In die Staffel Süd/Südwest sind neben dem KSV Hessen noch die Stuttgarter Kickers und Unterhaching aufgestiegen. Mit 21 Mannschaften ist die Gruppe Süd/Südwest am stärksten besetzt.
Wie sieht der Modus aus?
Aktuell ist vorgesehen, dass der Tabellenerste der Liga automatisch für die Endrunde um die Deutsche Meisterschaft qualifiziert ist und sieben Mannschaften absteigen. Claus Schäfer, Nachwuchskoordinator bei den Löwen, kann sich allerdings vorstellen, dass das Modell noch einmal modifiziert wird: „Ähnlich wie in der Fußball-Hessenliga der Senioren ist auch eine Einteilung in zwei Gruppen denkbar. Denn 40 Spiele pro Team wären schon brutal.“ Sollte die Auswahl der Vereine wie erwartet nach regionalen Gesichtspunkten erfolgen, würde der KSV den ganz dicken Brocken erstmal aus dem Weg gehen. Geplanter Start ist am 14. August.
Auf welche Teams darf sich der KSV freuen?
Mit dem VfB Stuttgart, dem FSV Mainz 05, Bayern München, der TSG Hoffenheim, Greuther Fürth, dem SC Freiburg, Eintracht Frankfurt und dem FC Augsburg sind allein acht Jugend-Mannschaften von Bundesligisten vertreten. Hinzu kommen Duelle gegen die Rivalen aus Offenbach und Darmstadt.
Welche Vorgaben gibt es in der Bundesliga?
„Ähnlich wie bei unserer Regionalliga-Mannschaft werden auch wir Auflagen erfüllen müssen. Zwar sind wir nicht gezwungen, unsere Heimspiele im Auestadion auszutragen, wir werden es aber ins Auge fassen, um dem Ganzen Rechnung zu tragen“, sagt Schäfer, der hofft, durch den Aufstieg vielleicht noch den einen oder anderen starken Spieler aus der erweiterten Region verpflichten zu können. Auch finanziell wird es für den KSV eine Herausforderung. „Das Spiel in Elversberg hat um 11 Uhr angefangen. Mit Bus und Hotel sind es dann schnell 3000 Euro, die eine solche Auswärtsfahrt kostet“, erklärt der Nachwuchskoordninator.
Wie sieht das Gesicht des KSV Hessen in der Bundesliga-Saison aus?
Auf Trainer Andrecht, der künftig die U23 der Löwen betreuen wird, folgt Alfons Noja. Ungefähr die Hälfte des Kaders wird dem neuen Coach auch in der Bundesliga zur Verfügung stehen, die andere Hälfte wechselt in den Seniorenbereich des KSV oder zu einem anderen Verein. „Ich werde ja mit ein paar von den Jungs weiterarbeiten, deshalb ist nicht so viel Wehmut dabei. Ich habe mich entschieden, den nächsten Schritt zu gehen und möchte jetzt Spieler für die erste Mannschaft aufbauen“, sagt Andrecht. (Torsten Kohlhaase und Horst Schmidt)

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