Samstag ab 14 Uhr im Stadion Oberwerth

In Koblenz einmal der Sheriff sein: Der KSV Hessen ist der Robin Hood der Regionalliga

Kevin Costner als Robin Hood.
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Eine der bekanntesten Verfilmungen: Kevin Costner in der Rolle des Robin Hood in „Robin Hood – König der Diebe“ aus dem Jahr 1991.

Nimm es den Reichen, gib es den Armen – unter diesem Motto macht Robin Hood auch heute noch den Sherwood Forest unsicher, wenn mal wieder eine neue Verfilmung der Heldengeschichte anläuft.

Kassel – Der Inhalt ist hinlänglich bekannt. Ein Mann, der sich für die Schwachen einsetzt und dabei Geld von den Gutbetuchten erbeutet. Auch Jens Rose, Vorstand des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, kennt Robin Hood.

Der 60-Jährige sagte zuletzt: „Wir sind der Robin Hood der Regionalliga. Wir holen Punkte gegen die Teams von oben und lassen sie den Mannschaften, die unten stehen.“

Das ist natürlich sympathisch – so wie auch Robin Hood. Aber natürlich nicht gerade der Königsweg im Abstiegskampf. Und natürlich sagte Rose das nicht besonders stolz, sondern eher mit etwas Galgenhumor zur aktuellen Situation der Löwen. Die hatten in der vergangenen Woche erst auswärts in Homburg gewonnen – drei Tage später beim Drittletzten Schott Mainz aber verloren. Doch an diesem Wochenende muss für den KSV gelten: In Koblenz einmal der Sheriff sein!

Morgen steht die nächste Partie für die Löwen an. Und der Gegner ist einer aus dem direkten Tabellenumfeld der Löwen – Rot-Weiß Koblenz. Die Rheinland-Pfälzer haben einen Punkt mehr auf dem Konto und das Nachholspiel gegen den Tabellenletzten Stadtallendorf noch in der Hinterhand. Der Sheriff von Nottingham ist in der Geschichte von Robin Hood ja der ungeliebte Gegenpart. Derjenige, der es den Armen nimmt. Und auch wenn es vielleicht weniger sympathisch ist, aber der KSV benötigt diese Punkte gegen einen direkten Gegner im Abstiegskampf unbedingt. Er muss also der Sheriff sein.

KSV-Trainer Tobias Damm hält freilich nichts von den Robin-Hood-Vergleichen. „Wir haben kein Mitleid. Gegen kein Team“, sagt er. Dass in den Worten von Jens Rose aber etwas Wahrheit steckt, ist nicht von der Hand zu weisen. Von den 32 Punkten, die die Löwen auf dem Konto haben, holten sie mehr gegen Teams aus der oberen Tabellenhälfte (17). Woran das liegt? „Wenn ich wüsste, warum wir uns gegen Mannschaften von unten so schwertun, dann hätten wir das schon abgestellt“, sagt Damm. Der 37-Jährige begründet es vor allem mit der Konzentration. „Egal, gegen wen, die müssen wir hochhalten. Gegen Pirmasens und Schott Mainz zuletzt sind uns zum Beispiel viele individuelle Fehler unterlaufen. In Homburg war die Konzentration dagegen enorm hoch“, sagt er. Und Damm fügt an: „Du darfst gegen die direkten Konkurrenten auswärts einfach nicht verlieren. Da musst du mindestens einen Punkt mitnehmen.“

Die Partie in Koblenz ist für den Trainer noch nicht entscheidend, aber richtungsweisend. Er hat Hoffnung, dass Abwehrchef Kevin Nennhuber morgen ab 14 Uhr im Stadion Oberwerth dabei sein kann. Ausfallen werden dagegen die Verletzten Marco Dawid, Pascal Maiwald und Tim Brandner. Brian Schwechel ist zudem beruflich verhindert. Bei Koblenz fehlt Toptorjäger Valdrin Mustafa (zwölf Treffer) gelbgesperrt. Will der KSV morgen einmal Sheriff sein, darf er darauf keine Rücksicht nehmen. (Maximilian Bülau)

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