Nach seiner Berufung in den KSV-Vorstand

Interview: Jens Rose über Perspektiven und Personalien beim KSV Hessen

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Sie stehen für die Zukunft des KSV Hessen: Jens Rose wurde in den Vorstand der Löwen berufen, der neue Oberbürgermeister Christian Geselle nimmt einen Platz im Aufsichtsrat ein.

Kassel. Nach dreieinhalb Jahren Abstinenz ist er wieder zurück beim KSV: Jens Rose. Der langjährige Vorsitzende der Löwen wurde am Dienstagabend vom neu gewählten Aufsichtsrat als erstes Vorstandsmitglied berufen.

Wir haben mit dem 56-Jährigen über die Mitgliederversammlung, seine kommenden Aufgaben und mögliche weitere Personalien an seiner Seite gesprochen.

Herr Rose, wie war Ihre Gefühlslage nach der Berufung in den Vorstand?

Jens Rose: Ich weiß, dass es eine schwierige Aufgabe wird und dass in den nächsten Wochen eine ganze Menge Arbeit vor mir liegt. Deshalb fiel meine Reaktion etwas zurückhaltender aus, und ich habe mich auch dazu entschieden, keine Rede am Abend der Mitgliederversammlung zu halten.

Warum nicht?

Rose: Ich habe mir gesagt, dass ich mir erst mal alles anschauen will. Ich kann den Leuten nichts versprechen, wenn man die komplette Situation nicht kennt. Zudem bin ich kein Einzelkämpfer, sondern Teil eines neuen Teams, das nun sehr viele Gespräche miteinander führen wird.

Was sind denn die nächsten Aufgaben?

Rose: Wichtig ist zunächst, allen das Wir-Gefühl zurückzugeben. Dann müssen wir schauen, wo wir weiter einsparen können. Wenn ich die Zahlen von der Mitgliederversammlung zurate ziehe, dann darf unser Etat für die nächste Saison, um auf der sicheren Seite zu sein, nicht mehr als 1,2 Millionen Euro betragen. Viel mehr wird der Aufsichtsrat auch nicht genehmigen. Und das sind dann substanzielle Einschnitte, die jeder mittragen muss. Es ist momentan eine Operation am offenen Herzen.

Ohne einen neuen Hauptsponsor wird auch das schwierig werden. Wie sieht da die Perspektive aus?

Rose: Derzeit gibt es einfach zu viele verschiedene Richtungen und Strömungen. Das Wichtigste ist erst mal, Ruhe in den Verein zu bekommen und aus dem KSV wieder eine Familie zu machen. Mit neuem Vertrauen und einer entsprechenden Außenwirkung könnten wir dann auch wieder Sponsoren ins Boot holen. Die sind vor allem nötig, um in eine Planinsolvenz zu gehen und den Verein sowie den Spielbetrieb am Leben zu erhalten.

Hauptversammlung des KSV

 © HNA/Hedler
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Gibt es schon Signale von möglichen Unterstützern?

Rose: Erste positive Reaktionen habe ich schon bekommen. Aber wir müssen eben schauen, inwieweit die Leute wirklich daran interessiert sind, dem KSV zu helfen. Zudem wollen wir versuchen, das Sponsoring breiter aufzustellen, um nicht so sehr von einem großen Hauptsponsor abhängig zu sein.

Apropos helfen: Wer wird Ihnen denn im Vorstand zur Seite stehen?

Rose: Da sind wir noch in Gesprächen, weil wir auch die berufliche Situation der einzelnen Kandidaten mit einbeziehen müssen. Aber ich denke, dass es da bereits in den nächsten Tagen Klarheit gibt.

Mit Ex-Trainer Matthias Hamann wurde ja ein Name im Vorfeld sehr kontrovers diskutiert. Ist er ein Kandidat?

Rose: Matthias Hamann kennt den internationalen Fußball und ist für uns sehr wichtig. Er wird den Verein unterstützen, aber zunächst in kein Amt rücken.

Ein großes Thema während der Mitgliederversammlung war Transparenz. Wie bekommt man das künftig hin?

Rose: Ich hoffe, dass wir während der nächsten außerordentlichen Mitgliederversammlung sämtliche Zahlen präsentieren und gleichzeitig den Plan für die nächste Saison vorlegen können. Wir wollen auch die Fans deutlich mehr in die Vereinsarbeit einbeziehen.

Dirk Lassen und Wolfgang Linnenbrink sind ihre Vorstandsposten los. Wie sieht es mit den von den Fans sehr geschätzten Alexandra Berge und Daniel Bettermann aus?

Rose: Sie bleiben in ihrem Ressort, gehören aber nicht mehr dem Vorstand an. Alexandra Berge betreut weiter die Pressearbeit und arbeitet in der Geschäftsstelle, Daniel Bettermann unterstützt den Bereich Marketing.

Zur Person

Jens Rose (56), der in Kassel geboren wurde, war von 2002 bis 2013 mit einer Unterbrechung Vorsitzender des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Zuvor gehörte er vier Jahre dem Aufsichtsrat an. Der Unternehmer führt in dritter Generation den in Kassel ansässigen Familienbetrieb Gleisbau Rose. Rose ist geschieden, lebt aber in einer Beziehung. Er hat zwei Kinder, die beiden 14 Jahre alten Zwillinge Nastasia und Nicolai.

Lesen Sie dazu auch: 

- Kommentar zum KSV Hessen Kassel: Gegen das Ende

KSV nach der Hauptversammlung: Alle Fragen, alle Antworten

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