Vor dem Pokalspiel gegen Wehen Wiesbaden

Interview mit KSV-Vorstand Weikert: "Glaube an die Mannschaft"

Kassel. Es ist für die Löwen das wichtigste Spiel der Saison: Im Halbfinale des Hessenpokals empfängt Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel am Mittwoch (19 Uhr, Auestadion) den Drittligisten SV Wehen Wiesbaden mit dem früheren KSV-Trainer Christian Hock.

Leidenschaft Fußball: Der KSV-Vorsitzende Hans-Jochem Weikert freut sich auf das Pokalspiel gegen Wehen Wiesbaden. Foto: Fischer

Mit einem Erfolg stünde der Außenseiter dicht vor der Teilnahme an der Pokal-Hauptrunde – schließlich wartet im Finale mit dem VfB Gießen ein Verbandsligist als Gegner. Vor der Partie haben die Löwen mit drei Niederlagen am Stück allerdings keine Werbung betrieben. Wir sprachen mit dem Vorstandsvorsitzenden Hans-Jochem Weikert darüber, warum die Zuschauer am Mittwochabend trotzdem ins Auestadion kommen sollten.

Herr Weikert, der KSV leistete sich zuletzt drei Niederlagen gegen Teams aus dem hinteren Tabellendrittel. Wie weh haben diese Pleiten mit Blick auf den Saisonhöhepunkt getan?

Weikert: Mit Blick auf das Ereignis haben die schon sehr wehgetan. Mit Blick auf die Gesamtbilanz wirft es uns nicht um. Wir sind ja in dieser Saison nie von einem Platz unter den ersten drei ausgegangen. Es ging um Konsolidierung, finanziell wie sportlich.

Verzweifeln Sie nicht trotzdem, wenn der KSV sich wieder selbst im Weg steht, statt Werbung zu betreiben? 

Weikert: Die Jungs können doch Fußball spielen. Das haben sie bewiesen. Solche Rückschläge sind halt Folge von Unerfahrenheit.

Das Interesse am KSV ist generell eher gering in dieser Saison. Wie enttäuscht sind sie angesichts eines Schnitts von 1850 Zuschauern? 

Weikert: Das ist das, was mich am stärksten verärgert. Ich bin fest überzeugt, dass dass Interesse am KSV da ist. Seit meinem Amtsantritt werde ich, wo ich gehe und stehe, auf den KSV angesprochen. Und das ist fast durchweg positiv. Im Stadion merkt man das dann aber nicht. Wir sind damit auch nicht allein. Die MT-Handballer stehen im Europapokal-Viertelfinale. Und dann kommen nur 3000 Zuschauer. Das kann ich einfach nicht verstehen.

Was stimmt Sie vor dem Wehen-Spiel optimistisch, dass auch wieder andere Zeiten kommen? 

Weikert: Ich glaube an diese Mannschaft. Und ich glaube an den Verein. Auch in nicht einfachen Phasen war ich immer der Meinung: Wir sind auf einem guten Weg. Was uns fehlt, ist ein Zeichen. Ein Signal. Dass die Zuschauer mit den Füßen abstimmen und ins Stadion kommen. Gegen Mannheim gab es in der zweiten Halbzeit eine Phase, da ist die Unterstützung nicht nur aus der Kurve, sondern auch von der Tribüne gekommen. Solche Momente braucht unsere junge Mannschaft. So etwas wünsche ich mir auch gegen Wehen.

Gibt die Rückkehr von Ex-Trainer Christian Hock dem Spiel noch eine besondere Note? 

Weikert: Zumindest bringt es hoffentlich ein paar Zuschauer mehr ins Stadion, die sehen wollen, wie er sich entwickelt hat. Er wird sicher nicht mit Blumen empfangen werden. Wichtig ist aber vor allem, dass er mit einer Niederlage nach Hause fahren muss.

Gegen Regionalliga-Spitzenreiter Offenbach hat es ja bereits geklappt mit der Überraschung. Ist der Pokal in dieser Saison der wichtigste Wettbewerb für den Verein? 

Weikert: Auf jeden Fall. Ich rede hier nicht von einem Schicksalsspiel. Aber wenn wir das gewinnen – und der Sieg in Offenbach hat gezeigt, dass es möglich ist – dann wäre das ganz wichtig für uns.

Was würde ein Weiterkommen für die Löwen bedeuten? 

Weikert: Bei einem Finale gegen Verbandsligist Gießen gehe ich davon aus, dass wir die Hauptrunde erreichen würden. Das wäre ein großer Gewinn für unser Image. Und natürlich ebenso für unsere Finanzen. Wenn uns das gelänge, dann könnten wir vor der nächsten Saison hoffentlich mehr Geld akquirieren. Und dann sagen: Wir werden angreifen, denn wir wollen raus aus dieser Liga.

Wie sieht also Ihre Prognose für den Mittwoch aus? 

Weikert: Wir werden gegen Wehen ein gutes Spiel zeigen und gewinnen. Davon bin ich absolut überzeugt.

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