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Was ist denn da los? Israelischer Fußball-Zweitligist zu Gast in Kassel

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Von: Maximilian Bülau

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Jens Rose.
Er hat das Spiel initiiert: KSV-Vorstand Jens Rose. © Andreas Fischer

Wenn die Fußballer des Regionalligisten KSV Hessen Kassel morgen um 19 Uhr den Rasen des Auestadions betreten, dann ist der Gegner kein gewöhnlicher.

Kassel – Die Löwen treffen an diesem Abend auf den israelischen Zweitligisten Hapoel Nir Ramat HaSharon. Was ist denn da los?

Die Idee stammt von KSV-Vorstand Jens Rose. Er sagt: „Ein Stück weit ist das durch die documenta gekommen. Durch die Absage der Politiker, nach Kassel kommen zu wollen. Die Bevölkerung der Stadt wird in einem völlig falschen Licht dargestellt. Wir wollen ein Zeichen setzen und zeigen, dass die Menschen hier keine Vorbehalte hinsichtlich des Glaubens und der Kultur anderer haben.“ Denn – so Rose: Die Kasseler könnten nichts dafür, dass ein Bild aufgehängt wurde, bei dem sich hinterher herausstellt, dass es einen antisemitischen Inhalt hat. Und: „Wir haben zu wenig Kontakt zu Israel“, findet er.

Das war die Ausgangslage. Über seinen Kumpel Michael Roth, Ex-Trainer des Handball-Bundesligisten MT Melsungen, der mal als Trainer in Israel im Gespräch war, und Gabor Langhans, Ex-Spieler der MT, der für Hapoel Aschdod in Israel aktiv war, kam der Kontakt zustande. Der Kontakt zum israelischen Fußball-Zweitligisten Hapoel Nir Ramat HaSharon. „Wir haben telefoniert. Eigentlich ist das Team für ein Trainingslager im Sommer immer in Sofia. Es wurde dann alles umgebucht. Nun ist es in Kassel“, berichtet Rose.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kamen die Fußballer in Kassel an, werden morgen die Gedenkstätte Buchenwald besichtigen, bekommen eine Stadtführung. Und nebenbei spielen sie auch Fußball. Das Team trainiert auf der Anlage des KSV Hessen, schwitzt wie die Löwen dazu im Fitnessstudio Balance. Am Freitag wird es zunächst einen Empfang der Stadt im Rathaus geben. Abends ab 19 Uhr findet das Testspiel der Löwen statt – denn auch die Israelis haben den Löwen im Wappen.

Dauerkarteninhaber kommen morgen kostenlos ins Auestadion. Auch wer eine Tages- oder Dauerkarte für die documenta hat, darf kostenlos zuschauen. Im Vorfeld wird es ein Freundschaftsspiel der KSV-Friends gegen die Lumbung-Members geben (ab 18 Uhr). Die Teilnehmer sind nicht bekannt.

Übrigens: Rose hat auch Bundeskanzler Olaf Scholz und Kulturstaatsministerin Claudia Roth eingeladen, eine Antwort hat er allerdings nicht erhalten. Er sagt: „Auch das sollte ein Zeichen sein, wir wollten den Politikern die Hand reichen. Schließlich werden die auch von Kasselern gewählt.“ (Maximilian Bülau)

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