Zum Studium an einem College in den USA

Jan Erik Leinhos: Erst ein Löwe, jetzt ein Büffel

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Noch im Trikot des KSV: Jan Erik Leinhos im ersten Saisonspiel der Löwen gegen den FSC Lohfelden am 28. Juli 2018. Im Hintergrund: Trainer Tobias Cramer. 

Sollte dem Fußball-Hessenligisten KSV Hessen Kassel am Ende noch der Aufstieg in die Regionalliga gelingen – Jan Erik Leinhos hätte seinen Anteil daran. 

Zumindest an drei Punkten. Im ersten Saisonspiel beim FSC Lohfelden stand der 21-Jährige über die gesamte Spielzeit auf dem Platz. Anschließend verabschiedete sich Leinhos von den Löwen und flog über den Atlantik in die USA. Der junge Mann aus Wolfershausen im Schwalm-Eder-Kreis landete an der Ostküste. Genauer gesagt in Huntington, West Virginia, an der Marshall University.

"Ich wollte immer im Ausland spielen" 

Dort studiert er Marketing. Und er spielt Fußball. Sein Team heißt jetzt Thundering Herd (donnernde Herde). Das Wappen des College-Teams ziert ein Büffel. Vom Löwen zum Büffel also – dass es damit klappen würde, hätte Leinhos kaum noch erwartet. „Ich wollte immer mal im Ausland spielen. Jetzt bin ich 22. Im Sommer 2018 war eigentlich meine letzte Chance, das zu tun“, sagt der Außenverteidiger. 

Schon seit einigen Jahren hatte er sich bei Agenturen beworben, die Spieler in die USA vermitteln – allerdings ohne Erfolg. Dann kam aber doch noch die Zusage. „Es war kurzfristig, alles musste schnell gehen. Aber ich habe mir gesagt, wenn ich noch mal das Angebot bekomme, dann mache ich es“, sagt Leinhos.

Spiele teilweise 2000 Kilometer entfernt 

Also packte er seine Sachen und reiste nach Nordamerika. Um dort dann noch viel mehr zu reisen. Denn wie in amerikanischen Sportarten üblich, wird auch im College-Fußball in sogenannten Conferences gespielt. Wer weit kommt, der spielt am Ende die Nationals – also die College-Meisterschaft der USA. Für Leinhos und sein Team bedeutet das aber schon in der regulären Saison teilweise Spiele in New Mexico mehr als 2000 Kilometer entfernt. Alle zwei oder drei Tage findet eine Partie statt.

„Wir haben hier zwei Saisons. Zunächst eine von Anfang Februar bis Mai, da wird getestet. Die richtige beginnt dann Mitte August und geht bis Dezember“, erklärt der 22-Jährige. In der Hauptsaison sei er deswegen manchmal nur drei Tage in der Woche in der Uni. „Ab und zu sind wir auch eine ganze Woche weg“, sagt er. Eine komplette Spielzeit hat Leinhos schon hinter sich. Es ging für seine Universität bis ins Conference-Halbfinale. Dann war Schluss. Dieses Jahr soll es bis zu den Nationals gehen. „Das ist das Ziel“, sagt er. „Und unter die ersten Zwei in der Conference kommen.“ Nach einer Saison in den USA weiß der Nordhesse auch: Im Fußball wird dort sehr viel Wert auf Fitness gelegt. „Die meisten Mannschaften spielen ein 3-5-2-System und setzen auf Flügelspiel“, sagt Leinhos.

Den KSV hat er nicht vergessen 

Der einzige Ausländer im Team ist der 22-Jährige bei Weitem nicht. „Es sind viele internationale Fußballer dabei – nur sechs US-Amerikaner. Der Rest kommt aus Europa und Südamerika“, sagt er. Und auch wenn er viel Spaß habe, vermisse er Kassel und das Auestadion ein wenig. „Fußball ist an unserer Uni nur die Nummer drei hinter Football und Basketball. Wir haben 300 Zuschauer bei Heimspielen. Das war beim KSV anders“, sagt Leinhos. Auch in den USA hat er aber ein Blick auf die Saison der Löwen. „Ich habe noch Kontakt mit Freddy Brill, Siggi Evljuskin und Niklas Neumann. Ich schaue die Highlights und verfolge den Liveticker. Meine Eltern waren beim Rekordspiel gegen Baunatal“, erzählt er. „Den KSV würde ich gern aufsteigen sehen“, fügt er an.

Dabei helfen wird er aber nicht mehr. Erst Weihnachten wird Leinhos wieder nach Kassel kommen. Im Sommer spielt er für einen Klub in Michigan. Und sein Studium geht bis 2022. So lange will er auch in den USA bleiben. Mindestens. Er war Löwe, jetzt ist er Büffel.

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