Wir haben nachgefragt

Jetzt dürfen sie wieder: Wirrwarr um das Trainingsverbot für den KSV Hessen

Ein Bild vom Trainingsauftakt des KSV im Januar 2020. Vorn: Trainer Tobias Damm.
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Da laufen sie alle zusammen: Ein Bild vom Trainingsauftakt des KSV im Januar 2020. Vorn: Trainer Tobias Damm.

Am Mittwochmorgen herrschte dann Klarheit. Die Regionalliga Südwest informierte in einer Pressemitteilung darüber, dass der Spielbetrieb der Viertliga-Fußballer im November pausieren muss.

Kassel – Vorausgegangen waren Spekulationen, Ungewissheit. Und die grundsätzliche Frage: Ist die Regionalliga den Profis oder Amateuren zuzuordnen? Amateure dürfen nicht spielen und trainieren, Profis schon.

Bereits als die Diskussion aufgekommen war, hatte KSV-Trainer Tobias Damm angekündigt, dass – sollte die Entscheidung Saisonunterbrechung lauten – kein gemeinsames Training mehr möglich sei. Seit vergangenem Montag halten sich die Löwen individuell fit. Doch müssen sie das überhaupt? Die Stadt Kassel hat zwar Plätze und Hallen gesperrt – doch ein Absatz in der Pressemitteilung der Regionalliga hat uns aufhorchen lassen. Unter Punkt vier steht da nämlich: „In den Bundesländern Baden-Württemberg und Hessen ist den Teilnehmern der Regionalliga Südwest der Trainings- und Wettkampfbetrieb derzeit weiterhin gestattet.“ Dürfen Sie also? Oder dürfen sie nicht?

Wir fragen nach, zunächst bei Damm. Der 37-Jährige bestätigt, dass das Land Hessen die Regionalliga dem Profisport zugeordnet hat, dem es ja erlaubt ist, zu trainieren und zu spielen. „Wir haben nur die Ansage bekommen, dass alle Plätze, die mit der Stadt Kassel zu tun haben, gesperrt sind“, sagt Damm. Man sei aber schon auf der Suche nach einer Lösung. „Es kann sein, dass wir ab dem kommenden Montag wieder trainieren dürfen. Spätestens wohl aber ab dem 16. oder 17. November“, sagt der Trainer des KSV. Diesen Termin hat die Regionalliga als Datum festgelegt, an dem alle Klubs wieder in den Trainingsbetrieb einsteigen müssten, damit Anfang Dezember die Saison fortgesetzt werden könnte. Der KSV hätte dann noch drei Partien vor der Winterpause gegen Freiburg II, Alzenau und Ulm.

Durch Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, der im Aufsichtsrat des KSV Hessen sitzt, hat der Verein einen engen Draht zur Stadt. Warum also derzeit nur Individualtraining. Wir fragen auch bei der Stadt nach. Grundsätzlich seien erst einmal alle städtischen Sportanlagen zugemacht worden, heißt es von dieser Seite. Sollte das Land Hessen die Regionalliga dem Profisport zugeordnet haben, wäre der Trainingsbetrieb für den KSV aber möglich.

Durch unsere Nachfragen kommt Bewegung in die Sache. Wir wenden uns an das Hessische Ministerium des Inneren und für den Sport. Ein Sprecher versichert: „Ja, wir haben die Regionalliga als Profisport einklassiert.“ Die Begründung sei an alle Kommunen verschickt worden. Die lautet: „Dafür spricht, dass die Spieler in den hessischen Vereinen (...) in weiten Teilen eine bezahlte Vollzeittätigkeit oder zumindest eine bezahlte Nebentätigkeit ausüben. Fußball spielen ist für die Sportler damit eine Berufsausübung.“ Die endgültige Entscheidung liege aber bei der örtlichen Gesundheitsbehörde.

Auch von der Stadt bekommen wir nun noch mal Auskunft. Laut Verordnung des Landes Hessen vom 3. November sei der Trainings- und Wettkampfbetrieb des Spitzen- und Profisports in Sportanlagen gestattet, sofern diesem ein umfassendes Hygienekonzept zugrunde liege und die Empfehlungen des RKI zur Hygiene beachtet würden. Dies gelte auch für Kassel. Wir wollen es noch mal genau wissen: Darf der KSV also trainieren und Testspiele austragen? Antwort: „Unter den genannten Bedingungen ist dies möglich.“ Wir wissen nun: Sie dürfen. (Maximilian Bülau)

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