Aufstieg bleibt Thema 

Jetzt werden auch die Fans des KSV Hessen aktiv: Offener Brief und Spender für Grundschule

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So sehen sie aus: Cornelia Schein (links) und Michael Blum (rechts), Schulleitung Grundschule Harleshausen, sowie Oliver Zannoun zeigen die Spender. 

Kassel – Fußball wird in diesen Tagen unterhalb der Profi-Ligen nicht gespielt. Hessenligist KSV Hessen Kassel ist trotzdem ein Gesprächsthema.

Es geht um einen möglichen Abbruch der Saison. Es geht um den Relegationsplatz. Es geht um den Aufstieg. Der Verein hatte zuletzt in einem offenen Brief mit einer Klage gedroht, sollte es keinen vierten Aufsteiger in die vierte Liga geben. Nun zogen Fans und Unterstützer nach, die sich ebenfalls an die Regionalliga und ihre Gesellschafter wenden.

Die Briefe

Gestern ging ein offener Brief raus. Titel: „Zweitplatzierte Oberligisten beim Aufstieg in die Regionalliga Südwest nicht außen vor lassen!“ Initiator war unter anderen der KSV-Fanbeauftragte Gregory Dauber. Er sagt: „Was der Verein geschrieben hat, ist gut. Uns geht es aber weniger um die juristische, mehr um die sportliche Fairness. Unsere Hauptmotivation ist, dass es eine krasse Ungerechtigkeit wäre, wenn es keinen vierten Aufsteiger gäbe.“

Dauber fügt an: „Die meisten Anhänger wollen den Aufstieg – zur Not auch am Grünen Tisch. Es gibt aber auch Stimmen, die dagegen sind, weil es keine sportliche Entscheidung gibt, keine Feier im Stadion. Der Moment mit der Mannschaft – wenn das Ziel erreicht ist – wäre nicht da.“

Die Unterstützer des Schreibens – Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle, Bundesligaprofi Marvin Friedrich, Politiker wie Timon Gremmels (SPD) und Vanessa Gronemann (Grüne) sowie einige Fanklubs – fordern einen vierten Aufsteiger über die Quotientenregel, weil es „die wohl fairste und konsequenteste Lösung“ wäre. Andere Möglichkeiten wie ein Elfmeterschießen oder Losentscheid seien sportlich weniger begründbar, aber in jedem Fall besser als das ersatzlose Streichen eines vierten Aufsteigers, wie es die Regionalliga-Spielordnung vorsieht, heißt es weiter. Neben dieser organisierten Aktion gibt es weitere Fans, die sich selbst mit einem offenen Brief an die Verbände wenden wie etwa Uwe Schmidt aus Espenau.

Die Spender

Der KSV Hessen spendet zur Abwechslung einmal selbst. Und zwar Desinfektionsmittel. Oliver Zannoun arbeitet für den KSV in der Geschäftsstelle und im Marketing und hat zudem einen Lehrauftrag an der Grundschule Harleshausen. Dort ist Betrieb – wenn auch wenig. Das Land Hessen hat den Schulen Desinfektionsmittel in Flaschen und Kanistern zur Verfügung gestellt, aber keine Spender. „Die kosten richtig viel Geld, 300 bis 400 Euro pro Stück“, sagt Zannoun. „Im Schulbudget ist das nicht vorgesehen.“

Also wurde er aktiv. „Die Idee ist zusammen mit Sven Bertel vom Fan Point in Kassel und unserem Marketingleiter Dennis Frank-Böckmann entstanden. Sven Bertel hat gesagt: ‘Baut was, dann bezahle ich es.’“, sagt Zannoun. Also wurden an zwei Sonntagen zwei Spender mit KSV-Logo gebaut, Kinder in der Notbetreuung an der Schule bemalten die Platten dahinter.

„Die Schüler haben sich riesig gefreut“, erzählt Zannoun. Weil ab Anfang Juni wieder mehr Kinder zur Schule kommen sollen, werden nun vielleicht auch noch ein dritter und vierter Spender gebaut – von Kindern und dem KSV.

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