1964 wäre er mit dem KSV fast in die Bundesliga aufgestiegen

Joschi Burjan: Ein Dribbelkünstler wird 80

Regionalliga-Meister 1964: Die Mannschaft des KSV Hessen mit (von links, hinten) Helmut Zatopek, Helmut Huttary, Peter Jendrosch, Hans Alt, Wolfgang Simon, Heiner Dittel, Rolf Fritzsche, Dieter Vollmer und Ernst Kuster sowie (vorn) Horst Assmy, Karlwilli Nolte, Karl Loweg, Joschi Burjan, Rainer Istel und Gerd Becker. Archivfoto: nh

Fuldabrück. Immer wenn Joschi Burjan die Linie entlangflitzte, dabei einen, oft auch zwei Gegner aussteigen ließ und dann präzise in die Mitte flankte, brauste Beifall im Auestadion auf.

Denn in der Mitte münzten die Vollblutstürmer des KSV Hessen, Fritzsche, Jendrosch, Kuster und Becker, die Hereingaben des Dribbelkünstlers meistens in Treffer um.

Das waren in der Saison 1963/64 sage und schreibe 116 Tore in 38 Spielen, die der KSV Hessen als Meister der Regionalliga Süd erzielte. Doch die Löwen scheiterten in der Bundesliga-Aufstiegsrunde an Hannover 96. Heute feiert Jozsef Burjan, den alle nur Joschi nennen, seinen 80. Geburtstag - nicht in seinem Wohnort Fuldabrück-Bergs-hausen, sondern im fernen türkischen Küstenort Lara, den er und seine Ehefrau Inge bereits zum 20. Mal besuchen.

Eine Frohnatur: Joschi Burjan. Archivfoto:  Herzog

Der gebürtige Ungar machte schon mit 17 Jahren auf sich aufmerksam, als er zweimal in der A-Jugendnationalmannschaft der Magyaren auflief und beim 1:0-Sieg über die damalige CSSR die Vorlage zu Tichys Siegtreffer gab. Heute besucht er hin und wieder Budapest, wo er als Jüngster von elf Kindern geboren wurde.

Es vergeht kaum ein Wochenende, an dem Joschi Burjan nicht auf einem Sportplatz anzutreffen ist. Meist schaut er sich die Spiele des TSV Rothwesten an, bei dem sein Enkel Yannick spielt, der Sohn seiner Tochter Susanne und des ehemaligen KSVers Volker Damm. „Ab und zu bin ich auch im Auestadion, wo ich mich beim KSV-Stammtisch auf der Tribüne mit anderen ehemaligen Spielern treffe“, erzählt Burjan.

Das sind zum Beispiel seine früheren Weggefährten Rolli Fritzsche, Walter Liebich, Werner Haßenpflug, Günter Schilling, Hans Strack, Theo Berning, Pitt Weygandt und Heinz Brede.

Joschi Burjan, Mitglied im KSV Auedamm, hält sich mit Tischtennis und Volleyball fit. „Zwei-, dreimal in der Woche unternehme ich mit meiner Inge eine Fahrradtour“, berichtet der rüstige Jubilar stolz, in dessen Fußstapfen sein Sohn Joschi junior trat, der einst u. a. für den KSV Hessen auf Torejagd ging, aber seine Karriere nach einer schweren Knieverletzung frühzeitig beenden musste.

Von Günter Grabs

Jozsef „Joschi“ Burjan, geboren in Budapest, siedelte 1957 nach Deutschland über, wo er zunächst in Heilbronn und dann in Aachen spielte. Vom Tivoli wechselte er 1961 zum KSV Hessen, für den er bis 1965 genau 101 Spiele bestritt. Burjan, der bis 1998 Leiter der Therapie in der Baunataler Behindertenwerkstatt war, ist seit 1962 mit seiner fußballbegeisterten Inge verheiratet, mit der er in Fuldabrück-Bergshausen wohnt - in unmittelbarer Nachbarschaft zum (Leichtathletik-) „Helden von Augsburg“, Ludwig Müller.

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