Feigenspan ist die Entdeckung der Saison, Gaede beschert sich starken Abschied

Saison-Einzelkritik des KSV Hessen Kassel: Kapitän Becker schritt stets voran

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Zwei, auf die Verlass war bei den Löwen: Torhüter Kevin Rauhut (links) steigerte sich vor allem nach der Winterpause, Kapitän Tobias Becker war stets kämpfendes Vorbild auf dem Platz.

Kassel. Der KSV Hessen Kassel ist in der Fußball-Regionalliga Südwest auf Platz zehn eingelaufen - nach einer Saison mit Höhen vor allem im Pokal und Tiefen in Spielen gegen Kellerkinder.

Kevin Rauhut (25):  Vor allem in der zweiten Saisonhälfte sicherer Rückhalt mit starken Reflexen. Anfangs mitunter kritisiert für langsame und ungenaue Spieleröffnung. Auch da aber verbessert. Gut, dass er bleibt.

Tobias Schlöffel (22) und Dario Arndt (19):  Ohne Einsatz. Beide verlassen den Klub. 

Die Abwehr

Steffen Friedrich (21): Der Innenverteidiger zeigte, trotz manch Unsicherheit, dass er auf Dauer eine Verstärkung werden kann. Hatte mehr Einsätze und positive Erlebnisse als sein Bruder Marvin. Okay, der spielt halt auch auf Schalke.

Stefan Müller (26): Am Anfang verletzt, am Ende verletzt. Dazwischen meist stark und Innenverteidiger Nummer eins. Höhepunkt: Sein Tor im Pokal-Viertelfinale gegen Offenbach. Schade, dass er geht.

Sergej Schmik (25): Der Außenverteidiger spielte eine ordentliche erste Saison bei den Löwen, wobei noch Luft nach oben ist. Stärkste Aktion: Bereitete den entscheidenden Treffer im Pokal-Halbfinale gegen Wehen vor.

Nico Perrey (21):  Wurde in der Rückrunde zum festen Bestandteil der Defensive: mal Innenverteidiger, mal Ausputzer vor der Abwehrkette. Ihm gehört die Zukunft.

Tim-Philipp Brandner (24): Pechvogel der Saison. Kam aus Baunatal, fügte sich gut ein. Fiel dann im neuen Jahr wegen einer Fußverletzung aber komplett aus. Frisch operiert.

Tino Schulze (22):  Der Außenverteidiger wirkte mitunter unsicher in der Defensive und nicht zielstrebig genug in der Vorwärtsbewegung. Wird es so schwer haben, nächste Saison viele Spielanteile zu bekommen.

Henrik Giese: Voll da. Selten dabei. Komplett weg. Plötzlich zurück. Wechselhafter kann eine Saison nicht laufen als die des Innenverteidigers. „Alles Kopfsache“, sagt sein Trainer. Überzeugte, als er nach Dauerverbannung auf Bank und Tribüne zurückkam. Nun sagt Mink: „Darf bleiben.“

Ingmar Merle (25): Erkämpfte sich zwischenzeitlich einen Stammplatz im Team und agierte meist als Außenverteidiger. Das spricht für ihn. Gegen ihn spricht, dass dieses Gefühl bleibt, er kann es einen Ticken bessen. Trotzdem: Schade, dass er geht.

Nael Najjer (18):  Zwei Kurzeinsaätze. Das reicht nicht für eine Bewertung.

Tobias Becker (29): Oh Käpt’n, mein Käpt’n. Becker war der Vorzeige-Kapitän schlechthin. Immer unterwegs. Immer in Ballnähe. Immer kämpferisch. Mann für die Standards. Mann für sechs Tore. Mann für ehrliche Worte fernab des Spielfelds. Vorbild eben.

Enrico Gaede (33):  Geht er wirklich? Blühte im Winter seiner Karriere noch einmal richtig auf und bereitete sich nach einer für ihn unbefriedigenden Vorrunde einen glorreichen Abschied: mit guten Leistungen, dem Goldenen Tor gegen Wehen im Pokal und dem Tor im letzten Spiel gegen Offenbach. Schade, dass er geht.

Sergej Evljuskin (27): Starke Vorrunde, in der Rückrunde nicht mehr ganz so souverän und unangetastet im Mittelfeld. Gute Nachricht: Wird nächste Saison mindestens genauso torgefährlich sein wie diese Saison - bei null Toren.

Dennis Lemke (26): Spielte immer irgendwie mit, ohne groß Akzente zu setzen. Als Sechser aber solide.

Marco Dawid (21): Deutete in der Rückrunde an, dass er das schaffen kann, was ihm bisher nicht gelungen ist: der Durchbruch. Enorm schnell, aber noch zu ineffektiv.

Yeon-Woong Jung (22): Geht zurück in die Heimat, die ihm fehlt. Irgendwie war das auf dem Platz zu merken. Der freundliche Koreaner wirkte nicht mehr heimisch im Team.

Sebastian Schmeer: Das war nicht die Saison des Angreifers. Taute vor allem nach dem Winter kaum noch auf. Verzettelte sich bei aller Wucht zu oft. Größtes Manko: zu wenige Tore.

Aufsteiger der Saison: Mike Feigenspan.

Mike Feigenspan (19): Die Entdeckung der Saison, die in der Rückrunde durchstartete. Als er auch nochherausfand, wie das mit dem Toreschießen funktioniert, wurde er mit fünf Treffern zum Hauptgewinn für den KSV. Dass er gegen Ende hin etwas schwächelte, kann auch einfach nur klug gewesen sein. So kann er sich nächste Saison wieder steigern.

Shqipon Bektashi (24): Was für ein Einstand: Gerade Löwe geworden, erstmals eingewechselt, Tor geschossen, Sieg gegen Elversberg gesichert. Ganz so grandios ging es dann nicht weiter für den Flügelstürmer. Brachte oft Schwung. Aber nicht immer Tore.

Tobias Damm (31): Immer noch vorbildlich und mit verdientem Stammplatz. Ackert, sorgt für Schwung auf dem Flügel und Kopfballgefahr im Strafraum. Einziges Manko: zu wenige Tore.

Benjamin Girth (23):  Derbyheld der Saison. Drei Tore beim 3:1 in Baunatal. Da hast du bei den Fans einen Stein im Brett. Mit elf Toren auch bester Schütze der Saison. Das Problem: Seine Erfolgserlebnisse verteilten sich auf sechs Spiele. Bleiben zu viele Partien ohne Tore.

Der Kader

Der Kader des KSV für die kommende Saison hat bereits klare Konturen. Die Personalien des letztjährigen Kaders sind allesamt geklärt. Nun geht es noch um weitere Neuzugänge. „Vier bis fünf Spieler wollen wir noch holen“, sagt Trainer Matthias Mink. Wichtigste Personalien dabei: ein durchschlagskräftiger Stürmer, ein Innenverteidiger, der vielleicht auch im defensiven Mittelfeld auflaufen kann. Offen ist, wann Tim-Phillipp Brandner nach einer Fußoperation wieder spielen kann. Sollte er länger ausfallen, könnte ein weiterer Neuer kommen. So sieht es bisher aus bei den Löwen für die neue Spielzeit:

Noch da: Rauhut - Friedrich, Schmik, Perrey, Brandner, Schulze, Giese, Najer - Becker, Evljuskin, Lemke, Dawid - Schmeer, Feigenspan, Bektashi, Damm, Girth

Nicht mehr dabei: Gaede (Karrierende), Müller, Jung, Merle, Schlöffel, Arndt

Neu dabei: Welker, Hasan Pepic (beide Paderborn)

Eine Grafik mit der Teamstatistik des KSV Hessen Kassel finden Sie heute in den gedruckten hessischen Ausgaben der HNA.

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