Co-Trainer Tobias Damm erzielte das 2:0

KSV Hessen: Nach dem Pokalsieg steht das nächste Finale an

+
Trink noch mal etwas: Co-Trainer Tobias Damm (links) reicht Jan-Philipp Häuser eine Flasche. Am Samstag könnten beide spielen. 

Das Kreispokal-Endspiel zwischen dem KSV Hessen Kassel und dem FSC Lohfelden entschieden die Löwen mit 2:0 für sich. Nun wollen sie im Saisonfinale den Aufstieg. 

Es ist schon ein wenig paradox: Vor dem Kreispokal-Endspiel zwischen dem KSV Hessen und dem FSC Lohfelden am Dienstagabend war viel darüber geredet worden, dass diese Partie zur Unzeit kommt. Zur Unzeit für den Fußball-Hessenligisten aus Kassel, weil am kommenden Samstag das Saisonfinale in Flieden ansteht. Und die Löwen müssen gewinnen, um eine Chance auf die Aufstiegsrunde zu haben. Kräfte schonen? Schwierig, schließlich tritt nur der Sieger in der kommenden Saison sicher im Hessenpokal an.

Und auch die Lohfeldener waren stark ersatzgeschwächt. Als es nach 90 Minuten dann 0:0 stand, durften die Trainer entscheiden, wie es weitergeht. Verlängerung oder direkt ins Elfmeterschießen? Klare Sache. Nicht ganz, denn KSV-Trainer Tobias Cramer bestand auf 30 Extraminuten. „Wir haben Substanz gezeigt“, sagt er. Und doch ist diese Entscheidung eben etwas paradox. Cramer vertraut seinem Team und wollte nichts dem Zufall überlassen. Es war ein letzter Schluck Selbstvertrauen vor dem Finale in Flieden.

Blick nach Kassel: In der Verlängerung entschied der KSV das Endspiel gegen Lohfelden durch Tore von Jon Mogge und dem spielenden Co-Trainer Tobias Damm mit 2:0 für sich. „Das war ein hervorragender Schachzug vom Cheftrainer“, sagt Cramer mit einem Augenzwinkern und meint den Einsatz von Damm. „Tobi kann es ja noch“, erklärt er. Auch für das Spiel am Samstag ab 15 Uhr in Flieden sei er eine Alternative.

Dann drückt der Schuh aber vor allem in der Defensive. Sergej Evljuskin erlitt im letzten Heimspiel gegen Friedberg eine Knochenabsplitterung am Knöchel und wird vier bis sechs Wochen ausfallen. Ingmar Merle wird nur in größter Not zu einer Alternative und sagt selbst, dass er wahrscheinlich erst in einer möglichen Aufstiegsrunde wieder einsatzbereit ist. In der Innenverteidigung bleiben so nur Luis Allmeroth und Jan-Philipp Häuser übrig. Brian Schwechel und Kapitän Frederic Brill sind dagegen in Flieden definitiv wieder einsatzbereit.

Blick nach Flieden: Cramer sagt über das Saisonfinale in Osthessen: „Geil, das wird ein Highlight-Spiel. Man muss sich das vorstellen wie bei uns auf dem G-Platz. Die Zuschauer sind eng dran. Da brennt der Baum. Wer da nicht rennt, der hat es nicht verstanden.“ Der Titel im Kreispokal war Cramers erster als Trainer des KSV. Und mit einem Aufstieg in die Regionalliga soll noch ein Erfolg dazukommen. Buchonia Flieden will das verhindern.

Denn das abstiegsbedrohte Team hatte die Hoffnung schon fast aufgegeben und nach einem Sieg in Waldgirmes am vergangenen Wochenende das Wunder wieder vor Augen. Siegt Flieden gegen den KSV und Friedberg gewinnt nicht gegen Baunatal, ist die Buchonia gerettet. Es wird also ein Endspiel für beide Seiten. Fliedens Trainer Zlatko Radic äußerte sich so: „Das ist wie ein Pokalfinale. Nach 90 Minuten kannst du nichts mehr reparieren.“ Pokalfinale kann der KSV ja gerade. Dieses Mal gibt es aber definitiv nur 90 Minuten.

Blick nach Alzenau: Der Konkurrent des KSV um Platz zwei siegte am vergangenen Wochenende 3:0 gegen Lohfelden. Die Zeitungen in Alzenau titelten: „Großer Schritt für kleine Bayern“, „Jetzt fehlt noch ein Punkt“ und „In Gießen kommt es zum Showdown“. Dort spielt Bayern Alzenau am Samstag und muss verlieren, damit die Löwen noch auf Rang zwei springen können. Die letzte Niederlage für Alzenau gab es gegen wen? Genau, Flieden (1:2). Ob das ein gutes oder schlechtes Zeichen ist, wird sich am Samstag zeigen.

Lesen Sie auch: Der KSV Hessen kann die Aufstiegsrunde noch erreichen - braucht aber Hilfe

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.