Kommentar zur Absage

Kein Benefizspiel zwischen dem KSV Hessen und Eintracht Frankfurt: Chance vertan

Es wird kein Benefizspiel zwischen dem KSV Hessen und Eintracht Frankfurt geben. Der Grund: Das Sicherheitsrisiko sei zu groß. Vor allem aber ist es eine vertane Chance, sagt Frank Ziemke in seinem Kommentar.

Wenn der KSV aus Kassel auf Rivalen aus Hessen trifft, ob Kickers, Lilien oder eben die Eintracht, dann geht damit stets ein Risiko einher. Fan-Ausschreitungen sind an der Tagesordnung. Das ist traurig und natürlich zu verurteilen. Wenn nun ein mögliches Benefizspiel aus Sicherheitsbedenken nicht zustande kommen kann, dann ist das aber ein völlig falsches Signal.

Der Fußball lebt von Rivalität, auch wenn die leider zu häufig falsch verstanden wird. Aber er lebt auch von Solidarität. Ein Duell zwischen dem Norden und dem Süden hätte ein Signal sein können. Für Zusammenstehen. Für Unterstützung in Zeiten der Krise. Natürlich: Niemand weiß, ob das alle Fans so verstanden und sich friedlich verhalten hätten. Polizeipräsenz wäre präventiv unumgänglich gewesen. So aber werden wir nicht erfahren, ob Fans eben auch anders können. Eine Chance für den Fußball wurde so vertan. Das trägt Züge der Vorverurteilung.

Ein Kommentar von Frank Ziemke

Das war passiert

Eintracht argumentiert mit Sicherheitsrisiko

 „Es ist schade. Ein Benefizspiel hat ja nicht diese Brisanz. Es sollte ein Anlass sein, an dem man Fans und Vereine zusammenbringen könnte.“ Das sagt Alexandra Berge, Pressesprecherin des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, nachdem am Wochenende die Absage des Bundesligisten Eintracht Frankfurt für ein Freundschaftsspiel in Kassel bekannt wurde. In der Hessenschau wird Eintracht-Pressesprecherin Mirja Oppermann so zitiert: „Das Sicherheitsrisiko ist zu groß. Nach Rücksprache mit der Polizei haben wir deshalb entschieden, dieses Spiel nicht zu bestreiten.“

In Nordhessen sorgt das für etwas Verwunderung. Der KSV hatte natürlich auf einen Besuch der Eintracht gehofft. Wäre er zustande gekommen, hätte die Partie an einem Wochentag und zu einem frühen Termin stattgefunden, um den Rahmen für mögliche Konflikte unter rivalisierenden Fans möglichst klein zu halten. Für das Polizeipräsidium Nordhessen erklärte Pressesprecher Torsten Werner: „Ein Freundschaftsspiel KSV gegen Eintracht ist aufgrund des „feindschaftlichen“ Verhältnisses der beiden Fanlager ein Risikospiel, welches natürlich auch einen umfangreichen Polizeieinsatz nach sich ziehen würde. Dieser Aufgabe stellt sich die Polizei selbstverständlich, wenn es erforderlich werden sollte.“

Der KSV hatte auch Vorgespräche mit seinem Fanprojekt geführt. Alexandra Berge abschließend: „Die Eintracht hat viele Fans in Nordhessen. Schade, dass sie sich nun hier nicht präsentieren kann.“

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