„Kein Rückschlag“: Kaum Enttäuschung beim KSV nach 0:0 gegen Ulm

Oft flogen die Bälle an ihm vorbei: Spielmacher Gabriel Gallus (hinten im Zweikampf gegen Daniel Reith) kam gegen Ulm nicht richtig zum Zug. Foto: Herzog

Kassel. Vielleicht lag es auch daran, dass die Erwartungen nun schon gestiegen sind. 5000 Zuschauer waren voller Optimismus ins Auestadion gekommen. Sie glaubten an einen Sieg ihres KSV Hessen gegen Ulm, hofften auf den Sprung an die Tabellenspitze.

Am Ende aber stand ein 0:0, die erste kleine Enttäuschung in einer Saison, die für die Kasseler bisher so großartig verlaufen ist.

Enttäuschung? Aber nicht für Spieler und Trainer. „Das werte ich nicht als Rückschlag“, sagt Rechtsverteidiger Nico Hammann. Trainer Uwe Wolf ergänzt: „Wir sind weiter ungeschlagen. Und wir haben 18 Punkte. Wenn mir die vor Saisonbeginn jemand angeboten hätte, hätte ich sie sofort genommen.“

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Es gab einen weiteren Grund, warum sich die Enttäuschung in Grenzen hielt: die zweite Halbzeit. „Nach der mussten wir mit einem Punkt zufrieden sein“, sagten Hammann wie Wolf. Die Ulmer hatten in den 45 Minuten nach der Pause ungewohnte Unsicherheiten in der KSV-Verteidigung heraufbeschworen. Die Stürmer David Braig und Florian Treske fanden immer wieder Lücken in der Viererkette, sodass die Gäste zig gute Chancen hatten.

Die hatten die Löwen im ersten Durchgang auch, vor allem bei den Lattentreffern von Matthias Rahn und Hammann. Danach ging offensiv aber nichts mehr. „Dabei hatten wir uns in der Kabine fest vorgenommen, noch eine Schippe draufzulegen. Aber wir konnten es einfach nicht umsetzen“, ärgerte sich Hammann.

Ein Grund: Kreativ lassen die Löwen noch einiges vermissen. „Der Plan heißt eigentlich: flach spielen“, sagt Hammann. Doch es gelingt den Löwen zu selten, diesen Plan umzusetzen. „Die Gegner machen gerade auswärts die Räume sehr eng.“ So erklärt der Trainer die vielen hohen Bälle. Die Qualitäten von Spielmacher Gabriel Gallus kommen selten zum Zug – meist fliegt ihm das Leder um die Ohren. Allerdings wirkten die Aufbaubemühungen auch statisch. Weil sich niemand energisch als Anspielstation anbot, zwischen Abwehr und Angriff häufig eine große Lücke klaffte, blieb oft nur die Möglichkeit langer, hoher Bälle. Die waren nach dem Wechsel meist Ulmer Beute.

Die Löwen wissen also, woran sie zu arbeiten haben, wollen sie sich in der Spitzengruppe dauerhaft etablieren. An ihrer Zufriedenheit mit dem bisher Erreichten muss das nichts ändern. Am kommenden Samstag reist der KSV zur TSG Hoffenheim II. Der Tabellenführer empfängt dann den punktegleichen Zweiten. Auch diese Konstellation hätte Uwe Wolf sofort genommen, wäre sie ihm vor Saisonbeginn angeboten worden.

Von Frank Ziemke

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