Erneute Wende

Keine Mehrheit für die Löwen: Aufstieg rückt wieder in weite Ferne

+
In welcher Liga wird die Fahne wehen? Über die Zukunft des KSV Hessen Kassel wird am Grünen Tisch entschieden. 

Kassel – Aus Unverständnis wurde Hoffnung. Aus Hoffnung wieder Unverständnis. Es ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle für den Fußball-Hessenligisten KSV Hessen Kassel in diesen Tagen.

Wieder einmal. Und das, obwohl derzeit überhaupt kein Hessenliga-Fußball gespielt wird.

Nichtsdestotrotz wollen die Löwen aufsteigen. Sportlich hätte sich der KSV mit dem zweiten Platz derzeit einen Relegationsrang gesichert. Dass die Saison wieder aufgenommen wird, daran glaubt eigentlich niemand mehr. Entschieden wurde noch nicht, das soll am Samstag geschehen. Der Hessische Fußball-Verband (HFV) hatte alle seine Kreise dazu aufgerufen, ein Stimmungsbild einzuholen. Dieses ist wohl deutlich: Abbruch, Aufsteiger, keine Absteiger. So die knappe Zusammenfassung.

Das klingt zunächst einmal einfach, ist es aber in der Aufstiegsfrage nicht. Das verdeutlicht das Beispiel des KSV Hessen. Nachdem es zunächst Aufregung gab, weil alle Vorschläge des HFV ohne die Berücksichtigung des Relegationsplatzes ausgekommen waren, kehrte zunächst etwas Ruhe ein. Der HFV hatte versprochen, eine Lösung über die Quotientenregel anzustreben. Das würde bedeuten: Der KSV hat im Schnitt mehr Punkte aus seinen Spielen geholt als die Konkurrenten aus den Oberligen Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz/Saar. Hieße: Die Löwen steigen neben den drei Meistern in die Regionalliga Südwest auf.

Logisch, weil fair? Scheint so. Doch bei einer Gesellschafterversammlung der Regionalliga Südwest am Montag hat es – so heißt es aus internen Kreisen – eine Probeabstimmung gegeben. Das Ergebnis von sieben Stimmen waren zwei für den Vorschlag des HFV, fünf dagegen. Diese Gesellschafterversammlung besteht aus den Präsidenten der Verbände Hessen, Baden, Südbaden, Württemberg, Rheinland, Südwest und Saarland.

Der Badische Fußballverband hat nun wohl einen zweiten Antrag eingereicht, der besagt: keine Quotientenregelung, nur drei Aufsteiger, keine Absteiger aus der Regionalliga Südwest. Die Probeabstimmung würde zeigen, wo die Reise hingeht.

Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, betont, dass nichts entschieden sei. Der zweite Antrag habe die Argumentation, dass der Relegationsplatz nur eine Chance und kein Recht zum Aufstieg sei. Döther ließ durchblicken, dass sich wohl alle bisherigen Regionalligisten für eine Lizenz für die kommende Spielzeit bewerben werden. Stichtag ist Freitag. Doch auch wenn sich ein Team dagegen entscheiden würde, hieße das nicht, dass eine Mannschaft aus einer Oberliga nachrücken würde, sondern es einen Absteiger weniger gebe. Leidtragender wäre der KSV Hessen.

Der will sich das aber nicht gefallen lassen. „Mir war schon klar, dass einige Landesverbände nicht zustimmen werden – weil die Mannschaften aus ihren Ligen keine Chance haben aufzusteigen“, sagt KSV-Vorstandsmitglied Jens Rose. Doch die Gremien hätten für diesen Fall vorgesorgt und würden – sollte der HFV-Antrag abgelehnt werden – rechtliche Mittel in Betracht ziehen.

„Wir haben den Gleichheitsgedanken. In der Satzung steht, dass der Meister aufsteigt, der Zweite an Relegationsspielen teilnimmt. Wenn der Meister aufsteigen darf, der Zweite aber keine Chance bekommt, dann wird das juristisch nicht gleich gewichtet“, sagt Rose. Er fügt an: „Wenn man uns die Möglichkeit verwehrt, uns über den sportlichen Wettbewerb zu qualifizieren, dann müssen wir einen anderen Weg wählen. Das schulden wir der Mannschaft, den Fans und dem Verein.“

Eine endgültige Entscheidung wird es nicht vor dem 25. Mai geben. Dann findet der außerordentliche Bundestag des DFB statt, bei dem unter anderem über den Vorschlag des Saarländischen Verbandes einer zweigleisigen dritten Liga abgestimmt wird. Bei Zustimmung wären bisherige Planspiele ohnehin hinfällig. 

Fußball-Hessenligist KSV Hessen Kassel geht auf Konfrontationskurs. In einem Brief an den Geschäftsführer der Regionalliga Südwest drohen die Nordhessen offen damit, den Klageweg zu beschreiten. Grund ist der drohende Saisonabbruch.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.