4:0-Sieg – 19-jähriger Mike Feigenspan trumpft auf

KSV Hessen gegen Astoria Walldorf: Mit dem kleinen Juwel zum Sieg

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Die Szene des Tages: Der Kasseler Mike Feigenspan (rechts) setzt sich gegen Walldorfs Tabe Nyenty (links) und Michael Glaser durch. Damit leitete er das 3:0 durch Benjamin Girth ein.

Kassel. Es spricht für den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel, dass es nach diesem souveränen 4:0-Sieg vor 700 Zuschauern im heimischen Aue-stadion gegen den FC-Astoria Walldorf nicht klar war, wer es eigentlich zum Mann dieses Spiels geschafft hatte.

Der dreifache Torschütze Benjamin Girth musste Interview um Interview geben. Der starke Innenverteidiger Stefan Müller sollte ein ums andere Mal erklären, wie er dieses 2:0 gemacht hatte, als der Ball nach einer Ecke schon verloren schien, Müller ihn aber mit einer artistischen Einlage doch noch ins Tor drosch, was „irgendwie komisch war“. Da war zudem noch Kapitän Tobias Becker, der an den ersten drei Toren beteiligt war. Und da war auch noch Mike Feigenspan.

Mike Feigenspan! Der 19-Jährige stand erstmals zu Hause in der Startelf der Löwen. Auch wenn er weiterhin auf seinen ersten Torerfolg im Trikot des KSV wartet, so lässt sich der erste Erfolg seiner Mannschaft nach fünf Spielen ohne Sieg doch stark mit seiner Präsenz in Verbindung bringen. Feigenspan nämlich ackerte und rackerte, er wirbelte und traute sich. Er tat den Löwen trotz manchem Abspielfehler so gut, dass am Ende klar war, warum ihn Trainer Matthias Mink als kleines Juwel bezeichnet.

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Hinterher sagte Feigenspan, dass er immer bis zum Letzten kämpfen würde. Gegen Walldorf zeigte er genau das: In der 58. Minute eroberte er an der Strafraumkante gegen gleich zwei Gegner den Ball – auf eine Art und Weise, die an eine kleine Wühlmaus erinnerte, die sich durch den Garten fräst, als gäbe es kein Morgen. Mit letzter Kraft spielte Feigenspan schließlich den entscheidenden Pass zu Tobias Becker, der den Ball einfach nur zu Torschütze Girth weiterzuleiten brauchte. Das 3:0 und damit die Entscheidung war gefallen, nachdem kurz vor der Pause Girth und Müller mit einem Doppelschlag den KSV nach zwei Standardsituationen auf den richtigen Weg gebracht hatten.

Qualität in der Breite

Auf diesem richtigen Weg scheinen die Löwen nach einem doch sehr holprigen Start in die Restrückrunde nun wieder generell zu sein. Trainer Matthias Mink verwies hinterher auf das variable Spiel seiner Mannschaft und auf ein weiteres Plus: Bei Wechseln verliert dieses Team nicht an Qualität, es ist in der Breite gut aufgestellt. So kommt es, dass sich die Löwen gegen Walldorf leisten konnten, den leicht angeschlagenen Shqipon Bektasi für das Viertelfinale im Hessenpokal am Dienstag in Offenbach zu schonen.

Sie hatten ja Benjamin Girth und Mike Feigenspan. Der feierte sein Startelfdebüt in der Regionalliga beim Punktspiel auf dem Bieberer Berg. Nun hätte er nichts gegen eine weitere Premiere in Offenbach: Dort könnte er ja prima sein erstes Pflichtspieltor für den KSV machen.

Auch wenn gegen Walldorf trotz des 4:0-Erfolges nicht alles rundlief, die Zeichen für eine Pokal-Überraschung standen schon einmal schlechter. „Wir fahren mit breiter Brust dorthin“, sagt Benjamin Girth – einer der Männer des Tages.

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