Der kluge Taktiker

Sunexpress-Cup: Trainer Roland Vrabec gastiert mit St. Pauli beim Hallenturnier

Roland Vrabec
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Erste Anweisungen: St. Paulis Trainer Roland Vrabec.

Kassel. „Das ist schon eines der besten Weihnachtsgeschenke, das ich je bekommen habe“. Sagte: Roland Vrabec. Und das schon zwei Tage vor Heiligabend des vergangenen Jahres. Seitdem ist der 39-Jährige nämlich nicht mehr Interims- sondern Cheftrainer des Fußball-Zweitligisten FC St. Pauli.

Am Samstag wird er mit seinen Kiezkickern ab 17.30 Uhr zu Gast sein beim Sunexpress-Cup in der Kasseler Eissporthalle.

Vrabec ist ein Senkrechtstarter. Erst zur aktuellen Saison wurde er in Hamburg Co-Trainer von Michael Frontzeck und beerbte ihn schließlich am 6. November. Seine Bilanz seitdem: Sechs Spiele, vier Siege, zwei Niederlagen, Platz sechs. Erstaunlich dabei: Die Dreier fuhr sein Team ausschließlich am heimischen Millerntor ein und das ohne ein einziges Gegentor. Vrabec gilt als kluger Taktiker, als akribischer Arbeiter.

Geboren am 6. März 1974 in Frankfurt hält sich die Karriere als Spieler in überschaubaren Grenzen. Sieben Jahre bei Croatia Frankfurt in der Landes- und Oberliga – bereits mit 26 Jahren hängt der Fußballer Roland Vrabec seine Schuhe an den Nagel. Und das aus gutem Grund. Er will seine Ausbildung zum Sportwissenschaftler mit den Schwerpunkten Sportmedizin und Trainingslehre/Trainingswissenschaft vorantreiben.

Zunächst studiert Vrabec an der Goethe-Universität in Frankfurt, seinen Abschluss mit der Note 1,7 bekommt er an der Hennes-Weisweiler-Akademie in Hennef. Er drückt die Schulbank mit Christian Ziege, Markus Babbel und Torsten Lieberknecht.

Und Vrabec knüpft Kontakte. Lernt an der Goethe-Uni in Frankfurt Jürgen Klopp kennen, der ihn 2009 zum Nachwuchs des 1. FSV Mainz lotst. Zwei Jahre später arbeitet der Südhesse zusammen mit Christian Ziege und Horst Hrubesch als Co-Trainer bei den U18-Junioren des Deutschen Fußball Bundes. Nach der ersten Assistenztrainerstelle im Seniorenbereich bei Lokomotive Leipzig heuerte er schließlich beim 1. FC St. Pauli an.

Der Mann, der gern Wollmütze und Strickjacke trägt, ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt mit seiner Familie in Hamburg. Auf dem Platz lässt er mutig und offensiv spielen, kann bei Niederlagen ungenießbar werden, hält sich aber auch bei Erfolgen mit seinen Emotionen eher zurück. Wo es für seine Profis hingehen wird, zeigte bereits die erste Einheit des neuen Jahres. Die ging nämlich gleich mal über mehr als 100 Minuten. Roland Vrabec wird nun in erster Linie beweisen müssen, ob sein vielleicht schönstes Weihnachtsgeschenk für ihn auch angemessen war.

Von Torsten Kohlhaase

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