Kommentar zu Enrico Gaede: Der Stabilisator geht

Kassel. Mit Enrico Gaede verlässt der dienstälteste Löwe am Ende der Saison den Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel. Ein Kommentar von Florian Hagemann.

Vielleicht ist das eines der größten Komplimente, das man Fußballern ohne jegliches Stargehabe machen kann: dass ihr Wert gerade dann erkennbar wird, wenn sie mal nicht mitmachen. Womit wir bei Enrico Gaede wären, dem dienstältesten Spieler des KSV Hessen. Bei ihm galt über Jahre: Wenn er auf dem Platz stand, gehörte er nie zu den Künstlern, die mit Hacke, Spitze und einem Traumtörchen die Aufmerksamkeit auf sich lenkten. Als er dann aber mal nicht mitwirkte, war zu bemerken, dass irgendjemand fehlte, der das Gefüge zusammenhält.

Wenn Enrico Gaede nun also nach dieser Saison seine Karriere als Fußballer beendet, wird einer gehen, der über Jahre hinweg der Stabilisator dieses KSV Hessen war: in guten wie in schlechten Zeiten. Auf Gaede war stets Verlass – auf und neben dem Platz.

Er schaffte es somit zur festen Größe, zu einer Konstante. Dass er nie die ganz große Identifikationsfigur dieses Vereins wurde, mag auch an seinem Naturell liegen: Er macht kein großes Aufsehen um seine Person. Auch das war ein Grund dafür, dass er nicht allzu lang Kapitän dieser Mannschaft war.

Dass er nun aufhört, ist schade und nachvollziehbar zugleich. Vor allem aber nötigt der Schritt Respekt ab: Gaede geht – zum einen – zum richtigen Zeitpunkt, weil halt auch nun er mal älter wird und Jüngere nachdrängen. Zum anderen weist er gerade Jüngeren in der Regionalliga den Weg: Er hat den Übergang ins Berufsleben schleichend und vorbildlich hinbekommen.

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