Kommentar zur Insolvenz der Löwen: Überblick verloren

Kassel. Auf rund 2,5 Millionen Euro beläuft sich der Schuldenstand beim KSV Hessen. Dass er so hoch ist, war viel zu lange nicht klar. Ein Kommentar von HNA-Sportchef Frank Ziemke.

Es ist ein schlechter Tag in der Geschichte des Kasseler Fußballs. Das steht außer Frage. Auch wenn eine Insolvenz nicht mehr zwingend bedeutet, dass das Buch zu ist, auch wenn im Scheitern eine Chance liegt. Zunächst einmal bedeutet der Antrag auf Insolvenz aber eins: Es ist schlecht gewirtschaftet worden. Die Verantwortlichen der Löwen haben viel falsch gemacht. Auf rund 2,5 Millionen Euro beläuft sich der Schuldenstand. Diese Summe wurde erst bekannt, weil sich ein Fachmann der Sichtung der Vereinsfinanzen angenommen hat. Umgekehrt bedeutet das: In der Vergangenheit wurde komplett der Überblick verloren. Seit vier Jahren, so ist zu hören, ist keine detaillierte Bilanz erstellt worden. Das sagt alles.

Wie der Schuldenberg zustande kam? Es sind viel Mosaiksteine, die da eine Rolle spielen. Risikobereitschaft, um dieser Regionalliga zu entrinnen. Fehler bei Transfers wie dem von Sylvano Comvalius. Verlorene Gerichtsprozesse. Und, und, und. Dazu kommt eine mehr als unglückliche Außendarstellung, die manchen Sponsoren abwinken ließ.

Ein klarer Schnitt beim Personal ist so unausweichlich. Vor allem Finanzvorstand Dirk Lassen kann im Vorstand keine Zukunft haben. Trotzdem gilt für ihn wie auch für andere Gremiumsmitglieder: Sie in Bausch und Bogen zu verurteilen, wäre nicht fair. Ihr finanzielles Engagement hat die Löwen schließlich lange am Leben erhalten.

Rubriklistenbild: © HNA/Hedler

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