Zeit zu handeln - Kommentar zum KSV

Nach dem 1:3 des KSV am vergangenen Freitag gegen den FC Memmingen ist die Zukunft von Coach Christian Hock bei den Löwen mehr denn je ungewiss. Es war die vierte 1:3-Niederlage in Folge – das Testspiel gegen Lohfelden eingerechnet. Ein Kommentar.

Sie haben wieder verloren und dabei einen leblosen Eindruck hinterlassen. Der KSV Hessen Kassel ist dabei, in die fußballerische Bedeutungslosigkeit zu versinken. Bestenfalls trübes Mittelmaß, mehr stellen die Löwen nicht mehr dar.

Lesen Sie auch

Gremien des KSV Hessen Kassel beraten: Hock-Entscheidung heute?

Die Fans sind wütend. Was aber fast noch schlimmer ist: Viele haben sich längst abgewendet. Weil sie keine Identifikation mehr verspüren mit diesem Klub.

Am Freitag gegen Pfullendorf droht dem KSV eine Geisterkulisse im Auestadion. Nicht nur deshalb ist die Zeit zum Handeln endgültig gekommen. Trainer Christian Hock ist nicht mehr tragbar. Wahrscheinlich ist es ohnehin so, dass sein Rauswurf längst beschlossene Sache wäre, wären den Löwen finanziell nicht die Hände gebunden.

Es sind nicht einmal überwiegend fachliche Gründe, die einen Verbleib des Trainers im Amt unmöglich machen. Ein Umbruch braucht Zeit. Dass er diese Zeit nicht bekommt, das hat Hock sich aber selbst zuzuschreiben. Mit seiner unsensiblen Ausbootung des Ur-Löwen und Fan-Lieblings Thorsten Bauer hat er dem Verein einen Bärendienst erwiesen. Und letztlich auch sich selbst.

Frank Ziemke über die Situationbeim KSV

Denn Hock hat sich unter Zugzwang gesetzt. Nur schneller sportlicher Erfolg konnte ihm helfen. Der ist ausgeblieben. Weil das von Hock verpflichtete Personal überwiegend noch nicht eingeschlagen hat. Weil ein Spielkonzept bisher kaum erkennbar ist und der angekündigte Aufbau einer besseren Defensive nicht geklappt hat. Weil es zahlreiche Momente gab, in denen man sich nicht allein aus nostalgischen Gründen einen Bauer im Strafraum gewünscht hätte.

Hock hat bis heute nicht eingesehen, was er da im Sommer angerichtet, wie sehr er diesen Klub bis ins Mark getroffen hat. Hinter ihm steht nur noch einer: Giuseppe Lepore. Auch dem Geschäftsführer müsste aber langsam klar sein, dass der derzeitige Kurs ganz tief in eine Sackgasse geführt hat.

Ihm wie den KSV-Gremien bleibt eigentlich keine Wahl. Wenn sie bei ihren Anhängern einen Stimmungsumschwung bewirken wollen, dann muss Hock gehen. Sollte das finanziell schwierig sein, dann muss eben eine interne Lösung her, wie es sie mit Holger Brück schon einmal gegeben hat. Alles ist besser als der derzeitige Zustand absoluter Erstarrung. frz@hna.de

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.