"Akt der Verzweiflung" - Kommentar zur Trainerentlassung beim KSV

Kassel. Nach dem enttäuschenden 0:0 gegen die Reserve des Karlsruher SC am Mittwochabend musste der Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel handeln – so ideenlos, so leblos, so mutlos, wie sich die Spieler des Spitzenreiters bei einer Mannschaft aus dem Tabellenmittelfeld präsentiert hatten.

Dass Trainer Mirko Dickhaut gehen musste, kommt daher nicht überraschend und ist folgerichtig.

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KSV: Dickhaut ist kein Trainer mehr und zeigt Verständnis

Allerdings wird nun auch deutlich, wie sehr der Klub Opfer einer eigenen Fehleinschätzung ist: Ein Trainerwechsel reduziert sich jetzt auf einen Akt der Verzweiflung. Er hat nichts mehr zu tun mit eigener Handlungsfreiheit. Vor zwei Wochen sah das noch anders aus: Da hätte ein neuer Trainer noch Zeit gehabt, auch in spielerischer und taktischer Hinsicht Entscheidendes zu verändern. Eitelkeiten in der Führungsriege verhinderten aber eine ordentliche und zukunftsorientierte Lösung. Nun beschränken sich die Möglichkeiten eines Dickhaut-Nachfolgers fast ausschließlich auf die Motivation. Es bleibt lediglich das Prinzip Hoffnung.

Was bei all dem nicht unerwähnt bleiben darf: dass Mirko Dickhaut über fast drei Jahre eine strukturell ordentliche Arbeit geleistet hat, auch wenn er am Ende keine geeigneten Mittel mehr hatte, eine angeschlagene Mannschaft spielerisch zurück auf den Erfolgsweg zu bringen, und sich zuletzt mit personellen Umstellungen verzettelt hat. Insbesondere verdient sein Verhalten am Tag seiner Freistellung Respekt. Er tritt nicht verbal nach, sondern drückt als Fan die Daumen. Vielleicht hilft es ja.

Von Florian Hagemann

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