Sieg gegen Wehen Wiesbaden

So kommentierte KSV-Chefmährer Uwe Patzer das Pokalspiel

Chefmährer Uwe Patzer.

Kassel. Schwarze KSV-Mütze, Sonnenbrille, Zopf – und pünktlich zum Anpfiff ein Bier in der linken Hand. So kennt man ihn, den Chefmährer der Löwen.

Auch beim Hessenpokal-Halbfinale gegen Wehen Wiesbaden hat Uwe der Erste eine Menge zu sagen. Wir haben ihn begleitet, erst auf der Haupttribüne, dann auf der Osttribüne.

„3:1 tippe ich für den KSV. Zweimal Feigenspan, einmal Müller – aber leider spielen die Löwen selten so, wie ich das vorhersage“, sagt Uwe Patzer vor dem Spiel. Als der Anpfiff erfolgt, ist er schnell in seinem Element. 6. Minute: Jose-Pierre Vunguidica wird gefoult, Uwe der Erste kommentiert: „Ein Schwächeanfall – mehr war das nicht.“ Als Mike Feigenspan zu zaghaft agiert, wettert Uwe Patzer: „Mensch, hau’ doch mal richtig drauf, auch wenn du die Videowand kaputtschießt.“

Dann plätschert das Spiel so vor sich hin. Uwe der Erste zündet sich nach einer Viertelstunde seine erste Beruhigungszigarette an und vergießt einen Schluck Bier auf dem Boden. „Das ist mein Opfer an die Götter, das ich bei jedem Spiel erbringe. Ich hoffe, es hilft.“ Nach einer knappen halben Stunde wurmt ihn die Spielanlage der Löwen: „Immer diese langen Dinger nach vorn, die bringen doch nichts.“ Kurz vor der Pause lobt er dann den KSV. „Feigenspan finde ich super, der läuft jedem Ball hinterher“, sagt Uwe der Erste, als Shqipon Bektasi gerade die erste Chance der Löwen vergibt.

Dann ist Halbzeit. Der Chefmährer geht durchs Stadion in Richtung Osttribüne. Bratwurst kaufen und dann den Anpfiff zur zweiten Halbzeit abwarten. „Wenn ich ehrlich bin, stehe ich beim Fußball lieber – da kommt mehr Stimmung auf“, sagt Uwe Patzer. Während er in der Schlange wartet, um das nächste Bier zu ergattern, trippelt er unruhig hin und her. Und kommentiert: „Der KSV spielt jetzt richtig gut. Aber mit meinem Tipp wird es eng.“ Das sagt er in der 70. Minute. Ein einziges Mal habe er ein Elfmeterschießen im Auestadion erlebt – KSV gegen Bergshausen. „Lange ist es her. Aber die Löwen haben gewonnen“, erinnert sich der Chefmährer. „Heute muss ich das nicht haben.“

Erst mal bekommt Uwe eine Verlängerung. Und dann ein Tor in der 113. Minute. Von Enrico Gaede. Kein Mähren mehr, kein Kommentar: Uwe der Erste jubelt, was das Zeug hält. Wenig später ist Schluss. Sein KSV ist im Hessenpokalfinale, und das muss der BVB-Fan einen Tag nach dem Coup gegen die Bayern erst mal verarbeiten.

Halbfinale Hessen-Pokal: Löwen gegen Wehen Wiesbaden

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