Noch 11 Tage bis zum geplanten Rekordspiel

KSV Hessen gegen Baunatal: Wenn eine verrückte Idee Wirklichkeit wird 

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Die Väter der Rekordspielidee: KSV-Vorstandsmitglied Daniel Bettermann (links) und Michael Krannich, Leiter der KSV-Geschäftsstelle. 

Der Countdown läuft: Noch 11 Tage, dann steigt im Kasseler Auestadion der Rekordversucht. Das Ziel: eine neue Zuschauer-Bestmarke. Die Idee zum Spiel entstand vor einem Jahr.

Es war irgendwann im Sommer. Da flachsten sie beim KSV Hessen ein wenig herum. Die Überlegung: „Wie wäre es, aus dem Hessenligaderby gegen den KSV Baunatal ein Rekordspiel zu machen?“ Michael Krannich nahm die Sache in die Hand. Der Leiter der KSV-Geschäftsstelle fragte beim DFB an, beim Hessischen Fußballverband. Und das, was zunächst für viele verrückt klang, begann, real zu werden.

„Der Weltrekord für ein Fußball-Amateurspiel liegt bei 18 313. Den wollen wir knacken“, bringt es Daniel Bettermann auf den Punkt. „Im Auestadion gibt es Platz für 18 750 Zuschauer.“ Und los ging’s. „Ursprünglich hätte das Derby im März stattfinden sollen. Wir haben uns um eine Verlegung bemüht. Denn wenn, dann sollte es auch an einem besonderen Tag stattfinden“, erklärt Krannich.

Rekordversuch: Kein normales Hessenliga-Spiel

„Aus einem normalen Hessenligaspiel ist ein Projekt geworden.“ Der Gegner war schnell mit im Boot. „Wir waren sofort begeistert“, erklärt Bernd Bilsing, kommissarischer Fußball-Abteilungsleiter. Im November machten die Vereine die Idee öffentlich. Nun begann die Arbeit richtig. „Die anfänglichen Skeptiker haben wir relativ schnell überzeugt“, blickt Krannich zurück. Wichtig sei es gewesen, dass Firmen schnell Kartenkontingente gebucht hätten, Medienpartnerschaften entstanden, Werbespots liefen an. Mittlerweile hängen auch große Plakate, die aufs Spiel hinweisen. Immer mehr Partner kamen hinzu. „Ein bunter Querschnitt aus der gesamten Region“, fasst es Bettermann zusammen. Gemeinsam mit Krannich treibt er die Organisation federführend mit einer Heerschar ehrenamtlicher Helfer voran, viel Freizeit bleibt kaum.

Auch Ungewöhnliches versuchten die Löwen. Beim Eishockey-Wintergame in Köln trifft Bettermann zufällig auf Campino, Frontmann der Toten Hosen. „Ich habe ihn einfach angesprochen und gefragt, ob die Hosen in der Halbzeit oder nach dem Rekordspiel auftreten würden.“ Campino hörte zu. Fand die Idee gut. Sagte letztlich aber ab. „Die Toten Hosen stehen für Fortuna Düsseldorf, für die DEG und ein bisschen auch für Liverpool“, erklärt Bettermann.

Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr Siege wollt erringen, heißt eine alte Fußballer-Weisheit. Elf Tage noch sind es bis zum Rekordspiel, weshalb wir heute auch den Countdown einläuten. Die heiße Phase also.

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KSV Hessen gegen Baunatal: Fast 13.000 Karten verkauft

Erste Erfolge gibt’s schon. Fast 13.000 Karten sind verkauft. „Wir merken, dass über den KSV anders gesprochen wird. Es geht nicht mehr nur um das Thema Insolvenz“, berichtet Krannich. Die Mannschaft hat mit ihrer Erfolgsserie ebenfalls beste Werbung gemacht, kann das am Samstag mit einem Erfolg in Griesheim noch verstärken.

Und dann bleibt am Ostermontag Zeit zum Genießen. KSV-Vorstandsmitglied Jens Rose sagt: „Spiele in der fünften Liga finden vor 500, maximal 2000 oder 3000 Zuschauern statt. Jetzt wird’s fünfstellig. Es wird ein großes Volksfest für den Fußball und den Amateursport. Wir werden alle zusammen feiern.“ Dann, wenn eine verrückte Idee Wirklichkeit wird.

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