KSV: Cestonaro im Interview vor seiner Rückkehr nach Kassel

Gute Laune vor dem Pokalspiel: Am 8. November gastierte der KSV Hessen beim TSV Steinbach: Matthias Mink (links) gewann gegen Peter Cestonaro 3:1. Foto: Hedler

Kassel. Am Freitag kehrt Peter Cestonaro zurück ins Auestadion - als Trainer des Regionalliga-Neulings TSV Steinbach. Da ist ein Interview mit dem ehemaligen KSV-Stürmer natürlich Pflicht.

Im Rahmen der kleinen Festspielwochen trifft der KSV Hessen am Freitag ab 19.30 Uhr im Kasseler Auestadion auf Aufsteiger TSV Steinbach. Der bekannteste Akteur der Gäste vom Rand des Westerwalds ist der Trainer, denn Peter Cestonaro trug von 1983 bis 1986 120-mal das Trikot des KSV Hessen und verpasste mit den Löwen zweimal nur knapp den Aufstieg in die Bundesliga. Wir haben Cestonaro am Telefon erreicht.

Herr Cestonaro, Sie gastieren am Freitag als Trainer des TSV Steinbach im Kasseler Auestadion. Kribbelt es vor diesem Spiel besonders? 

Peter Cestonaro: Es kribbelt immer erst am Spieltag. Aber es ist natürlich eine sehr schöne Sache, nach Kassel zu kommen. Mit dem KSV Hessen verbinde ich tolle Erinnerungen. Leider sind unsere Leistungen damals nicht mit dem Aufstieg in die Bundesliga gekrönt worden.

Steinbach ist ein Stadtteil von Haiger mit knapp 900 Einwohnern. Wie kann man es mit so einem Umfeld in die Regionalliga schaffen? 

Cestonaro: Natürlich spielt unser Hauptsponsor Roland Kring (Siegerland-Bremsen, d. Red.) eine große Rolle, aber unser Aufstieg in die Regionalliga war dennoch eine Sensation. So etwas kann man nicht planen. Der TSV Steinbach ist innerhalb von sieben Jahren sechsmal aufgestiegen. Jetzt spielen wir gegen Offenbach, Saarbrücken und Kassel. Es ist unglaublich.

Sie haben zwei Spiele absolviert. Wie ist Ihr erster Eindruck von der Regionalliga?

Cestonaro: Es hat mich nicht überrascht, aber der Unterschied zwischen Hessenliga und Regionalliga ist immens. Vor allem im Hinblick auf Tempo und Technik. Aber wir haben beispielsweise beim 0:1 gegen den 1. FC Saarbrücken prima mitgehalten, hatten sogar Torchancen und hätten mit ein bisschen mehr Glück einen Treffer erzielt.

Es heißt, dass der TSV Steinbach noch höher hinaus will? Fühlen Sie sich unter Druck gesetzt? 

Cestonaro: Roland Kring hat wohl mal gesagt, dass er sich vorstellen kann, dass es weiterhin bergauf geht. Aber ich glaube, dass die Regionalliga vorerst das Ende der Fahnenstange ist. Ansonsten glaube ich, dass jeder Trainer unter Druck steht, dessen Mannschaft nicht punktet. Noch spüre ich viel Rückhalt, doch das würde sich vermutlich ändern, falls wir immer verlieren sollten.

Haben Sie Profis in der Mannschaft? 

Cestonaro: Wir haben keine Vollprofis. Manche Spieler arbeiten, andere sind Studenten. Deshalb trainieren wir nur dienstags zweimal. An allen anderen Tagen müssen wir uns mit einer Trainingseinheit zufrieden geben.

Hat sich Ihr Alltag verändert, seitdem Sie eine Regionalliga-Mannschaft trainieren? 

Cestonaro: Ich habe mehr Arbeit. Das fing damit an, dass wir uns verstärken mussten, und ich gleich nach dem Aufstieg nach neuen Spielern gesucht habe. Besonders schwierig war es, die vier vorgeschriebenen U23-Spieler zum TSV Steinbach zu locken. Ob die Talente in der Regionalliga bestehen, muss sich noch zeigen. Ein Glücksfall ist dagegen der 25-jährige Julian Jakobs, der aus unserer Gegend stammt und zwei Jahre bei Hansa Rostock Erfahrung gesammelt hat.

Haben Sie noch Verbindungen nach Kassel? 

Cestonaro: Nein. Ich habe Kassel vor 30 Jahren verlassen. Im Laufe der Zeit sind die Verbindungen abgerissen.

Rechnen Sie sich am Freitag Chancen aus? 

Cestonaro: Fest steht, dass wir viel lernen werden. Und um Punkte zu holen, brauchen wir sicherlich auch Glück.

Zur Person

Peter Cestonaro (61) wurde in Haiger geboren und ist dort aufgewachsen. Der ehemalige Fußballprofi ist verheiratet, Vater zweier Kinder und lebt jetzt wieder in seinem Geburtsort.

Vereine als Spieler: SSV Langenaubach (Jugend), MSV Duisburg (1972 - 1974), SSV Langenaubach (1974 - 1976), SV Darmstadt 98 (1976 - 1983), KSV Hessen (1983 - 1986), Eintracht Haiger (1986 - 1989)

Vereine als Trainer: Eintracht Haiger (1987 - 1991), FC Herborn (1996 - 1997), VfL Hamm/Sieg (1998 - 1999), SG Betzdorf (1999 - 2002), VfB Marburg (2002 - 2003) , Eintracht Wetzlar (2007 - 2008), Tus Erndtebrück 2009 - 2013), TSV Steinbach (seit 2013)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.