Testspiel der Löwen gegen den HSV

KSV: Eine Niederlage, die Mut macht

Chance vertan: Tobias Damm hatte einen Treffer für die Löwen auf dem Fuß.

Kassel. Bestes Wetter, endlich mal wieder mehr als 10.000 Zuschauer im Kasseler Auestadion und ein durchaus ansehnliches Fußballspiel.

Der Test des Regionalligisten KSV Hessen Kassel gegen den Bundesligisten Hamburger SV war durchaus eine gelungene Sache.

Der 2:0-Sieg des Favoriten aus der Hansestadt war am Ende eher nur Nebensache. Die Auffälligkeiten dieser Freundschaftspartie.

1.Labaddia und Lasogga: Bruno Labbadia war ein sehr angenehmer Gast im Kasseler Auestadion. Der Trainer des Hamburger SV plauderte vor dem Test gegen den KSV erst minutenlang mit seinem Kollegen Matthias Mink, er stand für Selfies mit Fans bereit – und er verteilte nach dem 2:0-Sieg seiner Mannschaft artig Komplimente in Richtung Kassel: „Es war ein schöner Test, die Atmosphäre war toll“, sagte der 49-Jährige.

So zufrieden Labbadia mit der Stimmung und dem Gegner war, so unzufrieden war er mit einem der prominentesten HSV-Spieler. Pierre-Michel Lasogga wechselte er bereits kurz vor der Halbzeit aus. Ob der Stürmer verletzt gewesen sei, wurde Labbadia gefragt. Und der antwortete prompt: „Verletzt war er nicht.“ Anschließend deutete der Trainer an, dass er mit Lasoggas Einstellung nicht einverstanden war: „Es haben einige Sachen nicht gepasst. Wir haben den Gegner einfach nicht mehr unter Druck gesetzt.“

2. Lob und Löw: Lob verteilte nicht nur Bruno Labbadia, sondern auch Matthias Mink. Der KSV-Trainer sprach von einer sehr schönen Geschichte für seine Mannschaft und einem guten Test in Hinblick auf das Pokalspiel am 9. August gegen ebenfalls einen Bundesligisten: Hannover 96. Interessant: Mink machte einen auf Bundestrainer Joachim Löw und bot fast eine komplette Ochsenabwehr auf: Drei der vier Abwehrspieler sind eigentlich Innenverteidiger. Steffen Friedrich und Tim Welker durften auf ihrer angestammten Position ran, Henrik Giese gab den linken Außenverteidiger. Er machte seine Sache ordentlich und sagte: „Ich spiele überall. Man kann auf jeder Position seinen Spaß haben.“

3.Knäbel und Königsklasse: Auch er war ein beliebtes Ziel von Autogramm- und Selfie-Jägern: Hamburgs Sportdirektor Peter Knäbel. Auch er verteilte Lob für Kassel, wenn er auch danach ein Schmunzeln nicht verbergen konnte. Er sagte nämlich: „Das Umfeld hier ist echt schon Champions League. Dafür müssen wir uns erst noch qualifizieren.“ Und weiter: „Der KSV Hessen ist eine sehr gut organisierte Mannschaft, und ich wünsche den Verantwortlichen, dass sie ihre Ideen am Ende der Saison umsetzen konnten.“

4.Namen und Neue:  So richtig begeistert wirkten die HSV-Stars von ihrem Auftritt in Kassel nicht. Nicolai Müller wich aus und erzählte lieber davon, dass er mal in der Jugend mit Eintracht Frankfurt in Kassel gespielt hat. Ivo Ilicevic sprach von „schweren Beinen“ nach dem Trainingslager in Harsewinkel und davon, dass sie keine Antwort auf das starke Pressing des KSV gefunden hätten. Nur Neuzugang Michael Gregoritsch aus Bochum fand alles gut. Er meinte: „Das sind alles super Jungs, und es macht riesengroßen Spaß.“

5.Optimismus und Offenbach: Für den KSV war das 0:2 gegen den HSV eine Niederlage, die Mut macht für die Partie, die wirklich wichtig ist: die am Freitag gegen Offenbach zum Auftakt der Regionalligasaison. Der starke KSV-Mittelfeldspieler Hasan Pepic sagte: „Man sieht, dass wir guten Fußball spielen können.“ Stürmer Sqipon Bektashi sprach von einer guten Generalprobe. Allerdings bleibt die Frage, wann die Löwen auch mal ihre Chancen nutzen. Auch gegen den HSV waren Möglichkeiten da – alle vergeben. Bektashi sieht aber keinen Grund zum Verzweifeln: „In dieser Woche holen wir uns den Feinschliff.“

KSV Hessen unterliegt im Testspiel dem HSV mit 0:2

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