Etat wird reduziert

KSV: Etat wird reduziert, Pressesprecher Pfennig muss gehen

Torsten Pfennig

Kassel. Das Gerücht war bereits in Umlauf, nun wird es von Vorstandsmitglied Jens Rose bestätigt: Fußball-Regionalligist KSV Hessen Kassel trennt sich am Saisonende von seinem Pressesprecher und Geschäftsstellen-Mitarbeiter Torsten Pfennig.

Hinter dieser Personalie steckt aber noch eine ganz andere Nachricht. Die Trennung erfolgt ausschließlich aus finanziellen Gründen. Das heißt: Die Löwen wollen in der kommenden Saison sparen.

„Wir müssen“, sagt Rose und liefert auch Zahlen: „Wir haben bereits in der laufenden Saison einen dringend notwendigen Schritt zurück gemacht. Statt mit einem Etat von 2,45 Millionen Euro sind es nur noch 2,05. Für das kommende Jahr sollen es dann 1,75 Millionen sein.“ Die Summe gilt für den Gesamtetat des Vereins. Und natürlich für den Fall, dass der KSV weiterhin in der Regionalliga spielen würde. Parallel dazu gibt es auch Planungen für den Fall des Aufstiegs. Dann würde der KSV-Etat deutlich über drei Millionen Euro liegen. In der Dritten Liga nämlich könnten die Kasseler mit mehr Zuschauern, höheren Marketingeinnahmen und vor allem mit Fernsehgeld kalkulieren.

Ausbleibendes TV-Geld ist laut Rose einer der Gründe, warum der KSV zum Sparen gezwungen ist. „Als wir in der Liga gestartet sind, da gab es noch 300 000 Euro. Jetzt sind wir bei null“, erklärt er. Die schweren und sportlich enttäuschenden letzten zwei Spielzeiten haben zudem Spuren hinterlassen. Und die aktuelle Saison? „Die Zuschauerzahlen sind okay, aber natürlich hätten wir gern mehr. Leider höre ich zu oft: Steigt erst mal auf, erst dann kommen wir“, sagt Rose. Grundsätzlich sei die Regionalliga in jetziger Form für die Traditionsklubs immer schwerer zu finanzieren, erklärt Rose, verweist auf das Beispiel der TuS Koblenz, die aus finanziellen Gründen bereits auf die Möglichkeit des Aufstiegs verzichtet habe. Auch der KSV müsse die Ausgaben den möglichen Einnahmen anpassen.

Pfennig also ist das erste Opfer des Sparkurses. Er selbst schweigt, erklärt nur: „Ich bitte um Verständnis, dass ich zu dieser Sache nichts sagen möchte.“ Pfennig war seit dem Frühjahr letzten Jahres hauptamtlich tätig, zuvor bereits ehrenamtlich. Ein wesentlicher Teil seiner Arbeit lag in der Geschäftsstelle. Sie will der KSV durch Umstrukturierungen auffangen. Zudem kehrt mit Julia Steinfatt eine Teilzeitkraft aus dem Mutterschutz zurück. Pfennigs Pressearbeit soll von freien Mitarbeitern übernommen werden.

Damm vor Verlängerung

Und wie geht es sportlich weiter? In der Regionalliga würde der Kader verkleinert. Mit allen Spielern gab es Gespräche: „Es gibt eine hohe Bereitschaft, bei uns zu bleiben“, sagt Rose. Viele Akteure haben ihren Verbleib den von Trainer Uwe Wolf geknüpft. In einem Fall deutet aber alles bereits auf eine baldige Verlängerung hin. Stürmer Tobias Damm, derzeit am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankt, wird wohl bleiben. Für Rose ein wichtiges Signal: „Wir wollen zeigen, dass wir trotz der gesundheitlichen Probleme zu ihm stehen.“

Von Frank Ziemke

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