Es hat sich im Vergleich zum Saisonbeginn fast alles verändert

KSV-Gegner Steinbach: Mit Trainer Brdaric und neuem Team

In der Nationalmannschaft: Steinbachs Trainer Thomas Brdaric (links) mit Bundestrainer Rudi Völler im Jahr 2004. Foto: dpa

Kassel. Als der TSV Steinbach Mitte August des vergangenen Jahres zum Punktspiel im Kasseler Auestadion antrat und 0:5 verlor, hieß der Trainer noch Peter Cestonaro.

Aber nicht nur das wird sich beim Gegner geändert haben, wenn die Löwen morgen in Steinbach die Restrückrunde in der Fußball-Regionalliga angehen (Anpfiff: 19 Uhr). Es hat sich viel getan im und rund um den Verein aus dem Haigerer Stadtteil. Ein Überblick.

DER TRAINER UND DAS TEAM

Dass der TSV Steinbach kein Verein mehr ist, der die Regionalliga als Abenteuer begreift, zeigt sich in der Trainerfrage: Im Oktober musste der ehemalige KSV-Spieler Peter Cestonaro gehen. Er hatte den Klub aus dem Lahn-Dill-Kreis zwar in die Regionalliga geführt, dann aber einen Fehlstart zu verantworten. Für ihn kam einer, der in Zeiten des deutschen Rumpelfußballs sogar acht Länderspiele bestritten hat: Thomas Brdaric.

Unter ihm soll das Projekt Steinbach weiter professionalisiert werden. Die Entwicklung beschleunigt sich, dass sich der TSV immer weiter entfernt von einem Team aus Freierabendkickern. In der Winterpause gab es gar zwei Trainingslager, eines davon über zehn Tage in Portugal.

Geld ist durchaus vorhanden. Es kommt vom international tätigen, aber ortsansässigen Bremsenhersteller Sibre. Das Problem: Steinbach ist auf Platz 16 auch unter Brdaric akut abstiegsgefährdet, weshalb jetzt schon feststeht, dass es mit dem siebten Aufstieg in acht Jahren nichts wird. Die Frage ist nur, ob es wieder bergab geht. Dies verhindern sollen auch die Neuzugänge, von denen es in der Winterpause reichlich gab: sage und schreibe 13, wobei die großen Namen fehlen.

Brdaric muss aus ihnen jetzt eine Einheit formen, die erste Bewährungsprobe gibt es morgen gegen den KSV und einen alten Bekannten: Mit Löwen-Trainer Matthias Mink spielte der 41 Jahre alte Brdaric Ende der 90er-Jahre beim Zweitligisten Fortuna Köln. Mink hielt die Abwehr zusammen, Brdaric schoss die Tore. Für ihn war es der Beginn seiner Karriere, die ihn zu Bayer Leverkusen, Hannover 96 und den VfL Wolfsburg führen sollte. Bei den Amateuren des VfL arbeitete er auch als Trainer, bevor er nach Steinbach kam.

DER RASEN 

Nicht nur die Steinbacher Mannschaft ist runderneuert, sondern auch das Sibre-Sportzentrum Haarwasen in Haiger – dem Austragungsort der morgigen Partie. Dort ist ein Rollrasen verlegt worden, der alte Rasen hatte nach 40 Jahren ausgedient.

DIE TRAGÖDIE 

Die Winterpause war in Steinbach nicht nur geprägt von der Suche nach Neuzugängen, sondern auch von einem tragischen Fall: An Silvester wurde Steve Gohouri tot aufgefunden – im Rhein bei Krefeld. Der ehemalige Profi von Borussia Mönchengladbach gehörte seit Dezember zum Kader der Steinbacher, hatte ein Spiel absolviert. Kurz vor Weihnachten war Gohouri spurlos verschwunden. Die Umstände seines Todes sind weiterhin ungeklärt. Eine Gewalteinwirkung durch Dritte wurde aber ausgeschlossen.

Vor dem Spiel gegen den KSV Hessen soll es morgen eine Schweigeminute in Gedenken an Steve Gohouri geben.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.