Entscheidung der Regionalliga Südwest: Keine Aufsteiger aus den Oberligen

KSV Hessen hat Klassenerhalt fast sicher

Das Logo der Regionalliga Südwest lehnt an einem Pfosten.
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Ein Symbolbild: Das Logo der Regionalliga Südwest lehnt an einem Pfosten.

Es war eine E-Mail, die unspektakulär daherkam: Gestern Abend gegen 18 Uhr verschickte Felix Wiedemann, Sprecher der Fußball-Regionalliga Südwest, eine Nachricht mit dem Betreff „Weitere Presseinformation vom 29.04.2021“.

Kassel – Darin befand sich ein Word-Dokument mit einem ebenfalls nichtssagenden Titel. Nur der Satz „Die Gesellschafterversammlung und die Spielkommission der Regionalliga Südwest GbR haben entsprechende Beschlüsse hinsichtlich der Zulassung zur Spielzeit 2021/22 gefasst“, ließ aufhorchen.

Den großen Knall gab es dann beim Öffnen des Dokuments – wenn auch nicht wörtlich gemeint.

„Regionalliga Südwest: Keine Aufsteiger aus den Oberligen“, so lautet der Titel einer zweiseitigen Mitteilung. Und die hat es in sich. Zusammengefasst verkündet die Regionalliga Südwest mit diesem Schreiben, dass es keine Aufsteiger aus den drei Oberligen Hessen, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz/Saar geben wird. Normalerweise steigen die drei Meister direkt auf, ein vierter Aufsteiger wird zwischen den drei Zweitplatzierten ermittelt. Im Umkehrschluss bedeutet das: Stand jetzt wird es statt sechs nun nur zwei Absteiger aus der Südwest-Staffel geben. Denn: Wie Sascha Döther, Geschäftsführer der Regionalliga Südwest, in einem Gespräch mit unserer Zeitung Anfang April bestätigt hatte, wurde in der Spielordnung einmalig verankert, dass es sechs Absteiger gibt – unabhängig davon, wie viele Mannschaften aus der 3. Liga absteigen. Weiterhin sagte Döther: „Gibt es keine Aufsteiger, reduziert sich die Zahl der Absteiger.“ Noch gestern kündigten Fünftligisten vereinzelt die Prüfung von Rechtsmitteln an.

Für den KSV Hessen Kassel, der morgen im Auestadion ab 14 Uhr Kickers Offenbach empfängt, bedeutet dieser Beschluss, dass der Klassenerhalt fast sicher ist. Auf dem vorletzten Platz liegt derzeit der FC Bayern Alzenau mit 22 Punkten und einem Torverhältnis von -36. Die Löwen haben mit 43 Punkten 21 mehr, dabei ein Torverhältnis von -11. Weil der Letzte Stadtallendorf (zwölf Punkte) den KSV in den verbleibenden acht Partien nicht mehr einholen kann, müsste Alzenau mindestens sieben der letzten acht Spiele gewinnen und dabei das Torverhältnis deutlich verbessern. Der KSV wiederum wäre seinerseits sicher gerettet, wenn er noch mindestens vier Punkte aus acht Partien holt.

„Wir hätten es auf jeden Fall lieber auf dem regulären sportlichen Weg geschafft. Aber da sieht man auch wieder, was Corona anrichtet“, sagte KSV-Trainer Tobias Damm gestern Abend, kurz nach der Entscheidung. „Ich habe gemischte Gefühle dabei. Natürlich würden wir am Ende lieber ohne diesen Beschluss über dem Strich stehen. Ich denke aber auch, dass es die richtige Konsequenz ist. Die Teams in den Oberligen haben einfach nicht genug Spiele gemacht“, sagte Damm. Und ergänzte: „So ein Sieg wie gegen Großaspach vergangene Woche, das ist Freude pur, das ist Sport. Corona macht die Emotionen kaputt.“

Die Regionalliga begründete die Entscheidung damit, dass als Voraussetzung für die sportliche Qualifikation als Aufsteiger mindestens 50 Prozent der im jeweiligen Spielmodus vorgesehenen Spiele absolviert hätten werden müssen. Dies sei sach- und interessengerecht. Durch die wenigen ausgetragenen Partien in den Oberligen (zwischen sechs und 13) werde den bisherigen sportlichen Leistungen kein hinreichender Aussagewert für die Ermittlung von Aufsteigern beigemessen. Es habe das Bedürfnis nach einer einheitlichen Regelung für alle drei Oberligen gegeben. Grundlage für den Beschluss sei eine interne Prüfung sowie ein externes Rechtsgutachten.

Klar ist bereits, dass die Oberligisten nicht kampflos aufgeben werden. 20 Minuten nach der Mail der Regionalliga gab beispielsweise Eintracht Trier ein Statement ab, in dem es heißt: Man werde die Entscheidung und Argumentation schnellstmöglich juristisch prüfen lassen und gegebenenfalls jede Möglichkeit ausschöpfen, gegen den Beschluss vorzugehen. Trier stand zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auf Platz eins der geteilten Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar. (Maximilian Bülau)

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