Samstag, 14 Uhr, Auestadion 

KSV Hessen gegen Alzenau: Von der Burg in die Festung

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Das Wahrzeichen der Stadt: Die Burg Alzenau liegt über der Kahlaue. Einst war sie der Verwaltungssitz der Kurfürsten von Mainz. Sie wurde um das Jahr 1400 erbaut. 

Genau genommen hat der FC Bayern Alzenau in der Fußball-Hessenliga eine Sonderstellung.

Denn wie der Name des Vereins schon sagt, liegt der Ort nicht in Hessen, sondern in Bayern – etwa 20 Kilometer von Aschaffenburg und 35 Kilometer von Frankfurt entfernt in Unterfranken an der Grenze der beiden Bundesländer. Sportlich orientiert sich der 1920 gegründete Klub aber in den Norden nach Hessen. Und so kommt es auch, dass heute der KSV Hessen Kassel die Alzenauer im Auestadion empfangen kann (14 Uhr).

Im Zentrum der Stadt Alzenau oberhalb des Marktplatzes steht mit der Burg Alzenau eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Ortes. Der Gründung dieser Burg sowie der Namensgebung der Stadt liegt eine Sage zugrunde, die mit der Randenburg bei Kälberau zusammenhängt. Der Sage nach wurde die Randenburg einst eingenommen, der Frau des Burgherren anschließend freier Abzug gewährt – sie durfte mitnehmen, was sie tragen kann. Die Frau entschloss sich dazu, ihren Ehemann auf die Schultern zu nehmen. Irgendwann wurde der ihr zu schwer, und der Mann bat sie, ihn zurückzulassen. Doch sie antwortete: „All zu nah.“ Und schleppte ihn noch über eine nahe Anhöhe. Dort sollen die beiden eine neue Burg gegründet haben . In Gedenken an die Rettung sollen sie diese „Allzunah“ genannt haben, woraus später der Name der Stadt Alzenau entstand.

So viel zur Geschichte des 18 500-Einwohner-Ortes. Ob Alzenaus Trainer Angelo Barletta in der Vorbereitung auch auf Treppenläufe mit Gewicht auf den Schultern hoch zur Burg setzt, ist nicht bekannt. Fit waren seine Fußballer aber auf jeden Fall zum Saisonstart. Die ersten sieben Spiele gewannen die Alzenauer allesamt. Insgesamt ließ der Tabellenzweite lange kaum Punkte liegen, brach aber kurz vor der Winterpause ein wenig ein. Da gab es zwei Unentschieden gegen Griesheim und Ginsheim sowie eine Niederlage in Baunatal. Und auch nach der Pause brauchten die Unterfranken ein wenig, gaben Zähler beim 2:2 in Friedberg und 0:3 in Fulda ab.

Doch zuletzt holten sie dann ein deutliches 5:0 gegen Waldgirmes mit zwei Treffern von Toptorjäger Hedon Selishta. Der traf in 20 Spielen bereits 24 Mal und ist damit für mehr als ein Drittel aller Alzenauer Tore verantwortlich. Selishta kam erst im vergangenen Sommer aus der Oberliga Westfalen vom TuS Erndtebrück nach Alzenau, war aber auch schon für Meppen und Lüneburg in der Regionalliga aktiv.

Auffällig ist die Alzenauer Heimstärke. Im eigenen Stadion, das mittlerweile Main-Echo-Arena heißt, gab es nur gegen Gießen (1:2) und die Löwen (1:1) nicht drei Punkte. Weil das Stadion umgebaut wird, musste die Partie der Baunataler in Alzenau zu Beginn des Jahres noch verlegt werden. Es entsteht eine neue Tribüne – schon mit Blick auf einen Aufstieg in die Regionalliga.

Heute kommt die Mannschaft von der Burg aber in eine richtige Festung. In eine, die schon seit dem 25. November 2017 nicht mehr eingenommen wurde. Damals verlor der KSV im Auestadion gegen Saarbrücken 1:2. Danach gab es zumindest in der Liga keine weitere Niederlage in Kassel mehr. Eine Qualität der Löwen ist dabei, sich gegenseitig zu helfen – also fast ein wenig zu tragen.

Allzunah könnten sich die beiden Teams nach diesem Spieltag auch in der Tabelle wieder sein. Denn bei einem KSV-Sieg sind es nur noch vier Punkte Rückstand bei einem Spiel weniger. Hoffnung darauf macht diese Nachricht: Stürmer Basti Schmeer kann spielen.

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