Fußball-Regionalliga

Krönung in der Nachspielzeit: KSV Hessen dreht Spiel gegen VfB Stuttgart II und gewinnt 3:2

Der Torschütze in Aktion: Kassels Jon Mogge (rechts, gegen einen Stuttgarter Verteidiger).
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Torschütze in Aktion: Kassels Jon Mogge (rechts, gegen einen Stuttgarter Verteidiger).

Dank eines späten Treffers von Brian Schwechel gewann der KSV Hessen Kassel in der Fußball-Regionalliga Südwest gegen den VfB Stuttgart II.

Kassel - Was für ein Fußballabend im Auestadion. Im dritten Saisonspiel hat Regionalligist KSV Hessen Kassel den ersten Saisonsieg eingefahren. Dieses 3:2 (1:1) gegen den VfB Stuttgart II aber war eine rassige Auseinandersetzung, die in der Nachspielzeit ihre Krönung fand. Zweimal hatte der KSV einen Rückstand ausgeglichen. Und mit der letzten Aktion gelang Brian Schwechel der von 1550 Zuschauern bejubelte Siegtreffer.

Stuttgart musste auf Sven Schipplock verzichten, der zur ersten Mannschaft hochgezogen wurde, die derzeit akute Stürmernot hat. Trotzdem waren es die Gäste, die das Spiel sofort in die Hand nahmen. Mit frühem Pressing provozierte der VfB Ballverluste der Löwen. Es kam dann bald vieles zusammen in dieser unglücklichen Anfangsphase. Linksverteidiger Alexander Mißbach schied in der 8. Minute aus, für ihn kam Ingmar Merle. Wenig später lagen die Gastgeber auch schon hinten. Serkan Durna verlor den Ball in der Stuttgarter Hälfte - und dann ging es ganz schnell. Jayden Bennetts trieb ihn nach vorn, Alou Kuol tanzte Merle aus und ließ Schlussmann Niklas Gröteke keine Chance.

Nach 19 Minuten stand es 0:1. Es sah wirklich nicht gut aus für den KSV. Der nicht in Tritt kam. Der seltsam apathisch wirkte. Bis, ja bis alles nach und nach besser wurde. Den Anfang machte Merle mit einem seiner listigen Freistöße (28.). Von rechts. Mit rechts. Nicht als Flanke, sondern direkt. Torhüter Sebastian Hornung hatte im kurzen Eck Mühe, die Fäuste an den Ball zu bringen. Plötzlich spielten nur noch die Löwen. Sie hatten Chancen durch Jon Mogge und Lukas Iksal. Dann kam die 35. Minute. Und mit ihr ein Angriff, wie er im Auestadion lange nicht zu sehen war. Er begann mit Merles Grätsche gegen Bennetts tief in der eigenen Hälfte. Dann wanderte der Ball über mehrere Stationen zu Durna. Nael Najjar marschierte die linke Linie hinunter, doch Durna leitete das Leder in die Mitte, wo Mogge zum 1:1 abschloss.

Vor den Augen der Handball-Nationalspieler Silvio Heinevetter und Timo Kastening von der MT Melsungen nahmen die Gastgeber den Schwung des Ausgleichs mit in die zweite Hälfte, übten enormen Druck aus. Mogge hatte kurz nach der Pause bereits das 2:1 auf dem Fuß, später scheiterten nach Merles Freistoß Jörn-Hendrik Starostzik mit einem Kopfball und Daniele Vesco im Nachschuss (62.).

Aber: Stuttgart stand nicht nur hinten drin, bereitete den Gastgeber vor allem bei Standards große Probleme. Diese Lufthoheit im Strafraum war es dann auch, die den KSV zum zweiten Mal in Rückstand geraten ließ. Jakob Suver köpfte eine Ecke unbedrängt ein (68.).

Die zweite Niederlage der Saison war nah. Doch dann erbebte das Auestadion in einer irren, einer furiosen Schlussphase. Und einer kuriosen dazu. In der 85. Minute bekommt der KSV einen Freistoß. Merle bringt ihn herein. Natürlich Merle. Starostzik stochert den Ball über die Linie. Jubel, dann geht die Fahne des Linienrichters hoch. Abseits? Kein Tor? Nein, wirklich kein Tor. Aber es gibt Elfmeter. Schlussmann Hornung hatte offenbar gefoult. Merle, wer sonst, tritt an, behält die Nerven. In der 87. Minute haben die Löwen wie schon im ersten Heimspiel gegen Steinbach einen Punkt gesichert. Aber es kommt noch besser. Die Nachspielzeit läuft, die letzte Aktion. Noch einmal drängt der KSV in den Strafraum. Mogge legt den Ball quer – und der eingewechselte Brian Schwechel steht plötzlich frei. Schießt. Trifft! Dreht zum Jubel ab Richtung Kurve. Die Partie wird gar nicht mehr angepfiffen. Und Trainer Tobias Damm sagt später nur noch: „Ich bin sprachlos!“ (Frank Ziemke)

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