Die Saison in der Hessenliga

Der KSV Hessen in der Einzelkritik: Schmerle und der Vorlagen-König

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Der Mann für die besonderen Momente: Ingmar Merle wurde auf unterschiedlichen Positionen gebraucht, traf mehrmals traumhaft und war ein Anführer der Löwen.

Es fällt schwer, die Saison des KSV Hessen zu bewerten. Das Ziel Aufstieg wurde verpasst, der erneute Punktabzug – dieses Mal wegen fehlender Schiedsrichter – trug seinen Teil dazu bei.

Dafür konnten die Spieler des Fußball-Hessenligisten nichts. Eine Enttäuschung ist Platz drei so sicher nicht. Vor allem nicht beim Blick auf den jungen Kader. Die Löwen in der Einzelkritik:

Sie haben beim KSV Hessen überzeugt

Ingmar Merle (29) war der Mann für die besonderen Momente. Das zog er bis zum Schluss durch und sah in Flieden nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung die Rote Karte – und läutete damit die Aufholjagd der Löwen ein. Vorher begeisterte „Inge“ aber mit Einstellung und tollen Freistoßtreffern.

Zehn Tore von Merle, 21 von Sebastian Schmeer (32), dazu fünf Vorlagen – der Stürmer hat seinen Job erfüllt. Zusammen waren sie die Torgaranten des KSV – und wurden von unserer Zeitung daraufhin „Schmerle“ getauft. Beide bleiben den Löwen erhalten. Das ist bei Adrian Bravo Sanchez (25) noch nicht klar. Es ist aber zu hoffen. Denn der Mittelfeldspieler ist nicht nur der Dauerläufer und absolvierte mit 2846 Ligaminuten die meisten im Team. Bravo Sanchez lieferte auch 17 Torvorlagen und zeigte sich als Mentalitätsmonster.

Den absoluten Durchbruch hat in dieser Spielzeit Außenverteidiger Nael Najjar (22) geschafft. Nach Bravo Sanchez stand er mit 2790 die zweitmeisten Minuten auf dem Feld. Und seine Einsatzzeit verbrachte er zumeist im Vollsprint – die rechte Seite hoch und runter. Fünf Tore sind für einen Verteidiger zudem ein starker Wert. Nicht ganz so häufig stand der verletzungsgeplagte Tim Brandner (28) auf dem Rasen. Doch Najjars Gegenstück auf links erledigte seine Arbeit ebenso gewissenhaft und akkurat.

Mit 31 Gegentreffern stellten die Löwen die zweitbeste Abwehr der abgelaufenen Saison. Einen großen Anteil daran hat Torhüter Niklas Hartmann (29), der in elf Spielen ohne Gegentor blieb. Keiner seiner Torwart-Kollegen schaffte das häufiger. Die Weiße Weste gehört ihm.

Sie haben beim KSV Hessen ihr Soll erfüllt

Dass Kapitän Frederic Brill, der gestern 27 Jahre alt wurde, in dieser Kategorie geführt wird, liegt eher an seinem unspektakulären Spielstil. Auf ihn war immer Verlass. Er hat das Team geführt. Brian Schwechel(20) könnte Kassel im Sommer verlassen und es eine Liga höher versuchen – das besagen zumindest die Gerüchte. In der abgelaufenen Spielzeit war er lange Stammkraft, verlor seinen Platz anSergej Evljuskin (31), als er verletzt fehlte. Als dieser wiederum ausfiel, rotierte Schwechel zurück ins Team. Für beide gilt: Sie können mehr, haben aber ordentlich gespielt.

Mahir Saglik(36) stieß erst im Winter zum KSV, machte dann aber das, was von ihm erwartet wurde: Er lieferte neun Tore und drei Vorlagen. Der erfahrene Offensivmann muss sich aber noch mehr ins Spiel einbinden. Zu einer starken Alternative hat sich Jon Mogge (22) im Verlauf der Saison entwickelt.

Marco Dawid(24) zeigte ein Jahr mit viel Licht und ein wenig Schatten. Sein Tempo ist unverzichtbar, sieben Tore und sechs Vorlagen sind in Ordnung. Er muss aber kaltschnäuziger im Abschluss werden. Erwartungen erfüllt gilt auch fürJan-Philipp Häuser (21) undLuis Allmeroth(20). Beide kamen im vergangenen Sommer zu den Löwen, beide sind Innenverteidiger. Allmeroth bekam etwas mehr Spielzeit in der Hinrunde, Häuser mauserte sich 2019 zum Stammspieler.

Sie rücken beim KSV Hessen in den Fokus

In der kommenden Spielzeit werden einige Spieler mehr in den Fokus rücken, denn die Rotation des KSV war eher klein. Fit war Michael Voss(20) häufig eine der ersten Alternativen auf außen. Auch Janik Ziegler (20) hat dort gute Ansätze gezeigt. Laurin Unzicker (21) war in der vergangenen Saison schon einen Schritt weiter, fiel aber lange verletzt aus.Ioannis Mitrou (19) deutete seine technischen Fähigkeiten des Öfteren an, muss körperlich aber noch etwas zulegen. Egli Milloshaj(25) wurde am Saisonende immer besser. Ersatztorwart Niklas Neumann(19) ist auch einer, der in den Fokus hätte rücken können, verlässt den KSV aber in Richtung USA.

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