2:2 in Hanau 

KSV Hessen erneut mit schwacher erster Halbzeit - diesmal in Hanau

+
Kaum zu fassen: Alban Meha beißt sich auf die Finger. Dieses Foto entstand beim Heimspiel gegen Eintracht Stadtallendorf. 

Warum? Diese Frage stellt sich nach Auftritten des KSV Hessen Kassel in der aktuellen Spielzeit fast nach jedem Spiel.

Kassel/Hanau – Es ist kaum zu erklären, warum der Fußball-Hessenligist keine konstanten 90 Minuten auf den Rasen bekommt. Auch in Hanau zeigten die Löwen wieder eine ganz schwache erste Halbzeit, nach der sie 0:2 zurücklagen.

Um dann in den zweiten 45 Minuten ein anderes Gesicht zu zeigen, auszugleichen und schließlich sogar noch die Möglichkeit auf einen Sieg zu haben.

Auch Trainer Dietmar Hirsch ist angesichts dieses immer wiederkehrenden Schemas etwas ratlos. „Das ist schon merkwürdig. Wenn wir eine ganze Partie schlecht spielen, ist das die eine Sache. Aber so. Ich würde gern mal in die Köpfe meiner Spieler schauen“, sagt Hirsch.

Es wirkt beinahe so, als könnte der KSV ohne Rückschläge keine ordentliche Leistung auf den Platz bekommen. Zum Auftakt in Stadtallendorf lagen sie zur Pause 1:4 hinten, verloren am Ende 3:4. Beim Heimspiel gegen denselben Gegner lautete der Halbzeitstand 0:2, das Endergebnis 2:2. Wie am Samstag in Hanau.

„Eigentlich sind die Köpfe frei, keine Punkte aufzuholen in dieser Saison. Aber die Stabilität ist nicht da. Über die erste Halbzeit ärgere ich mich“, sagt der Coach. Denn nach dieser mussten die Löwen eben einem 0:2 hinterherlaufen. Salvatore Bari – der Bayern Alzenau mit dem späten Ausgleich in Gießen am letzten Spieltag der vergangenen Saison in die Aufstiegsrunde geschossen hatte und dann nach Hanau gewechselt war – stand ganz allein im Strafraum und köpfte ein (3.). In der 30. Minute rasselten dann die KSV-Innenverteidiger Ingmar Merle und Jan-Philipp Häuser mit den Köpfen zusammen und ebneten so den Weg zum 0:2. Am Ende war mit Tim Franz ebenfalls ein Ex-Alzenauer der Nutznießer.

Eigentlich könnte so ein Rückstand für Verunsicherung sorgen. Doch die Löwen kamen zumindest ein wenig verändert aus der Pause. „Der Gegner hat taktisch etwas anders gespielt, als wir es erwartet haben, mit einer Fünferkette in der Abwehr. Damit sind wir anfangs überhaupt nicht zurechtgekommen“, sagt Hirsch. Beim Stand von 0:2 wechselte er nach 38 Minuten bereits aus. Für Adrian Bravo Sanchez, der dieses Mal von Beginn an spielen durfte, kam Nasuf Zukorlic. „Das war kein leistungsbedingter Wechsel, sondern ein taktischer. Ich habe dann auf zwei Stürmer umgestellt – einen Zehner hatten wir so nicht mehr, also musste Adrian runter“, sagt der Trainer. Gegen Stadtallendorf beim Auftakt habe er zu spät reagiert, dieses Mal habe er es besser machen wollen. Weil aber auch der Gegner Fehler machte, kam der KSV zurück ins Spiel.

Hanaus Kristijan Bejic spielte einen schlimmen Fehlpass, Jon Mogge nahm dieses Geschenk an und verkürzte (65.). Wenig später zog Frederic Brill aus mehr als 20 Metern ab und erzielte den Ausgleich (71.). In der Folge hatte der KSV sogar Chancen, das Spiel noch für sich zu entscheiden, nutzte diese aber nicht.

„Der Sieg war am Ende sogar noch drin“, sagt Hirsch und ärgert sich über zwei verlorene Punkte. Er merkt aber auch an, dass seiner Mannschaft teilweise die Lautstärke auf dem Platz fehle, immer wieder taktische Undiszipliniertheiten dabei seien.

Der KSV hat in Hanau mal wieder eine schwache Halbzeit mit einer besseren zweiten kaschiert. Aber: Wieder wurden Punkte liegengelassen. Der Aufstieg war eigentlich das Ziel.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.