Fußball-Hessenligist trifft auf Stadtallendorf

KSV Hessen: Verkehrte Welt bei den Löwen

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Hat viel zu tun: KSV-Trainer Dietmar Hirsch.

Der KSV Hessen empfängt in der Fußball-Hessenliga am Samstag im Auestadion den Regionalliga-Absteiger Eintracht Stadtallendorf. 

Es heißt ja: Manchmal muss jemand einen Schritt zurück machen, um dann zwei nach vorn gehen zu können. Auf den KSV Hessen Kassel gemünzt, ist das die positive Betrachtungsweise der derzeitigen Situation. Der Fußball-Hessenligist hat nach drei Spieltagen sechs Punkte geholt. Das, was die Mannschaft in den vergangenen Jahren auszeichnete, ist aber derzeit die Schwäche. Morgen gegen Eintracht Stadtallendorf im Auestadion (14 Uhr) – das zweite Aufeinandertreffen am vierten Spieltag – soll ein Teil dieser verkehrten Welt bei den Löwen wieder besser werden.

Denn der KSV bestach in den vergangenen Jahren vor allem durch die Defensive. Und war gefährlich nach Standardsituationen. Trainer Dietmar Hirsch bemängelt am vergangenen Auftritt in Waldgirmes neben der ausbaufähigen Chancenverwertung: „Wir hatten zwölf Ecken. Aus keiner ist etwas geworden. An den Standards müssen wir arbeiten.“ Überraschend ist dieser Wandel des Teams, weil das Personal beinahe unverändert ist.

Allerdings: Nael Najjar und Adrian Bravo Sanchez – in der zurückliegenden Saison für Ecken und Freistöße aus dem Halbfeld zuständig – standen zuletzt nicht auf dem Feld. Najjar fehlt verletzt, Bravo Sanchez saß nur auf der Bank.

So weit zu den Standards. In der Defensive lief es zuletzt in Waldgirmes mit Sergej Evljuskin neben Neuzugang Alexander Mißbach in der Innenverteidigung besser. „Wir haben hinten ganz wenig zugelassen. Defensiv war das viel besser“, sagt Hirsch. Im Hinspiel am ersten Spieltag in Stadtallendorf hatten vier krasse Abwehrfehler zur 3:4-Niederlage geführt. Der Trainer sagt nun: „Wir haben diese Partie hinterher auseinandergepflückt. Ich muss meiner Mannschaft nichts mehr dazu sagen. Sie weiß, was sie zu tun und zu lassen hat.“

Ein Schritt zurück, zwei nach vorn – das könnte vor allem auf die Defensive zutreffen. Denn unter Hirsch steht der KSV sehr hoch, versucht, im Aufbau immer spielerische Lösungen zu finden. Das ist neu, ungewohnt. Und so schleichen sich naturgemäß zunächst Fehler ein. Dann sollte aber eine Entwicklung einsetzen, die es den Gegnern schwerer macht.

Unverändert ist dagegen die Heimstärke des KSV – auch wenn es in der jungen Spielzeit erst einen Auftritt im Auestadion gab. Der wurde aber beim 4:2 gegen Friedberg siegreich gestaltet. Das soll sich auch morgen nicht ändern, wenn die Mittelhessen mit den Ex-KSV-Spielern Arne Schütze und Ioannis Mitrou zu Gast sind.

Das Verhalten bei langen, hohen Bällen, die im Hinspiel zu drei von vier Gegentreffern geführt haben, wurde laut Hirsch nicht extra trainiert. Und wer weiß: Vielleicht ist diese verkehrte Welt bei den Löwen auch gar nicht so verkehrt. Ein Schritt zurück, zwei nach vorn – dann verpasst der KSV dieses Mal den Aufstiegsplatz nicht in letzter Sekunde.

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