Warum die Hoffnung mitreist

KSV Hessen: Kann der Knoten heute in Saarbrücken platzen?

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Will in der Krise Verbissenheit zeigen: KSV-Trainer Matthias Mink, der heute mit seinem Team in Saarbrücken gastiert.

Kassel. Zu Beginn dieses Textes gleich ein Zitat aus dieser Woche. Von einem, der Fan ist. Auch dann, wenn es nicht so läuft.

Das Zitat geht so: „Es ist vielleicht verrückt, aber ich fahre nach Saarbrücken. Ich möchte mir später nicht vorwerfen müssen, dass ich nicht dabei war, wenn der Knoten platzt.“

Die Hoffnung! Sie ist einer der wichtigsten Wesenszüge des Fan-Seins. Allen, die es etwas konkreter haben wollen vor dem heutigen Spiel des KSV Hessen Kassel beim Mitfavoriten 1. FC Saarbrücken, dient – natürlich – die Statistik. Sie liefert Hinweise darauf, warum der Knoten beim heimischen Fußball-Regionalligisten nach mittlerweile sieben Spielen ohne Sieg auswärts eher platzen könnte als zu Hause.

Beispiele? In der Heimtabelle liegen die Löwen mit zehn Punkten auf Platz neun. In der Fremde sammelte die Mannschaft von Matthias Mink 15 Zähler, ist Dritter der Rangliste und ungeschlagen. „Wir agieren taktisch nicht groß anders. Fakt ist aber, dass der Gegner meist anders agiert und im Auestadion tiefer steht“, sagt der Trainer.

Ein weiterer Punkt; Zehn Toren im Auestadion stehen zwar nur acht Treffer auswärts gegenüber, aber: Daheim verteilten sich die Erfolgserlebnisse auf nur drei Partien. Auf dem Platz des Gegners dagegen gab es in sechs von sieben Spielen mindestens einen Treffer. Einzige Ausnahme ist das 0:0 bei Kaiserslautern II vor zwei Wochen. Und wem auch das statistisch noch nicht reicht für zumindest einen Hoffnungsschimmer: Auch Saarbrücken ist seit vier Spielen sieglos.

Zur nackten Statistik-Fakten kommen andere Aspekte, warum die Fahrt der Löwen, die sich am Donnerstag direkt nach dem Training aufmachten ins Saarland, nicht frei von Hoffnung ist.

• Auswärts kommt die Defensivstärke besser zum Tragen. Der KSV ist dann nicht gezwungen, offensiv den Ton angeben zu wollen.

• Der Gegner eröffnet Räume, die der KSV mit seiner Stärke im Umschaltspiel nutzen kann.

• Der mentale Aspekt: Der Druck, im Auestadion mal wieder gewinnen zu müssen, lastete zuletzt spürbar auf den Löwen.

Die sind personell allerdings heute noch stärker gebeutelt, weil in der Defensive neben Henrik Giese und Tim Welker mit Frederic Brill (Schulterverletzung) noch ein wichtiger Spieler ausfällt. „Jammern hilft aber nicht. Wir müssen in unserer Ergebniskrise Verbissenheit zeigen“, sagt Mink. Das ist beim Trainer wie beim Fan: Die Hoffnung ist immer da.

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