Moritz Flotho ist die Überraschung bei den Löwen – Samstag kommt Schott Mainz

KSV Hessen Kassel: Bodenständig auf dem Weg nach oben

Moritz Flotho, hier rechts mit Lukas Iksal jubelt
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Jubel über die ersten Tore: Moritz Flotho, hier rechts mit Lukas Iksal beim Spiel gegen Koblenz.

Löwenvorstand Jens Rose sagt über Moritz Flotho, dass er „ein ganz bodenständiger Junge ist“. Sein Trainer Tobias Damm lobt: „Die Jungen kriegen bei mir ihre Chance.“

Kassel – „Moritz ist einer, der im Training positiv auffällt. Er verdient sich seine Einsätze“, so Damm Moritz Flotho, gerade 19 Jahre alt und aus der eigenen A-Jugend gekommen, ist bisher die Überraschung beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel.

Nach seinen zwei Toren beim 3:1 in Mainz ist er bei nun insgesamt vier Treffern erfolgreichster Angreifer der Löwen. Die Chancen dürften gut sein, dass Flotho auch am Samstag in der Startaufstellung zu finden ist, wenn es im Auestadion (14 Uhr) wieder gegen Mainz geht. Diesmal nicht gegen die Reserve der 05er, sondern gegen den TSV Schott.

Die Gäste kommen als Tabellenletzter. Es ist also eines dieser Spiele, von dem es heißt: Das müsste der KSV dringend gewinnen. Und von dem es in jüngster Vergangenheit allzu oft hieß: Das hat der KSV leider nicht gewonnen. Zuletzt galt das vor vierzehn Tagen beim 0:2 gegen Walldorf. Flotho ist aber überzeugt: „Der erste Auswärtssieg hat uns Selbstbewusstsein gegeben. Wir schaffen das am Samstag.“

Der Weg des 19-Jährigen in den Regionalliga-Kader ist nicht so gradlinig, wie man erwarten könnte. Und er ist eben auch geprägt durch diese Bodenständigkeit, von der Rose spricht. Der gebürtige Kasseler begann als Sechsjähriger bei der SVH Kassel. Später ging es – wie bei so vielen Talent der Region – zum OSC Vellmar. „Ein Sprungbrett“, so Flotho, der dann erstmals beim KSV landet.

Seine Vita bekommt aber einen Bruch. Im ersten B-Jugend-Jahr steht plötzlich wieder SVH auf seinem Trikot. Kreisliga-Fußball. „Ich habe mir in der C-Jugend einen Zeh gebrochen, musste pausieren. Danach war die Lust auf intensiven Fußball weg.“ Er wechselte zum Volleyball, „weil mir Ballsport jeder Art Spaß macht“. Auch da fiel er bald auf, spielte als 16-Jähriger bei den Vellmarer Regionalliga-Herren. Nebenher aber kickte er mit seinen Freunden bei der SVH, wo die Lust auf Fußball nach und nach doch zurückkehrte.

In der A-Jugend ging es also wieder zu den Löwen, bei denen Tobias Damm ihm nun auch in der ersten Mannschaft Vertrauen schenkt. Und ihn weiter verbessern will. In der Vorbereitung auf Samstag erhielt Flotho am Donnerstag individuelle Videoanalyse. Themen: Was macht er gut? Wo muss er sich steigern? Und steigern will er sich. „Ich möchte schon höher kommen. Aber ich sage jetzt nicht: Bis dann und dann soll es Dritte Liga sein. Es ist ja klasse beim KSV. Wir haben ein tolles Team.“

Es kommt ja dazu: Fußball ist nicht alles für Flotho. Mit 17 Jahren verließ er die Schule, um eine Ausbildung zu beginnen. Seine Lehrjahre als Schreiner bei einer Firma in der Nähe von Warburg enden im Sommer. „Es macht mir Spaß und es kann nicht schaden, später handwerklich etwas drauf zu haben“, sagt er. Und: „Meinem Chef muss ich Danke sagen. Er gibt mir Freiheiten für den Fußball. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist.“ Er ist halt bodenständig, dieser Flotho. Lebt noch bei seinen Eltern. Häufig geht er um 21 Uhr schlafen. Für den Job. Aber auch, „weil Schlaf wichtig ist, wenn du im Sport Erfolg haben willst“. Die ersten Schritte dazu hat der junge KSV-Stürmer getan. (Frank Ziemke)

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