Endlich hat es geklappt 

KSV Hessen: Diese Bilder sind Vergangenheit

+
Vor einem Jahr in Flieden: KSV-Kapitän Frederic Brill sitzt nach den verpassten Aufstiegsspielen auf dem Rasen. 

Kassel – Wer die Worte „KSV Hessen“ und „Aufstieg“ in eine Suchmaschine eingibt, der sollte ein Taschentuch parat haben.

Die Geschichte des Fußball-Vereins liest sich teilweise dramatisch, herzzerreißend, tragisch. Verpasste Bundesliga-Aufstiege in den 1980er-Jahren. Konkurse. Neugründung. Doch auch die vergangenen Jahre hielten zumeist ein Ende mit Schrecken bereit – nicht immer lag es dabei nur an der sportlichen Leistung. Doch dieses Jahr hat es geklappt. Der KSV Hessen Kassel ist in die Regionalliga aufgestiegen. Das Ziel ist erreicht, wir blicken auf die jüngere Vergangenheit zurück, in denen sich die Löwen das Image der „Unaufsteigbaren“ zugelegt haben.

2008

Zur Saison 2008/09 führte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) die eingleisige dritte Liga ein. Um sich für diese zu qualifizieren, hätte der KSV in der Spielzeit 2007/08 in der Regionalliga Süd mindestens Zehnter werden müssen. Nachdem der KSV zur Winterpause noch in aussichtsreicher Position gelegen hatte, verzichtete der Verein auf Neuzugänge – die Trainer Matthias Hamann gefordert hatte. Die Konkurrenz tat das nicht. Die Löwen verpassten als 14. die 3. Liga.

2011

Zur Winterpause ist der KSV auf Aufstiegskurs – dann melden Ulm und Weiden Insolvenz an. Sechs Punkte gehen verloren. Konkurrent Darmstadt hatte gegen beide gepatzt (0:3 und 1:1). Der Vorsprung schmilzt auf zwei Zähler. Am 16. April verlieren die Kasseler das direkte Duell gegen die Lilien nach 2:0-Führung 2:3 und werden am Ende nur Tabellendritter. 2014 gelingt den Südhessen dagegen der Aufstieg in die zweite, später sogar in die Bundesliga. Derzeit ist Darmstadt Fünfter in Liga zwei und hat Chancen auf den Aufstieg.

2013

In der neuen Regionalliga Südwest werden die Löwen Meister. Da es keinen direkten Aufsteiger gibt – wie es mittlerweile der Fall ist – müssen sie in Aufstiegsspielen gegen Holstein Kiel antreten und verpassen den Sprung in die 3. Liga (0:2 und 1:2). Kiel hingegen gelingt vier Jahre später sogar der Aufstieg in Liga zwei, wo die Mannschaft derzeit den sechsten Platz belegt.

2018

2016 gibt Hauptsponsor VW seinen Rückzug bekannt und koppelt eine weitere Zusammenarbeit an die Bedingung des Aufstiegs in die 3. Liga. Ohne das Geld des Automobilkonzerns müssen die Löwen aber nach und nach ihre Kaderstruktur umbauen und setzen zwangsweise mehr und mehr auf Spieler aus der eigenen Jugend und der Region. Dennoch wird 2017 ein Insolvenzantrag eingereicht. Die Folge: neun Punkte Abzug für die kommende Saison. Nach einer starken Rückrunde unter Trainer Tobias Cramer fehlen am Ende drei Punkte zum Klassenerhalt.

2019

Der bislang letzte Akt der tragischen KSV-Geschichte. Wegen fehlender Schiedsrichter wird die erste Mannschaft mit einem Abzug von fünf Punkten bestraft. Am letzten Spieltag müssen die Löwen in Flieden gewinnen, Konkurrent Alzenau beim bereits feststehenden Meister Gießen verlieren. Der KSV liegt zur Pause 0:1 zurück, Ingmar Merle sieht die Rote Karte. Dennoch drehen die Kasseler das Spiel in ein 3:1. Alzenau liegt derweil bis zur 88. Minute 0:2 zurück. Dann gelingt der Anschlusstreffer, in der Nachspielzeit der Ausgleich. Alzenau nimmt an der Aufstiegsrunde teil – und steigt in die Regionalliga auf.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.