Abstiegskampf in der Regionalliga

KSV Hessen Kassel: Gegen Stadtallendorf endlich mit Brandner

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Lange hat er gefehlt, jetzt ist er in guter Form: Tim Brander hat mit dem KSV Hessen wegen Verletzungen noch nie gegen Stadtallendorf gespielt. Am Wochenende soll es soweit sein. 

Kassel. Tobias Cramer sagte nach der 0:1-Niederlage in Koblenz das, was vielleicht viele Fans des Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel gedacht haben.

Tim Brandner hätte ich es sehr gegönnt. Der Trainer der Löwen meinte damit eine Szene in der 83. Minute. Da hatte Brandner die Riesenchance zum Ausgleich, der Ball ging knapp vorbei. Bereits den Strafstoß, den Lucas Albrecht verschoss, hatte der 27-Jährige herausgeholt. An Brandner lag diese Niederlage wahrlich nicht.

Das Spiel am kommenden Samstag im Auestadion gegen Stadtallendorf (14 Uhr) wird für die Nummer 20 der Kasseler ein besonderes. Brandner wurde in Neukirchen geboren – rund 20 Kilometer von Stadtallendorf entfernt. Seine Familie lebt noch dort. Gespielt hat er mit dem KSV gegen die Eintracht aber noch nie. Beim Hinspiel fehlte er verletzt, im Pokal stand er zwar im Kader, war aber nicht fit.

Zwangspausen prägten ohnehin die Saison des vielseitig einsetzbaren Fußballers. Seit bei Brandner Rheuma diagnostiziert wurde, fehlt er immer wieder. „Im Moment fühle ich mich aber sehr gut. Ich bin schmerzfrei“, sagt der 27-Jährige. Einmal die Woche muss er sich spritzen, muss weitere Mittel nehmen, um die Krankheit einzudämmen. Doch es hilft.

Und für die Löwen ist Brandner, der zu Saisonbeginn noch als Außenverteidiger eingesetzt wurde und nun vor allem auf den Außen im Mittelfeld zum Einsatz kommt, ein wichtiger Spieler. In den vergangenen Partien war er immer einer der Besten auf dem Feld. 

„Seit meiner Erkrankung bin ich einfach froh, wenn ich dabei bin. Das klingt zwar nach einer Floskel, aber seit der Diagnose habe ich eine andere Einstellung. Innerhalb weniger Tage kann sich alles ändern. Es kann immer wieder Schübe geben – muss es aber nicht“, erzählt Brandner.

Und momentan kommen diese Schübe nicht. Brandner kann im Saisonendspurt helfen und will noch den Klassenerhalt und den Pokalsieg mit dem KSV. Einen weiteren Schritt können die Löwen nun gegen Stadtallendorf gehen. Brandner kennt durch das Aufwachsen in der Nähe einige aus der Mannschaft. Dennoch fühle er sich mittlerweile mehr als Kasseler denn als Mittelhesse, sagt er. Als er 20 war, habe Stadtallendorf sogar mal bei ihm angefragt. Ein Wechsel sei damals aber kein Thema gewesen.

Am Samstag wird auch Brandners Familie im Stadion sein. Die komme zu jedem Heimspiel, sagt er. Auch wenn sie in der Nähe von Stadtallendorf lebt, wird wohl der KSV angefeuert. Der hat die Punkte ohnehin nötiger als Stadtallendorf. Die Eintracht sicherte am vergangenen Wochenende den Ligaverbleib.

Das Gefühl,den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand zu haben, sei kein schönes, sagt Brandner. Da hilft es auch nicht, dass er sich selbst wieder besser fühlt. Aber noch sind die Löwen nicht abgestiegen, noch schmerzfrei sozusagen. Wie Tim Brandner.

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