Wie der gebeutelte KSV in Pirmasens über sich hinaus wächst und 2:1 siegt

Triumph der kleinen Reisegruppe

Der erste Schritt zum Dreier: Mike Feigenspan nimmt die Glückwünsche seiner Mitspieler zum 1:1-Ausgleich entgegen. Später dann erzielte der KSV-Stürmer auch noch den Siegtreffer.
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Der erste Schritt zum Dreier: Mike Feigenspan nimmt die Glückwünsche seiner Mitspieler zum 1:1-Ausgleich entgegen. Später dann erzielte der KSV-Stürmer auch noch den Siegtreffer.

Viel Schlaf hatte KSV-Trainer Tobias Damm nicht bekommen, bis der Wecker morgens klingelte. Auch viele seiner Spieler mussten raus, obwohl sie doch gerade erst ins Bett gegangen waren. Und nach diesem Adrenalin-Kick vom Abend dürfte das Einschlafen auch nicht besonders einfach gefallen sein. Mittwochmorgen um halb drei war der Löwen-Tross wieder in Kassel eingelaufen, aber was heißt hier Tross?

Es war das minimalste Aufgebot, das vom Regionalligaspiel aus Pirmasens zurückkam – und es hatte einen 2:1-Sieg im Gepäck, der gar nicht hoch genug zu bewerten war.

„Ich bin jetzt hier schon im elften Jahr beim KSV, aber eine solche Personalnot habe ich noch nicht erlebt. So eine Fahrt unter der Woche mit so wenig Spielern und dann auch noch drei Punkte geholt – das ist echt der Wahnsinn“, sagte Damm, der seinen Jungs erstmal einen Tag trainingsfrei gab. Am vergangenen Sonntag war es, da verschlechterte sich die Lage zunehmend. Kapitän Frederic Brill meldete sich erkältet ab, Paul Stegmann klagte über Halsschmerzen und auch Serkan Durna sowie Mate Mustapic standen kurzfristig nicht zur Verfügung. Im Endergebnis bedeutete dies: Vier Auswechselspieler inklusive Ersatztorwart saßen auf der Bank.

„Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass wir eine kleine Reisegruppe sind und den maximalen Erfolg rausholen wollen. Nach zehn Minuten wusste ich, dass hier drei Punkte drin sind, weil wir sofort im Spiel waren und Pirmasens wesentlich defensiver als erwartet auftrat“, erklärte Damm. Trotzdem mussten die Löwen erstmal den Gegentreffer hinnehmen, der viel zu einfach nach einer halben Stunde durch Dennis Krob fiel. „Das war eine Unachtsamkeit, die uns allerdings nicht zurückgeworfen hat. Ganz im Gegenteil: Wir hatten die Partie zu jeder Zeit im Griff und haben nicht aufgesteckt. An diesem Abend stand eine dezimierte, aber eingeschworene Einheit auf dem Platz, die sich belohnen wollte“, so Damm.

Und für die Belohnung war dann ein Rückkehrer zuständig: Mike Feigenspan. Per Doppelpack drehte er die Partie fast im Alleingang. Zweimal bereitete Daniele Vesco vor, zweimal schlug der Ball im Gehäuse von Pirmasens ein. Zunächst traf der KSV-Stürmer mit einem abgefälschten Schuss (45.+1), dann nutzte er eine Außenrist-Vorlage des Schweizers und vollendete mit links in die lange Ecke (71.). „Das war ein Spiel für ihn, ganz klar. Er hatte die Räume, die er braucht, konnte sich aufdrehen und ins Tempospiel gehen. Am Ende hat er dann seine starke Leistung gekrönt“, lobte Damm.

Stark war auch die Unterstützung der Löwen-Anhänger, die außerhalb des Stadions an einem Zaun für Stimmung sorgten und ihre Mannschaft mit Dauer-Sprechchören nach vorn peitschten. „Die Unterstützung ist sensationell gewesen“, sagte dann auch Tobias Damm, dessen Fokus nun dem nächsten Heimspiel am Samstag gilt. Ab 15 Uhr gastiert der Bahlinger SC im Auestadion. Bis dahin könnte zumindest Kapitän Brill wieder zum Löwen-Team stoßen. Und für alle, die in Pirmasens dabei waren, dürfte dann auch das Schlafdefizit ausgeglichen sein.

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