Ein 4:0 für das große Finale

Der KSV Hessen kann die Aufstiegsrunde noch erreichen - braucht aber Hilfe

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Gemeinsam doch noch zum Ziel? Die KSV-Fans drücken mit dem Banner „Wir für euch, ihr für uns!“ ihre Unterstützung für die Mannschaft aus und feiern nach dem Sieg mit den Spielern. 

Das Spiel am Samstag war schnell abgehakt. Mit dem 4:0 gegen Türk Gücü Friedberg beendete der KSV Hessen Kassel zwar eine Serie von drei Spielen ohne Sieg, doch der Blick ging gleich nach vorn.

Zu einfach war der Erfolg gegen das Kellerkind. Und zu wichtig ist das, was kommt: Am letzten Spieltag können die Löwen den Sprung in die Aufstiegsrunde zur Regionalliga immer noch schaffen. Ein 4:0 und seine Folgen:

Die Ausgangslage

Ist unverändert. Kassel liegt nach diesem Sieg drei Punkte hinter Bayern Alzenau, das 3:0 gegen den FSC Lohfelden gewann. Am kommenden Samstag brauchen die Löwen also Schützenhilfe. Alzenau muss verlieren. Was möglich scheint, denn die Bayern müssen bei Meister Gießen antreten. Zeitgleich um 15 Uhr spielt der KSV in Flieden. Und wird da auf großen Widerstand treffen. Durch den überraschenden Sieg in Waldgirmes kann die Buchonia plötzlich noch den Klassenerhalt schaffen.

Das Spiel

Ist schnell erzählt, weil die Gastgeber vor 1200 Zuschauern nur etwas mehr als eine halbe Stunde für die Entscheidung brauchten. Nach einer überraschend frechen Anfangsphase der Gäste erzielt der KSV bis zur Pause vier Treffer. Fast immer dabei: Mahir Saglik. Der Angreifer machte die Tore zwei und vier selbst, bereitete zudem das 3:0 von Adrian Bravo Sanchez vor. Den Auftakt hatte Sebastian Schmeer gemacht, der einen schönen Angriff über die rechte Seite vollendete. Überhaupt zeigt der KSV in dieser Phase einige schöne Kombination.

Spieler des Spiels: Mahir Saglik erzielte zwei Tore, bereitete ein weiteres vor.

Trainer Tobias Cramer war mit den ersten 45 Minuten zufrieden: „Wir hatten eine ungeheure Wucht. Das hat diese Hälfte gezeigt. Heute haben wir auch die Tore erzielt.“ Zur zweiten Halbzeit sagte er dann: „Das war sehr zäh, das ging nicht nur den Zuschauern, sondern auch mir so. Da bin ich ein bisschen sauer.“ Die Löwen hatten nach der Pause mehrere Gänge zurückgeschaltet und nicht mehr viel gemacht. Angesichts der anstehenden Aufgaben ist das durchaus verständlich (hier finden Sie den Liveticker zum Nachlesen).

Die Sorgen

„Wir stehen vor einer Englischen Woche. Und wir müssen mit unseren Kräften ziemlich haushalten“, sagt Tim Brandner. Der Linksverteidiger hatte mit einer energischen Balleroberung das 3:0 ermöglicht, ging einmal mehr kämpferisch voraus. Er sagt aber auch: „Wir sind an der Grenze. Es fehlt halt auch etwas Tiefe im Kader.“ Da kommt es ziemlich unpassend, dass die Löwen vor dem Saisonfinale noch das Endspiel im Kreispokal bestreiten müssen. Am Dienstag geht es auf dem G-Platz gegen Lohfelden (18.30 Uhr).

Zudem werden die personellen Sorgen größer. Gegen Friedberg wurden Sergej Evljuskin, Brian Schwechel und Frederic Brill allesamt angeschlagen ausgewechselt. Evljuskin war umgeknickt, Schwechel hatte einen Stoß in die Seite bekommen und Probleme mit dem Atmen, Brill etwas am Oberschenkel. Nichts Langwieriges. Aber viel Zeit ist eben auch nicht mehr.

Auf dem Spielbericht stand dafür nach langer Zeit mal wieder Co-Trainer Tobias Damm. Zum Einsatz kam er noch nicht. Der Schuh drückt auch eher in der Abwehr. Damm sagte hinterher scherzhaft: „Im Zweifel kann ich auch Defensive.“ Vielleicht kann Ingmar Merle da auch bald wieder mithelfen. Er sagt aber selbst: „So lange eine Chance besteht, dass die Verletzung wieder aufbricht, werde ich nicht spielen. Die anderen sind gut genug.“

Die Zuversicht

Da sind wir wieder bei Tim Brandner, der die Sorgen zwar anspricht, aber dann voller Überzeugung hinterherschiebt: „Ich sage: Wir schaffen das! Wir werden unsere Aufgabe in Flieden erledigen. Und wenn Gießen noch Bock hat, dann gewinnen die auch gegen Alzenau.“ Das ist Einstellung, der Wille, mit dem Brandner auch auf dem Platz überzeugt. Dafür mögen ihn die Fans, die ihrer Mannschaft vor dem Spiel per Banner eine Botschaft mitgegeben hatten: „Ausreden zählen nicht, Aufgeben geht nicht!“

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