Welche Punkte Hoffnung machen

Der KSV kann heute in Freiburg den guten Saisonstart perfekt machen

Gute Laune beim 5:0 gegen Steinbach: Shqipon Bektashi (links) feiert mit Sergej Schmik (Mitte) und Hasan Pepic einen seiner drei Treffer am vergangenen Freitag. Fotos: Hedler

Kassel. Der KSV Hessen Kassel kann mit einem Sieg heute bei der Reserve des SC Freiburg (Anpfiff: 18 Uhr) einen gelungenen Start in die Saison perfekt machen.

Welche Punkte Hoffnung machen und Motivation geben:

1. Die Lehren des Teams:  Dem KSV ist es beim 5:0 gegen Steinbach gelungen, einen extrem tief stehenden und destruktiven Gegner mit Geduld und spielerischen Mitteln zu bezwingen. Insofern zeigte er eine Entwicklung. „Wir haben einen weiteren Schritt nach vorn gemacht“, sagt auch Trainer Matthias Mink. Insgesamt scheinen die Löwen mittlerweile so viel Selbstvertrauen zu haben, dass sie ihre fußballerische Linie von Anfang bis Ende beibehalten - inklusive eines doch sehr automatisierten Pressings.

2. Der Lauf des Stürmers: Shqipon Bektashi kann in Ligaspielen derzeit machen, was er will: Der Angreifer der Löwen trifft: zwei Tore beim 2:2 gegen Offenbach, drei Tore beim 5:0 gegen Steinbach - Bektashi ist in Top-Form und bringt gerade das ein, was dem KSV in den letzten Spielzeiten oft gefehlt hat: Torgefahr. Mit einem Treffer in Freiburg hätte er seine Torausbeute der vergangenen Saison bereits eingestellt.

3. Die Lust auf die Mannschaft: Eine gewisse Euphorie rund um die Löwen nach den Festspielwochen ist durchaus auszumachen. Auch wenn Trainer Mink betont, dass alle realistisch bleiben, sagt er: „Ich trete nicht auf die Euphoriebremse. Zu viel Euphorie gibt es auch nicht.“

4. Die Laune des Gegners: Freiburg II muss erst einmal das 1:5 in Offenbach verarbeiten. Die Verunsicherung im Anschluss daran könnte ein Vorteil für den KSV sein. Freiburg steht schon unter Druck. Trainer Mink aber warnt vor dem Gegner. Zum einen verweist er auf das 0:0 der Freiburger zuvor beim vermeintlichen Spitzenteam aus Saarbrücken, zum anderen auf den Altersdurchschnitt des Teams, das in Kaiserslautern auf dem Platz stand. Der lag bei noch nicht einmal 20 Jahren. Gegen die Löwen nun könnte die Freiburger Reserve Verstärkung aus dem Profikader bekommen.

5. Der Lockruf der Spitze: Klar, es ist noch verdammt früh in der Saison. Und Trainer Mink ist das im Umfeld einsetzende Gerede von der Tabellenführung schon zu viel des Guten, weshalb er sagt: „Wir werden einen Teufel tun und nach zwei Spieltagen auf die Tabelle schauen. Wir konzentrieren uns nur auf das Spiel.“

Aber: Warum nicht schon mal Tabellenführer werden, wenn es möglich ist? Ein gewisser Anreiz dürfte also vorhanden sein. Zumal die Löwen dieses Gefühl lange nicht mehr hatten. Zuletzt waren sie am letzten Spieltag der Saison 2012/13 ganz vorn. Damals wurden sie unter Trainer Uwe Wolf Meister, verpassten aber den Aufstieg.

Mit einem Sieg in Freiburg kann der KSV nun nicht nur Spitzenreiter werden, sondern den besten Saisonstart hinlegen, seit er 2006 in die Regionalliga aufgestiegen ist. Dreimal gab es seitdem nach drei Spieltagen schon sieben Punkte, noch nie aber war die Tordifferenz so gut, wie sie diesmal im Fall eines Erfolges gegen Freiburg wäre. Das 5:0 gegen Steinbach wirkt nach.

Vor dem Anpfiff

Anpfiff: Heute, 18 Uhr, Freiburger Möslestadion

Das Personal: KSV-Trainer Matthias Mink muss weiterhin auf die langzeitverletzten Tim Brandner und Sebastian Schmeer verzichten. Zudem fallen Nico Perrey (Fußprellung) und Steffen Friedrich nach seinen Kreislaufproblemen weiterhin aus. Das bedeutet: Die Vierer-Abwehrkette stellt sich erneut fast von allein auf. Im Sturm kann Mink wieder auf Sylvano Comvalius zurückgreifen.

Die Aufstellungen: 

Freiburg: Eisele - Schöttgen, Müller, Bohro, Faller - Hofgärtner - Rodas, Dorn, Lickert, Dräger - Kinoshita

KSV: Rauhut - Schmik, Welker, Giese, Lorenzoni - Brill - Becker, Pepic - Feigenspan, Comvalius (Girth), Bektashi

Der Schiedsrichter: Timo Klein aus Neunkirchen (Saar) ist 26 Jahre alt und leitet seit 2013 Spiele der Regionalliga.

Letzte Saison: Der KSV gewann das Heimspiel gegen Freiburg II mit 2:1 (KSV-Torschützen: Becker, Schmeer), in Freiburg gab es ein 2:2 (Torschützen: Damm, Bektashi).

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