Wie Damm die Löwen besser macht

Sechs Siege, sechs Gründe: Kernsanierung des KSV Hessen in kurzer Zeit

+
Sorgt für gute Laune und gute Leistungen: KSV-Trainer Tobias Damm. 

Auf den Tiefpunkt folgt der Höhenflug. Vor etwa zwei Monaten war die Stimmung rund um den Fußball-Hessenligisten KSV Hessen Kassel im Keller.

Gerade hatten die Löwen ihr erstes Liga-Heimspiel im Auestadion seit fast zwei Jahren verloren. Die Aufstiegsplätze waren weiter entfernt als ein Abstiegsplatz. Wenige Wochen später könnte die Euphorie kaum größer sein. Der neue Trainer Tobias Damm macht vieles anders, besser. Gegen Waldgirmes wurde der sechste Sieg in Serie eingefahren. Sechs Siege – und sechs Gründe für den Wandel.

1. Die Ansprache: Unter Damm gehören auch verletzte und junge Spieler immer zum Team. Das war zwar vorher auch so, allerdings dürfte sich der eine oder andere nicht so gefühlt haben. Jeder soll vor dem Spiel in der Kabine sein, steht hinterher mit im Kreis. Das ist keine Kleinigkeit.

Vorstandsmitglied Jens Rose sagte gegenüber unserer Zeitung: „Damm hat eine ganz andere Ansprache an die Mannschaft.“ Ein Satz, der nicht viel und doch alles sagt. Der Umgang untereinander ist ein anderer. Und das beweisen die Spieler auf dem Feld. Anfeuern, helfen, positiv bleiben.

2. Die Spielweise: An der oder besser gesagt den beiden bevorzugten Grundformationen hat Damm nichts geändert. Allerdings an der Spielweise. Die Löwen verteidigen nun nicht mehr mit so viel Risiko wie vorher. Die Abwehr steht tiefer und ist nicht mehr so anfällig bei Kontern. Das gibt der Defensive Sicherheit. Der Beweis: In acht Partien kassierte der KSV nur noch sechs Gegentore, vorher waren es in elf Spielen 19.

3. Die Personalentscheidungen: Damm hat Sebastian Schmeer und Adrian Bravo Sanchez nicht nur sofort wieder in den Kader berufen, sondern auch von Beginn an gebracht. Die Beiden sind Fixpunkte des Teams und Lieblinge der Fans. Und: Sie haben Leistung gezeigt. Vor dem Hintergrund, dass Damms Vorgänger einen Abgang der beiden im Winter angestrebt haben soll, ist das die bessere Alternative.

4. Der Stimmungsumschwung: Auf dem Platz wurde gemeckert, auf den Rängen gemotzt. Oder sogar geschwiegen aus Protest. Das ist Schnee von gestern. Mit Damms Dienstantritt war die Stimmung im Team spürbar gelöst. Es geht jetzt sichtbar wieder miteinander. Auch ein gestandener Spieler wie Mahir Saglik akzeptiert ohne Murren, wenn er mal auf der Bank sitzt. Und tritt in den Dienst der Mannschaft, wenn er wieder auf dem Platz steht. Auf das Publikum ist das längst übergesprungen, natürlich auch dank der Siegesserie. Am Samstag feierte die Nordkurve ausgelassen mit den Spielern.

5. Die Bescheidenheit: Tobias Damm ist mittlerweile ein Löwen-Urgestein. Er hat viel gegeben für diesen KSV – aber er tut das stets in aller Bescheidenheit. Damm drängt nie in den Vordergrund. Auch als Trainer gibt er sich lieber zurückhaltend als hemdsärmelig. Den Löwen tut das sichtlich gut. Die Mannschaft zeigt, dass es an der Seitenlinie nicht laut sein muss, damit sie Anweisungen umsetzt.

6. Das Selbstbewusstsein: Klar, mit einer Erfolgsserie im Rücken spielt es sich leichter. Erst einmal aber hat Damm dem Team dieses Selbstvertrauen gegeben – indem er seinen Spielern Vertrauen geschenkt hat. Am deutlichsten wurde das beim 3:2 in Fulda, als der KSV verdient führte, in Rückstand geriet – und doch gewann. Dieser Sieg kann der Wendepunkt der gesamten Saison gewesen sein.

Fußball-Hessenligist KSV Hessen Kassel hat am Montag eine friedliche Jahreshauptversammlung erlebt. Neben dem sportlichen Aufschwung sorgten dafür erfreuliche Nachrichten bei den Finanzen.

Tobias Cramer hat einen neuen Job: Der Ex-KSV-Trainer übernimmt ab sofort die Sportfreunde Siegen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.